Stadtplanung an Heinrich-König-Platz & Ahstraße

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Heinz
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Beitrag von Heinz »

HardHit hat geschrieben:"Ödniss der Weite" wird das schon ganz gut treffen, bin mal gespannt wie der Entwurf en Detail aussehen soll ....
Mal ernsthaft: "Ödnis der Weite" ist doch nur ein Kampfbegriff der Pavillion Leute. Bis jetzt habe ich kein überzeugendes Argument gegen eine Deckelung gehört.
Dieser plakative Begriff wird peinlich, wenn man sich andere Innenstädte anschaut. Der Boulevard in der Duisburger Innenstadt ist sicherlich breiter als die Aastraße und länger als die Strecke von den Pavillions bis zum MiR. Dort gibt es Bäume, Brunnen, Skulpturen, möglichkeiten zum flanieren, verweilen. Und eine freie Blickachse ohne Pavillion-Geschwüre.
Kurz - alles was ja letztlich die Attraktivität der Innenstadt steigert.
HardHit hat geschrieben:Auch interessiert mich brennend wo die GE-"Platte" Szene hinziehen wird

Hast du noch nicht mitbekommen?
Es wird das alte Georgshaus rekonstruiert und da kommen die Geschäfte aus den Pavillions rein und es gibt auch eine Fixerstube und was man sonst an Betreuung für die "Platte" braucht. :wink:

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Stadtgarten
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Heinrich König Platz wurde gesäubert

Beitrag von Stadtgarten »

Die Drogenszene am Heinrich König Platz schein nun verbannt zu sein. Die Gebüsche wurden entfernt und Dunkle ecken wo die Szene war wurden zugemauert. Auch sind Sitzbänke weggemacht worden. Die polizei fährt zusammen mit der Kripo verstärkt streife und überprüft verdächtige personen.
Wurde Zeit das da mal was gemacht wird

Heinz
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Re: Heinrich König Platz wurde gesäubert

Beitrag von Heinz »

Stadtgarten hat geschrieben:Die Drogenszene am Heinrich König Platz schein nun verbannt zu sein. Die Gebüsche wurden entfernt und Dunkle ecken wo die Szene war wurden zugemauert. Auch sind Sitzbänke weggemacht worden. Die polizei fährt zusammen mit der Kripo verstärkt streife und überprüft verdächtige personen.
Wurde Zeit das da mal was gemacht wird
Nicht dass die jetzt alle vor deiner Wohnung abhängen, oder wo sind die nun geblieben? :roll:
Sind die jetzt alle clean? :wink:

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Stadtgarten
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Beitrag von Stadtgarten »

Denke mal das sich diese Szene nach Essen am Hbf verlagert hat. Zumal viele der Junkies net aus ge kamen sondern aus nachbarstädten.

Heinz
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Beitrag von Heinz »

Stadtgarten hat geschrieben:Denke mal das sich diese Szene nach Essen am Hbf verlagert hat. Zumal viele der Junkies net aus ge kamen sondern aus nachbarstädten.
Ist wahr? :shock: Woher weisst du das?
Ist aber beruhigend, dass der Sankt Florian uns hilft und die Nachbarhäuser brennen lässt und nicht unseres.
Vielleicht sind sie aber trotzdem auch vor deiner Haustür? :roll:
Zuletzt geändert von Heinz am 10.12.2007, 22:26, insgesamt 1-mal geändert.

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Stadtgarten
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Beitrag von Stadtgarten »

warum sollten die vor meiner haustür stehen

Heinz
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Beitrag von Heinz »

Stadtgarten hat geschrieben:warum sollten die vor meiner haustür stehen
Weil du das Problem nicht lösen, sondern nur anderen in die Schuhe schieben willst.

Also keine Hilfe für die Süchtigen, sondern Verlagerung des Problems an einen anderen Ort - nach Essen, vor deine Haustür... :wink:

sugar
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Re: Heinrich König Platz wurde gesäubert

Beitrag von sugar »

Stadtgarten hat geschrieben:Die Drogenszene am Heinrich König Platz schein nun verbannt zu sein.
Dann hatte der Typ sicher akute Diabetes, der sich dort letzte Woche tagsüber vor der Rolltreppe so eilig die Einwegspritze ausgepackt hat...

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Verwaltung
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Beitrag von Verwaltung »

WAZ hat geschrieben:Die City-Kur geht weiter
Gelsenkirchen, 10.03.2008, Von Oliver Schmeer

Spielgeräte, grüne Wege, neue Leuchten und heller Tunnel: Mit 1,4 Millionen Euro will die Stadt die Aufwertung der Innenstadt weiter vorantreiben

(WAZ)
Die Schlagader der Innenstadt, die Bahnhofstraße, pulsiert bemerkenswert seit ihrem Umbau und den städtischen Investitionen. Handel und Immobilienbesitzer zogen nach, Fassaden werden saniert, neue Geschäfte öffneten. Die Attraktivierung der Innenstadt mit Mitteln des "Stadtumbau West" gehen aber weiter. 1,4 Millionen Euro sind allein für dieses Jahr im Investitionsplan veranschlagt. Eine Übersicht:

Den Erlebniswelten des Zoom nachempfunden sind die zwei Spielplätze am Preuteplatz und am Bahnhofsvorplatz, wo Giraffenkonstruktionen noch auf Rutschen und Spieltunnel warten. Am Preuteplatz sind die Eisschollen-Elemente aus Beton gegossen, auf denen Eisbären-Spielanlagen aufgestellt werden.

Der "Deckel" für den Platz bleibt als Ziel der Stadtplaner aktuell. Im April soll es ein großes Forum mit externer Begleitung geben, das nach einer "konsensfähigen" Lösung suchen soll. Mit 7,2 Mio E steht das Großprojekt im Plan, 200 000 E werden für 2008 an Planungskosten veranschlagt. Baubeginn wohl nicht vor 2010 oder 2011.

Die Treppenanlage zum Machensplatz soll tunlichst dieses Jahr umgestaltet werden, behindertengerechter werden, mit freierer Sicht und besserer Platzgestaltung vor dem Parkhaus. 420 000 E sind dafür vorgesehen. Der Höhensprung macht die Planung nicht leichter. Mitte März soll es weitere Gespräche mit Anliegern geben, nachdem erste Stadtpläne "durchgefallen" waren.

Ob Weber-, Armin- oder Augustastraße: Die Nebenstraßen zur Einkaufsmeile sollen nach und nach wie die Bahnhofstraße in einheitlicher Optik, Corporate Design nennt sich das, "möbliert" werden. Also u.a. mit den Stelen-Leuchten, vielleicht in kleinerer Ausführung. 250 000 E sind dafür vorgesehen.

Die Idee: eine grüne Verbindung zwischen katholischem Friedhof und Stadtgarten. Der Umbau der Kirchstraße, u.a. mit der Anpflanzung von Bäumen, ist fast abgeschlossen. 150 000 Euro sind nun für dieses Jahr für die Robert-Koch-Straße vorgesehen. Umgestaltet und attraktiviert werden soll auch die wenig ansehnliche Grün- und Spielplatzfläche am Kinderheim hinter der Ahstraße. Neben Themenspielplätzen ist eine Kunst- und Skulpturenwiese im Gespräch. Im April beginnt das Beteiligungsverfahren mit Anliegern und den Fachverwaltungen.

Umgestaltet werden und weniger Angst einflößend soll die Unterführung Husemannstraße zum Stadtgarten werden: Frische Farben, mehr Licht sollen hier helfen. 500 000 Euro sind für die grünen Fäden vorgesehen.

Mit Verkehrssimulationen in Absprache mit der Bogestra wird untersucht, ob die Busspur einer Baumreihe weichen kann, um der Straße ihre Barrierewirkung zu nehmen.

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Beitrag von Verwaltung »

WAZ hat geschrieben:Stadtplanung
Was wird aus dem Heinrich-König-Platz ?
Gelsenkirchen, 10.04.2008

Was wird aus dem Heinrich-König-Platz? Antworten dazu will die SPD am Samstag, 19. April, ab 11 Uhr bis 13 Uhr direkt vor Ort auf dem Platz selber suchen und lädt daher zu dem offenen Streitgespräch.

Stadtverwaltung, Planer, Architekten und vor allem auch die Bürger und Anwohner sollen bei der Runde zu Wort kommen. Für das Podium hat die SPD den Stadtbaudezernenten Michael von der Mühlen, den Landschaftsplaner Markus Gnüchtel und den Bochumer Architekten Ulrich Krampe eingeladen. Die Position der SPD wird Fraktionschef Klaus Haertel vertreten. Wie berichtet hat die Stadt bereits eine Machbarkeitsstudie für den Platz durchführen lassen. Auch gibt es erste Entwürfe, wie der U-Bahn-Abgang, der oft als „Loch” beklagt wird, gestalterisch abgedeckt und besser genutzt werden kann.

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Beitrag von Verwaltung »

WAZ hat geschrieben:Diskussionsbedarf
Gelsenkirchen, 20.04.2008, Von Kathrin Hugenschütt

Der Platz wird umgebaut, nur das "wie" wirft noch Fragezeichen auf.Beim SPD-Stadtgespräch "vor Ort" kamen am Samstag Anwohner mit Stadtplanern und Politikern ins Gespräch.

Wenig einladend sieht's derzeit aus auf dem Heinrich-König-Platz. Das soll sich ändern.
EINMISCHEN ERLAUBT BRENNPUNKT HEINRICH-KÖNIG-PLATZ
Viele fahren aus Angst vor unliebsamen Begegnungen direkt eine Station weiter, für andere ist der U-Bahn-Bau aus den End-70ern schlichtweg nicht mehr zeitgemäß: Brennpunkt Heinrich-König-Platz - so wie es ist, kann es nicht bleiben. Da sind sich am Samstag beim SPD-Stadtgespräch "vor Ort" so ziemlich alle einig. Nur an der Frage nach dem "wie" driften die Meinungen der Stadtplaner, Politiker, Geschäftsleute und Anwohner auseinander.

"Wird der Platz nicht viel zu groß?", sorgt sich ein Anwohner "und wenn es Bänke gibt, lungern dann nicht wieder dieselben Leute hier herum?" Ein zu groß, das kann sich Stadtplaner Markus Gnüchtel nicht vorstellen. Gemeinsam mit Architekt Ulrich Krampe hat er mit an der Machbarkeitsstudie für den Heinrich-König-Platz gearbeitet. "Es ist wichtig Platz zu schaffen, um das Leben aufzunehmen", erklärt er seine Konzeption und auch Baudezernent Michael von der Mühlen stimmt ihm zu: "Die Bedürfnisse der Leute haben sich einfach geändert. Wer zum Beispiel hat vor 25 Jahren schon im Straßencafe? gesessen?"

Und gerade durch eine solche Belebung und die so entstehende soziale Kontrolle und Beobachtung werde das Problem der herumlungernden Leute ein Stück von selbst geregelt. "Natürlich", ergänzt SPD-Fraktionsvorsitzender Klaus Haertel da, "muss das Problem auch sozialpflegerisch angegangen werden".

Bauchschmerzen bereitet auch die Diskussion um die Pavillons. Leider ließe aus bautechnischer Sicht nur dieser kleine Bereich den neuen U-Bahn-Ausgang zu, bedauert Architekt Ulrich Krampe. "Aber es liegt in der Verantwortung der Sparkasse, den Mietern der Pavillons adäquate Angebote zu akzeptablen Konditionen zu machen", fordert OB Frank Baranowski mit deutlichen Worten. Existenzen dürften dadurch unter keinen Umständen gefährdet werden. Die Pavillons, betont Krampe, würden jedoch bis zum Schluss der Bauarbeiten stehenbleiben. Die, so von der Mühlen, im übrigen anderthalb bis zwei Jahre dauern dürften. "Natürlich geschieht das abschnittsweise, also wird nicht jeder Anwohner oder Ladeninhaber die ganze Zeit beeinträchtigt sein.

"Dem Handelsstandort wird es gut tun", ist sich Erich Schmitz als Chef der Werbegemeinschaft City sicher, gerade auch den jetzt abgeschnittenen Ecken wie der Ah- oder Hauptstraße. Dennoch: Es müsse ein Konzept geben, wie der neue Platz in Zukunft belebt und bespielt werden kann. "Sie glauben gar nicht, wie ihr Platz angenommen werden wird", antwortet Gnüchtel da anhand positiver Erfahrungen aus Städten wie Mülheim oder Kassel. Ein kleiner Junge will es dabei genau wissen: "Plant ihr auch Spielplätze auf dem neuen Heinrich-König-Platz?" Klar, antwortet Gnüchtel dem Dreikäsehoch, es solle in Zukunft nicht nur Sitzgruppen und schöne Bäume geben, sondern auch neue Spielgeräte, die auch Kinder zum Verweilen einladen, während die Eltern im Straßencafe? sitzen. Doch Genaueres, auch zu gestalterischen Fragen, soll demnächst in einem Workshop mit allen Beteiligten erarbeitet werden. "Wir wollen den Dialog suchen, um dann die möglichst große Schnittmenge zu finden", so der OB. Aber bei allem Diskussionsbedarf gab es am Samstag durchaus auch hoffnungsvolle Stimmen. "Die Verwaltung wird schon kompetente Leute engagieren", gibt sich ein Anwohner zuversichtlich, "ich freue mich schon auf die neue Kulisse zu Hans-Sachs-Haus und Musiktheater".

kwitsche
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Beitrag von kwitsche »

Verwaltung hat geschrieben:
WAZ hat geschrieben:Diskussionsbedarf
Gelsenkirchen, 20.04.2008, Von Kathrin Hugenschütt

"Die Verwaltung wird schon kompetente Leute engagieren", gibt sich ein Anwohner zuversichtlich, "ich freue mich schon auf die neue Kulisse zu Hans-Sachs-Haus und Musiktheater".
Wie ist denn hier der aktuelle Stand ?
Wann kann der Umbau beginnen ?

pito
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Beitrag von pito »

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timo
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Beitrag von timo »

Erstaunlich, daß zur Zeit fast alle großen Umbau- und Abrissmassnahmen in Gelsenkirchen Bauwerke aus den 70er und 80er Jahren betreffen: Tossehof, Domplatte, U-Bahn-Krater. In anderen Städten ist es noch auffälliger.

Waren Architektur und Stadtplanung zu der Zeit wirklich so kurzsichtig?

kwitsche
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Beitrag von kwitsche »

Verwaltung hat geschrieben:
WAZ hat geschrieben: Lebendig oder öde?

Stadtplaner wollen auf das "U-Bahn-Loch" einen Deckel machen und einen großen City-Platz schaffen.

Dazu sollen auch die Pavillons abgerissen werden. Anlieger befürchten Nachteile und Geldverschwendung

HEINRICH-KÖNIG-PLATZ DISKUSSION UM DIE UMGESTALTUNG"Wie würden Sie sich denn fühlen, wenn Ihnen der Stuhl unterm Hintern weggezogen würde": Lederwarenhändler Norbert Scheller "ledert" erbost über die Pläne für den Heinrich-König-Platz. Denn zu den Plänen gehört, die Pavillons und damit sein Geschäft abzureißen. Und auch im "Pralinen-Pavillon" von Bernhard Schäffer nebenan geht´s eher deftig als süß zu: Nichts hält der 59-Jährige von den Umbauplänen. Viele Listen mit Unterschriften von Kunden gegen das "Millionengrab" liegen bei ihm aus.

Die Zukunft der Pavillons, das ist allerdings nur eine der Fragen rund um die Platzgestaltung. Und entschieden ist längst nichts. Stand der Dinge ist, dass die Stadt in Düsseldorf Förderanträge eingereicht hat und nun auf Landesmittel für die Umgestaltung wartet. Vier Architektenbüros hatten bekanntlich in einer Machbarkeitsstudie Entwürfe skizziert, ob und wie ein "Deckel auf das Loch" passt. Zwei von ihnen favorisierten Stadt und Fachausschuss.

Der Antrieb für die Umgestaltung des Platzes mit dem mittlerweile zweifelhaften Charme der 80er Jahre liegt auf der Hand. Damals wollte man einen schwellenlosen Abgang zur U-Bahn und einen "Kommunikationsort im Herzen der Stadt". Doch daraus wurde nichts: Durch Treppen, Logen, Kübel ist der Platz zu verschachtelt, wurde er kaum genutzt und mutierte zum Treffpunkt für soziale Randgruppen. Zudem wurde die Ahstraße dadurch faktisch abgebunden.

Nach den Vorstellungen der Stadtplaner soll nun eben ein Deckel auf den U-Bahn-Verteiler, soll Gelsenkirchens Innenstadt einen weiträumigen, offenen Platz erhalten, der auch für Veranstaltungen, Konzerte, Märkte etc. genutzt werden kann, der zudem Ahstraße, Bahnhofstraße, Hauptstraße miteinander verknüpft, freie Sicht und Laufwege ermöglicht.

Dem stehen aber eben freilich die Pavillons im Wege. Bei den Mietern und Händlern kommt das aber gar nicht gut an. "Da werden Existenzen vernichtet" schimpft Norbert Scheller über die "Platzfetischisten". Von "Geldverschwendung" spricht er, ebenso wie Gabriele Gries von der Schmuck-Galerie nebenan. "Das ist einfach nicht nötig", sagt sie. Und Bernhard Schäffer serviert statt Pralinen Vorschläge: Ein satter Grünschnitt und Platzpflege reichen aus. "Da müssen keine Steuergelder verschleudert werden."

Nicht zuletzt wegen der Platzpläne hat sich die Initiative Kirchviertel gebildet, die als Interessensvertretung für derzeit 26 Geschäftsleute rund um den Platz auftritt, erklärtermaßen etwas bewegen will "statt zu nörgeln", aber sich auch, man hört es heraus, gegen die 1a-Lage Bahnhofstraße behaupten will.

Der Vorsitzende, "Rosen"-Apotheker Matthias Kollmann: "Bevor man abreißt und zuschüttet, sollte man überlegen, ob der Aufwand nicht geringer sein kann". In Arbeitskreisen tüftelt die Initiative an eigenen Ideen. "Wir arbeiten an einem Gegenentwurf", so König-City-Gastronom Achim Kaufmann. Bei einer möglichen Kostensumme von 14 Mio Euro schüttelt er nur den Kopf.

Die eigenen Ideen gehen davon aus, dass man gewünschte freie Sicht auch erhält, wenn man wucherndes Grün radikal zurückschneidet, hinter dem sich die "sozialen Randgruppen" auch nicht mehr verstecken oder niederlassen können. Statt weniger Pavillons könnte sich Alfred Kuczenski sogar noch mehr vorstellen, um den Platz zusätzlich mit Geschäften zu beleben. "Das ist doch eigentlich ein schönes Viertel hier", sagt er. Freie Sicht nach den Stadtplänen bedeuten für den Interessenskreis eher "Ödnis der Weite". 4000 Unterschriften hat die Initiative schon gesammelt. Es sollen noch mehr werden.




04.10.2007 Von Oliver Schmeer
Fand ich als vergleichend lesenswert für hier

text von

http://www.citycrimecontrol.net/texte/dickicht.html

Drei Wochen vor Eröffnung des Ausstellungsprojekts mähten Gartenbauamt und Entsorgungsbetriebe auf Geheiß des Innensenators van Nispen das Dickicht nieder und zerschredderte hunderte Bäume und Büsche zu 40 Kubikmeter "Grünmasse": Torkelnde Junkies und Obdachlose störten den Straßenverkehr, "Wildwuchs" sei "nach der Bremer Baumschutzverordnung nicht geschützt", Belange der öffentlichen Ordnung hätten Vorrang. Das Abräumen von Behausungen und Aufenthaltsräumen im Rembertikreisel gilt hingegen nicht als Wohnraumabriß.(6) Vorab ließ die Stadtverwaltung fünf Schilder aufstellen: "Zelten verboten Amt für Straßen und Brückenbau". Nach einer Idee von Marlene McCarty wurden diese Tafeln jedoch schon bald gegen "Die Hosen runterlassen! Amt für Straßen und Brückenbau" ausgewechselt. Danach wurden spontan die alten Schilder mit Sekundenkleber an die Fassaden von Gartenbauamt, Innensenat und den abgezäunten Spielplatz befestigt.
Die Mehrzahl der beteiligten KünstlerInnen beharrte trotz dieser Zuspitzung weiterhin auf ihrem einmal entwickelten Konzept (7) und legten ihre nunmehr gänzlich disfunktionalen Objekte (Laterne, Decke, Feuerstelle, mit Steinen aufgefüllte Kartoffelsäcke) auf dem inzwischen abgeholzten Platz ab. Andere wurden wie im Falle der Fotografin Singe Kremer, zugleich Mitarbeiterin eines Drogenprojekts kurzfristig hinzugeladen.(8) BüroBert und minimal club hatten schon vor dem Kahlschlag entschieden, sich nicht auf dem Kreisel zu exponieren. Wo bislang ein Trampelpfad den Weg zwischen den Quartiern verkürzte, hatten unserer Vorstellung nach herumschweifende Ausstellungstouristen nichts zu suchen. Stattdessen fügten wir einer vom Etat bestimmten Teilauflage der dem grünen Milieu nahestehenden taz bremen vom 4. 12. 1993 eine Beilage bei: ‚was fehlt z.B. Rembertikreisel'. Die vierseitige Drucksache sollte Entwicklung und Situation eines umstrittenen Terrains sowie die Eskalation der Stadtpolitik fassen. (9)

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