Malakowturm - Zeche Holland Schacht 1/2

Die industrielle Vergangenheit Gelsenkirchens zwischen Kohle und Stahl. Alles was stank. ;-)

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Karlheinz Rabas
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Beitrag von Karlheinz Rabas »

und hier der Eingangsbereich 1927:

Bild

Karlheinz Rabas
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Beitrag von Der Feldmarker »

Babapapa hat geschrieben:
Josel hat geschrieben: Gabs links diese Halle?
die gibt es immer noch und ist ebenfalls wie die Malakofftürme als Wohnhaus umgebaut. eine fotografin hat sich u.a. dort angesiedelt.

Bild
Hallo zusammen,

eine Zeitlang war in dieser Halle die Firma Stein & Vendel ansässig. Ich glaube, bis in die 90 er Jahre. Ich meine, dort wurden Elektromotoren gebaut oder Lichtmaschinen gewickelt.

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Ego-Uecke
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Beitrag von Ego-Uecke »

@Josel: Ist das überhaupt Holland 1-2
Manchmal kann man durch Archivbilder die Frage nicht klar beantworten.
Auf dem zweiten Bild der Seite 2, Beitrag 6 von Schacht 9 ist auf der linken Bildseite offensichtlich eine Kokerei - Koksofenbatterie zu erkennen. Bildunterschrift: "Wattenscheid - Zeche Holland 1 u. 2"

Gab es an den Malakowtürmen der Zeche Holland 1/2 eine Kokerei? Ist mir nämlich nicht bekannt. Dem Bild zufolge müßte diese Kokerei von der Ückendorfer Str. aus gesehen hinter den Fördertürmen gestanden haben, weil der Kamin des Kesselhauses vor den Türmen steht. Also heute Richtung REWE-Markt und Aldi, Am Dördelmannshof.
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eine Zeitlang war in dieser Halle die Firma Stein & Vendel ansässig. Ich glaube, bis in die 90 er Jahre. Ich meine, dort wurden Elektromotoren gebaut oder Lichtmaschinen gewickelt
Stimmt so etwa, Stein & Vendel stellte hauptsächlich Wicklungen für Elektromotore her. Auch oder gerade als Reparaturaufträge für durchgebrannte Wicklungen, also Reparatur von Elektromotoren, nicht Herstellung.

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Heinz O.
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Beitrag von Heinz O. »

Ego-Uecke hat geschrieben:
Stimmt so etwa, Stein & Vendel stellte hauptsächlich Wicklungen für Elektromotore her. Auch oder gerade als Reparaturaufträge für durchgebrannte Wicklungen, also Reparatur von Elektromotoren, nicht Herstellung.
sowas hier ?Bild
gefunden heute auf dem alten Bismarck Gelände.
Micha

Irgendwie machen GEschichten süchtig .......

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Ego-Uecke
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Beitrag von Ego-Uecke »

Na ja, den zu reparieren dürfte selbst den besten (ehemaligen) Mitarbeitern von Stein & Vendel nicht mehr gelingen.

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Beitrag von Der Feldmarker »

Ego-Uecke hat geschrieben:
Gab es an den Malakowtürmen der Zeche Holland 1/2 eine Kokerei? Ist mir nämlich nicht bekannt. Dem Bild zufolge müßte diese Kokerei von der Ückendorfer Str. aus gesehen hinter den Fördertürmen gestanden haben, weil der Kamin des Kesselhauses vor den Türmen steht. Also heute Richtung REWE-Markt und Aldi, Am Dördelmannshof.
Hallo Zusammen,

ist mir auch nicht bekannt. Mein Vater hatte auch nie davon erzählt oder berichtet.

Desweiteren wäre es doch auch von der Logik her sehr mühselig gewesen, den Koks zu den Hochöfen zu bringen. Die Hochöfen von den Eisenwerken waren doch näher an der Kokerei Alma. Selbst mit der Werksbahn wäre es doch zu umständlich gewesen. Erst die Waggons beladen, dann den alten Zollvereinweg zu fahren und dann auch Alma wieder auszuladen. Bin mir auch überhaupt nicht sicher, ob es von dort eine Schienenverbindung zu alten Zollvereinweg gab, den ich glaube nicht. Es gab auch keine Hochöfen in dieser Ecke auf Wattenscheidergebiet. Die Bochumer waren zu weit weg und hatten auch ihre eigenen Kokereien.

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Karlheinz Rabas
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Beitrag von Karlheinz Rabas »

Natürlich gab es auf der Anlage Holland 1/2 auch eine Kokerei. Wann die Kokerei genau gebaut worden ist, darüber habe ich unterschiedliche Informationen vorliegen. 1877 oder 1893? Ich muss hier noch einmal gründlich recherchieren, welches Datum richtig ist. Vermutlich sind bei einigen Autoren die Daten der Kokereien der Anlage 1/2 in Gelsenkirchen und der Anlage in Wattenscheid durcheinander geraten.

Wo die Koksöfen und die übrigen dazugehörigen Anlageteile auf der Anlage 1/2 gestanden haben, dazu nachfolgender Lageplan aus dem Jahr 1911.

Bild

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Kokerei

Beitrag von Schacht 9 »

Hier noch ein Bild einer Kokerei auf Zeche Holland. Erbaut von Dr.C.Otto 1896.
Leider keine Standortangabe auf welcher Schachtanlage.
Bild

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Beitrag von Der Feldmarker »

Hallo Zusammen,

danke. Superklasse. Habe immer gedacht ich weiss viel über Ückendorf, weit gefehlt.

Aber da ihr viel mehr wißt, habe ich mal folgende Frage:

Der alte Zollvereinweg, ist mit Sicherheit vielen von euch bekannt.

Wenn man vom Im Busche aus geht, kommt nachher auf der rechten Seite ein Weg, wir haben den Weg immer "Schwarzen Weg" genannt. Links waren Gärten und rechts vorher auch, bis sich die Fa. Geldbach das Geländer einverleibt hatte. Dann überquert man den alten Zollvereinweg, da waren früher so Stangen, an in Schwarz-Gelb (nicht meine Farben) an denen man stehen bleiben mußte , wenn die Werkbahn kam. Dann ging man weiter in Richtung Luftschacht 4 (In Ückendorf auch Schloss Pipi genannt) auch dieser Weg, war ein schwarzer Weg, wird heute grüner Weg genannt. Man ging diesen Weg und kurz bevor man am Luftschacht ankam, waren dort ein "Schiene im Boden" eingelassen. Danach geht es nur noch links und rechts. Links der Luftschacht und rechts Sperlingsgasse.

Mein Vater sagte, dort wäre früher ein Zug gefahren. Mehr wusste er aber auch nicht. Dieser Schiene lag ungefähr 200 - 300 weiter östlich vom alten Zollvereinweg. Dazwischen war das Geld vom Bauer Wisskotten und der große Bombentrichter vor Geldbach.

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Karlheinz Rabas
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Beitrag von Karlheinz Rabas »

Kokerei Holland 1/2

Die Kokerei auf Holland 1/2 wurde 1893/94 mit 50 Flammöfen der Firma Dr. C. Otto gebaut, die 1910 von Collin in Rekuperativöfen umgebaut und 1917 stillgelegt wurden.
Die erste Kokerei wurde auf Holland, Schacht 3/4, in Wattenscheid, bereits 1879 gebaut und zwar 44 Flammöfen der Firma Dr. C. Otto. Die Anlage wurde 1882 um 56 Öfen erweitert und 1892 nochmals um 21 Öfen. Alle die Öfen dienten lediglich der Kokserzeugung, Nebengewinnungsanlagen wurden nicht mitgebaut.
Erst mit der Erweiterung 1896/97 um 60 Öfen wurde erstmals eine Nebengewinnungsanlage aufgebaut. Das besondere bei dieser Anlage war, daß die Firma Dr. C. Otto die Anlage voll finanzierte und im Eigentum behielt. Dies wohl deshalb, um der Zechengesellschaft klar zu machen, das zukünftig nicht nur der Koks, sondern die Nebenprodukte bei der Verkokung von Kohle eine wesentliche Rolle spielen. Für die Zukunft wurden dann alle Anlagen mit Nebengewinnungsanlagen gebaut.

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Ego-Uecke
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Beitrag von Ego-Uecke »

Es ist einfach toll, dass es dieses Forum gibt!

Da taucht plötzlich ein Foto auf, in einem Strang, der schon lange bearbeitet wird - niemand denkt sich etwas Besonderes dabei - einer stellt aber eine Frage - und dann purzeln die Informationen.

Danke, Herr Rabas, ich hatte tatsächlich nix von einer Kokerei Holland gewußt, obwohl ich 1961 meine Lehre als Elektriker auf der Kokerei Alma begonnen habe und 40 Jahre auf vielen Kokereien zwischen GE und Dortmund tätig war. Von dieser Kokerei habe ich nicht mal in "alten Geschichten" etwas gehört.

Diese Kokerei Holland war dann wohl eine relativ kleine Anlage, eine Ofenbatterie (ca. 60 Öfen) und nur die notwendigsten Nebengewinnungsanlagen. Zumindest gibt die Karte nicht viel mehr an Infos her.

Die Kokerei Alma, Inbetriebnahme der erneuerten Kokerei am 29. März 1928, war für damalige Verhältnisse eine "Groß"-kokerei, obwohl sie von der Anzahl der Ofenbatterien und der Nebengewinnung bei weitem nicht an die späteren Neubauten (Kok. Zollverein) heranreichte oder vergleichbar war.

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Ego-Uecke
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Beitrag von Ego-Uecke »

Hallo Feldmarker,

im "Luthenburg"-Strang findest du einige Karten, auch von der damaligen Bahn.

Eine Karte von Tekalo habe ich hier nochmal eingefügt:

Bild

Da kannst du den "Buschweg" und die Bahnführung erkennen.

Josel
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Beitrag von Josel »

Der Feldmarker hat geschrieben:Habe immer gedacht ich weiss viel über Ückendorf, weit gefehlt.
Irgendwo habe ich mal gelesen, die Stadtteilgeschichte Ückendorfs sei gut erforscht. Ich selbst halte das für ein Gerücht. Als man hier noch malochte auf Teufel komm raus hat sich niemand dafür interessiert, dass dieser Zustand mal Geschichte sein könnte. Hau weg den Scheiss. Und wenns mal Fotos gab, dann wurden die gleich hinterhergeworfen. Deshalb gibts wenig Informationen. Und die Handvoll "Informanten" haben zu allem Übel größtenteils auch noch in Etappen von einigen Dekaden voneinander abgeschrieben.

(Gut, datt wir dat gezz ma in die Hand nehm :wink: )

J. :wink:
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Der Gelsenkirchener
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Beitrag von Der Gelsenkirchener »

@ Feldmarker
Tach!
Den schwarzen Weg gabs ja damals schon,der "grüne "ist neu angelegt worden-früher verlief er ca.10m weiter rechts genau vor den Hecken der Häuser auf der rechten Seite Ri. Osten.Links befand sich eine mehr oder weniger zugewachsene Vertiefung-Hieß alter Sportplatz-warum weiß ich auch nicht,habe dort immer Fußball gespielt-später Kupfer "abgebrannt"-aber nicht weitersagen!Auf der anderen Seite des "Sportplatzes" gabs dann noch so einen Trampelpfad.Die Gleise müßten geradeaus weitergelaufen sein über die Ostpreußenstr.,etwa in Höhe der Auffahrt zur Halde.Ich meine,damals gab es noch Gleisreste auf dem Stück Ostpreußenstr.,das vom Parkplatz vor dem Sportplatzeingang hinter der Haidekampschule abgeht.Mehr weiß ich im Moment auch nicht!
Tüss bis die Tage

Der Gelsenkirchener
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Beitrag von Der Gelsenkirchener »

Nochwatt eingefallen!
Wenn ich die Auffahrt zur Halde Ostpreußenstr.hochgehe,komme ich zur Erzbahntrasse vor dem Tieheim/Rückhaltebecken in Wanne.Dort befindet sich eine"Durchfahrt" im Bahndamm,die Richtung müßte mit dem alten"grünen"Weg übereinstimmen.Leider gabs dort früher den Bauer Mai,oder so,-mit eigenem Gleisanschluß???Paßt vielleicht doch nich!? Wer weiß darüber noch watt?
Tüss bis die Tage

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