Sisyphos Tag und Nacht - Polizeialltag - Gefährliches GE?

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Lorbass43
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Beitrag von Lorbass43 »

Ist doch schön, dass unsere Polizei auch endlich bunt und vielfältig wird!


@Minchen, das ist der Strukturwandel innet Revier

Wenn ich länger darüber nachdenke ist der Drops schon längst gelutscht.

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Benzin-Depot
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Beitrag von Benzin-Depot »

Minchen hat geschrieben:Ist doch schön, dass unsere Polizei auch endlich bunt und vielfältig wird! :D
Können Gene hassen?
Fremdenfeindlichkeit scheint unausrottbar zu sein. Manche vermuten, sie sei uns angeboren.
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kleinegemeine01
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Beitrag von kleinegemeine01 »

Benzi, was haben Gene mit ner ganz normalen Aktion gegen Menschen mit krimineller Energie zu tun?
ok, ne ganz normale Aktion war dies nicht, immerhin soll diese ja historische Ausmasse haben
am Ende jedoch war es einfach nur Polizeiarbeit as usual - war früher auch nicht anders, wenn man kriminellen Dingen nachgeht - egal welcher Herkunft - muß man damit rechnen erwischt zu werden.

Ich stelle mir gerade vor, der H. aus GE, der inne frühen Jahre der 80er des vergangenen Jahrhunderts mit Drogen dealte. Er wäre nie auf die Idee gekommen, dat Fremdenfeindlichkeit hinter seiner Verhaftung bestand.

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Lorbass43
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Beitrag von Lorbass43 »

Benzi, was haben Gene mit ner ganz normalen Aktion gegen Menschen mit krimineller Energie zu tun?
@ kg1
manchesmall bisse richtich gut.

Der Marsch durch die Institutionen ist keine linke Domäne. Doch Clans und ihre Machenschaften, welch glückliche Fügung, soll es nicht in Gelsenkirchen geben.

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kleinegemeine01
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Beitrag von kleinegemeine01 »

ich möchte gar nicht richtig gut sein - ich möchte unsere Erde im Einklang sehen mit allen Menschen mit Augenmerk darauf: wir haben nur unsere Erde - der Mars ist fern - lasst uns zusehen, daß wir unsere Erde schützen
unser Planet is dat geilste wattet gibt

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Benzin-Depot
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Beitrag von Benzin-Depot »

kleinegemeine01 hat geschrieben:Benzi, was haben Gene mit ner ganz normalen Aktion gegen Menschen mit krimineller Energie zu tun?[...]
nicht das geringste, die Aktion war voll in Ordnung. Deswegen hab ich auch die Bemerkung von Minchen zitiert,
Minchen hat geschrieben:Ist doch schön, dass unsere Polizei auch endlich bunt und vielfältig wird! :D
welche die Festnahme eines Polizeianwärters mit Migrationshintergrund in Zusammenhang mit Begriffen wie "bunt und vielfältig" gebracht hat, die u.a. gewöhnlich für ein friedliches Multikulti werben und auch auf der Seite der Stadt Gelsenkirchen so eingesetzt werden :
Stadt Gelsenkichen hat geschrieben:Rund 258.000 Menschen machen die Stadt bunt, vielfältig, bisweilen vermeintlich widersprüchlich. [...]Für sie alle ist in Gelsenkirchen Platz, was sie alle gemeinsam haben ist ihre Heimat: Gelsenkirchen.

Ein Blick auf die Klingelschilder der Stadt zeigt: Gelsenkirchen ist multikulturell. Menschen, die gekommen waren, um hier einen Arbeitsplatz zu finden, haben in Gelsenkirchen ihre Heimat gefunden. In der Stadt leben Menschen aus über 130 Nationen friedlich zusammen. Die Wlochalskis mit den Ünals, die Müllers mit den Omolaras.
Rund ein Fünftel der Menschen in Gelsenkirchen hat einen Migrationshintergrund. Mit ihrer Musik, ihrer Religion, ihren Sitten und Gebräuchen und natürlich kulinarisch sind sie Teil des bunten Gelsenkirchen. [...]
https://www.gelsenkirchen.de/de/stadtpr ... index.aspx

Und ich habe mich gefragt, woher kommt Minchens ständig geäußerte Abneigung gegen alles Fremde. In dem verlinkten Artikel wird der Frage nachgegangen, ob die Angst vor dem Fremden dem Menschen genetisch mitgegeben ist.
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Emscherbruch
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Beitrag von Emscherbruch »

Benzin-Depot hat geschrieben:In dem Artikel wird der Frage nachgegangen, ob die Angst vor dem Fremden dem Menschen genetisch mitgegeben ist.
Ein spannendes Thema, das bislang eher selten in den Medien so dargestellt wird, dass die Komplexität deutlich wird. Psyche und Genetik haben nämlich mehr miteinander zu tun, als man früher wusste. Als absoluter Genetik-Laie kam ich vor wenigen Jahren zufällig auf einer Fachtagung mit dem Thema in Kontakt, weil ich mich im Raum geirrt hatte. Wie der Zufall so spielt, bin ich gestern auf meine Notizen von damals gestoßen und wollte sie heute Nachmittag eigentlich schon durch den Reißwolf schicken. - Dann kam Benzi. :D

Ich hoffe, nicht alle zu langweilen. Man kann ja auch weiterscrollen.




Der Zeit-Artikel stammt aus dem Jahr 1989 und ist damit 30 Jahre alt. Man könnte auch sagen, er basiert auf einem stark veralteten Stand einer Wissenschaftsdisziplin, die zu den derzeit dynamischsten überhaupt zählt, nämlich der Genetik.

Die Vorstellungen über Genetik haben sich nach dem 1990 gestarteten "Human Genome Project" und seinem Abschluss im Jahr 2003 stark gewandelt. Es stellte sich nämlich heraus, dass viele wissenschaftlichen Grundannahmen und Vorstellungsmodelle im Bezug auf die Bedeutung und Funktion der menschlichen Gene in den 1980ern und 1990ern falsch waren. So konnte man z.B. lediglich einen geringen Teil (2%) der identifizierten Abschnitte direkt speziellen Körperfunktionen oder -merkmalen zuordnen. Einzelne Forscher meinten damals sogar, das Allermeiste in den menschlichen Genen sei "Müll", der zu nichts nutze sei. Man war angetreten, um den kompletten Menschen zu entschlüsseln und wusste am Ende, dass man nur ganz wenig Konkretes weiß.

Dann entdeckte man, dass einzelne Abschnitte in der DNA eines Menschen im Laufe seines Lebens in Folge von Umwelteinflüssen "ein- und ausgeschaltet" werden können. Der Abschnitt ist also nicht "defekt" aufgrund einer Schädigung des Erbguts, sondern kann wie durch einen Schalter aktiviert bzw. deaktiviert werden. Man hatte etwas zur Genetik "dazu" entdeckt, was Einfluss auf die Wirksamkeit der DNA hatte. Auf diese Weise wird z.B. in neuerer Zeit das plötzliche Auftreten von Allergien oder auch bestimmter Krebsarten erklärt. In der Medizin und Pharmakologie sucht man nach chemischen Verbindungen (Medikamenten), um bestimmte Schalter umlegen zu können, wenn in Studien viele Patienten mit denselben Krankheitssymptomen und denselben "ausgeschalteten" Abschnitten in ihrer DNA gefunden werden. Aber nicht nur durch Chemie ("gesundes bzw. ungesundes" Essen, Medikamente etc.) können diese Schalter betätigt werden. Es gibt offensichtlich auch psychische Einflussfaktoren, die Auswirkungen auf diese "Schalter" haben können. Nähe, Zuneigung, Lob und eine positive Lebenseinstellung bewirken manchmal mehr als Medikamente. Stress, Druck und kaputte Beziehungen machen selbst aus einem besternährten Sportler einen kranken Menschen. Hier hoffen Neurologen und Psychiater auf weitere Erkenntnisse aus der sogenannten "Epigenetik", um z. B. Depressionen oder Aufmerksamkeitsstörungen behandeln zu können. Wenn man die zugehörigen "Schalter" kennen würde, könnte man erforschen, wie man diese gezielt ansprechen und wieder umlegen kann.

Durch diese Entdeckungen in den letzten Jahren bekam das relativ neue Fachgebiet der Epigenetik eine größere Bedeutung. Es beschäftigt sich mit der Aktivierung und Deaktivierung von Abschnitten in der DNA und mit der Weitergabe dieser "Schalterstellungen" an die Kindergeneration. Es wird mittlerweile angenommen, dass alle Persönlichkeitsmerkmale irgendwo zu finden sein müssten und geänderte "Schalterstellungen" durch Umwelteinflüsse in der DNA im Laufe eines Lebens zu einem veränderten menschlichen Verhalten führen - und umgekehrt, verändertes Verhalten zu anderen "Schalterstellungen"! Man kann in wissenschaftlichen Publikationen lesen, dass die bislang weitgehend nicht zugeordneten 98% des menschlichen Erbguts wahrscheinlich epigenetische Funktionen erfüllen und sich bei jedem individuellen Menschen mit all seinen Prägungen, Überzeugungen und Erlebnissen ständig epigenitische Veränderungen in seinem Erbgut ereignen. Umwelt und menschliches Erbgut seien also ständig in Wechselwirkung miteinander.

Und schließlich deutet vieles darauf hin, dass Persönlichkeitsmerkmale durch epigenetische Prozesse an die Nachkommen weitergegeben werden. Bestimmte "Schalterstellungen" führen dazu, dass ein Mensch das Grundtemperament von Vater oder Mutter erbt. Der Charakter eines Menschen bzw. bestimmte Verhaltensmuster wären damit ebenfalls als Information in der DNA und den "Schalterstellungen" zu finden. Ändert sich eine Persönlichkeit durch einschneidende Lebensumstände, so wird auch diese Information in Form von aktivierten oder deaktivierten Abschnitten in der DNA abgelegt und kann weitervererbt werden. Einige Forscher erklären auf diese Weise z.B. Kriegstraumata in der Enkelgeneration: Nachfahren der Menschen, die den 1. und 2. Weltkrieg erlebt haben, bilden manchmal Ängste aus, die nicht aus ihrem Erfahrungshorizont stammen können, sondern eindeutig aus den Kriegserlebnissen der Großeltern oder Eltern stammen. Dies ist bislang ein großes Rätsel gewesen, das einige Wissenschaftler früher als esoterischen Quatsch abgetan hatten. Nun bietet die Epigenetik eine wissenschaftliche Deutungsmöglichkeit dieser Phänomene.

Was man vor 30 Jahren in Unkenntnis all dieser Zusammenhänge in der Presse geschrieben hat, kann man darum aus heutiger Sicht nicht mehr als den Stand der Wissenschaft bezeichnen und sollte es auch nicht mehr zitieren, finde ich. "Biologismus" und "Kulturismus" (so stellt der Autor des Artikels die Meinungspole ja bewusst gegenüber) hängen vermutlich stärker zusammen und beeinflussen sich gegenseitig mehr, als man sich das aufgrund der zum Glück überwundenen Rassenlehre des 3. Reichs - die eine unveränderbare hierachchische Ordnung von herrschenden Übermenschen und beherrschten Untermenschen erschaffen wollte - damals vor 30 Jahren vorstellen konnte - und wollte.

Der Begriff "angeboren" war vor 30 Jahren nicht selten eher philosophisch gemeint, da man keine konkrete Vorstellung davon hatte, wo die Individualität eines Lebewesens "abgespeichert" und die Persönlichkeit eines Menschen zu finden sei. Man sprach darum über Jahrtausende von dem Herzen als dem Ort, an dem die Persönlichkeit eines Menschen zu finden sei, was natürlich auch nur ein Bild, eine Metapher für etwas nicht Beschreibbares war. Oder man verwendete vollkommen abstrakte Begriffe wie "Seele". Das Stoffliche wurde möglicherweise unterschätzt.

Noch anders ausgedrückt: Vor 30 Jahren nahm man an, dass die DNA eine Art Computerprogramm ist, das bei jedem Menschen die Körperfunktionen steuert und alle körperlichen Merkmale und Funktionen definiert. Nachfahren könnten Teile dieser Informationen erben und Mutationen könnten zu Fehlfunktionen (z.B. Krankheiten) bei ihnen führen.

Heute hat man eher die Vorstellung, dass dieses Computerprogramm nur einen winzigen Teil des Menschen bestimmt. Der weitaus größere Teil, nämlich 98% der Gene, fungiert als Speicherplatz in Form von Schalterkombinationen, deren Stellungen sich ständig ändern, dadurch Informationen ablegen und auf diese Weise auch das Verhalten und die Psyche eines Menschen abbilden. In dieser Vorstellung wäre die Angst vor dem Fremden ein epigenetischer Vorgang, der tatsächlich an nachfolgende Generationen vererbt werden kann.

Die Angst vor dem Fremden wäre dabei aber kein unveränderliches Schicksal. Im Gegenteil. Die Epigentik geht davon aus, dass sich eine Änderung der Überzeugungen eines Menschen in Form von geänderten "Schalterstellungen" in der DNA finden lassen sollte und dass nachfolgende Generationen eine "vom Opa überwundene Angst" darum nicht vererbt bekommen. Dies ist übrigens auch die epigenetische Erklärung dafür, warum sich Tiere vom Menschen haben domestizieren lassen (die Angst vor dem Menschen einmalig überwunden haben) und nach Jahrhunderten so große Unterschiede zwischen Haustieren und ihren auch heute noch lebenden Vorfahren bestehen. Die Hundezucht gilt als Musterbeispiel, da ja auch Wesensmerkmale und unterschiedliches Verhalten der Hunderassen herausgebildet und weitervererbt werden.

Der Titel des Zeit-Artikels aus dem letzten Jahrtausend "Können Gene hassen?" ist vom Autor sicherlich eine bewusst gewählte Provokation, um den Leser zum Denken zu bewegen. Gene können nicht hassen, sondern nur der immer noch weitgehend unerforscht komplexe Mensch kann das, wenn er es zulässt. Dass Hass auf etwas Konkretes jedoch unter Umständen "vererbar" sein könnte, scheint heute zumindest im Bereich des Möglichen zu liegen, wenn man die Blickrichtung der Epigenetik einnimmt.



Für Interessierte ein paar Quellen.
Epigenetik
Epigenetik: Sind Traumata vererbbar?
Epigenetik und Krebs: Vom Ein- und Ausschalten der Gene
Stell dir vor, es geht und keiner kriegt's hin.

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Benzin-Depot
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Beitrag von Benzin-Depot »

@Emschi: Dankeschön für Deine Vertiefungen :up:

ich finde es übrigens faszinierend, was man so alles mitnimmt, nur weil man sich zufällig im Raum geirrt hat.
Über Zufälle hatte mal ein gewisser Herr Jung eigene Theorien entwickelt :P
das ist aber auch schon gaanz lange her
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Mechtenbergkraxler
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Beitrag von Mechtenbergkraxler »

Benzin-Depot hat geschrieben:
Und ich habe mich gefragt, woher kommt Minchens ständig geäußerte Abneigung gegen alles Fremde. In dem verlinkten Artikel wird der Frage nachgegangen, ob die Angst vor dem Fremden dem Menschen genetisch mitgegeben ist.
Tja Benzi, das ist mir bei einer Handvoll User öfter schon mal aufgefallen. Nicht die kriminelle Tat ist interessant, sondern der Täter. Wenn sich Horden testosterongesteuerter junger Männer z.B. auf dem Bahnhof Wattenscheid aufstellen, um einen Zug mit gegnerischen Fußballfans zu kapern und diese zu verprügeln, so ist das keinerlei Aufregung wert. Warum auch? Es sind überwiegend Biodeutsche, und wenn Biodeutsche Prügeltouren machen, so ist das als Bestandteil der deutschen Leitkultur (Merz lässt grüßen) und Ausweis echter Männlichkeit zu sehen. Sticht ein Maulwurf Informationen an irgendein polizeiliches Zielobjekt durch, wird das hingenommen, sofern der Informant Björn oder Malte heißt; wehe, er heißt Ali oder Omar.

Ich bin da – aller Epigenetik zum Trotz (Gruß an Emschi) – ziemlich einfach gestrickt: Kriminelle gehören abschreckend bestraft; Arbeitsscheuen gehört öffentliches (u.a. von der Aldi-Verkäuferin gezahltes) Steuergeld entzogen und schwachsinnige, oftmals pseudoreligiöse Riten (wie das hypertrophe Beschwören von Familienehre und das machotypische Verweigern von Respekt Frauen gegenüber) gehören nachhaltig sanktioniert, ggf. hilft sogar mal Bildung und Aufklärung dabei. Und alle diese Eigenschaften sind nicht an Volkstümer gebunden, sondern sind eine individuelle Charaktereigenschaft.

Denjenigen übrigens, die meinen, „biodeutsch“ sei eine angeborene oder gar klar definierte Eigenschaft, sei mal ein DNA-Test empfohlen. Die werden staunen, wie viele Völkerschaften sich da im Erbgut verewigt haben. Dabei ist es doch ganz einfach: Anständiges Benehmen ist pigmentunabhängig, kann aber bei Bedarf jedem Menschen beigebracht werden - mit unterschiedlichen Methoden.

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Emscherbruch
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Das Leben ist eine Pralinenschachtel...

Beitrag von Emscherbruch »

Benzin-Depot hat geschrieben:@Emschi: Dankeschön für Deine Vertiefungen :up:

ich finde es übrigens faszinierend, was man so alles mitnimmt, nur weil man sich zufällig im Raum geirrt hat.
... und einem didaktisch hervorragend gestalteten Vortrag beiwohnen durfte, dem ein außergewöhnliches Script zugrunde lag, welches jeder Zuhörer am Anfang bekam in Form eines DIN A 3 Faltblattes.

Bild
(Ist urheberrechtlich geschützt, deshalb hier nur klein dargestellt.)

5 Minuten Drübergucken und nach gut 2 Jahren war der 90minütige Vortrag wieder präsent. :o
Stell dir vor, es geht und keiner kriegt's hin.

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Pedda Gogik
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Beitrag von Pedda Gogik »

Mechtenbergkraxler hat geschrieben:Denjenigen übrigens, die meinen, „biodeutsch“ sei eine angeborene oder gar klar definierte Eigenschaft, sei mal ein DNA-Test empfohlen. Die werden staunen, wie viele Völkerschaften sich da im Erbgut verewigt haben. Dabei ist es doch ganz einfach: Anständiges Benehmen ist pigmentunabhängig, kann aber bei Bedarf jedem Menschen beigebracht werden - mit unterschiedlichen Methoden.

MK
:up:

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kleinegemeine01
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Beitrag von kleinegemeine01 »

Ich weiß nichts von Genen, ich kenne nur mein Leben. Als Kröte aufgewachsen mit Vorurteilen, beigebracht bekommen von den Eltern, Erwachsenen oder von Freunden die schon mit den Vorurteilen deren Eltern geimpft waren. Vorurteile waren ein normaler Gegenstand meines Denkens und durchaus aussagekräftig, weil legitim in meinem kleinen Gehirn damals.
Es war nicht Bestandteil meines Lebens daran etwas zu ändern.
Doch ich war und bin eine Gelsenratte und iwann fing ich an neugierig zu werden. Ich trieb mich überall rum und kam mit allet in Kontakt wattet so gab.
Nach und nach verlernte ich meine Vorurteile.
Nach und nach bekomme ich unabhängig von meinen verflossenen Vorurteilen aber nen Hals.
Auf sehr viele Menschen.
Ich hege Vorurteile gegen Mütter, die statt sich um ihr Kind zu kümmern inne Bahn lieber smartphone glotzen. Ich habe Vorurteile gegen Politiker jeder Partei, die sicherlich nur wegen Knete ihrem Job nachgehen, aber nie Arbeitsschuhe anhatten und sich dennoch wagen etwas zu sagen.
Ich bin noch nicht fertig, aber ich habe Hunger. Ich koche nun etwas. Vllt. später mehr.

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Heinz H.
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Beitrag von Heinz H. »

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Minchen
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Beitrag von Minchen »

Benzin-Depot hat geschrieben:
Minchen hat geschrieben:Ist doch schön, dass unsere Polizei auch endlich bunt und vielfältig wird! :D
Können Gene hassen?
Fremdenfeindlichkeit scheint unausrottbar zu sein. Manche vermuten, sie sei uns angeboren.
Upps, paar Tage nicht geguckt, und schon gibt es zahlreiche Antworten auf eine spöttische Bemerkung.
Und der liebe Benzi bildet sich eine schöne Meinung über mich ein, und alsbald wird darüber spekuliert, ob ich (ich beziehe das jetzt mal auf mich) ein Opfer meiner Gene sei. :P

Zunächst einmal:
a) ich darf so fremdenfeindlich sein wie ich möchte.
b) ich bin gar nicht fremdenfeindlich.


Natürlich bin ich ein Produkt meiner Gene. Phänotypisch komme ich äußerlich nach meiner Mutter, innerlich nach meinem Vater.

Ich hatte kürzlich die Gelegenheit, meine Vorfahren bis zum Jahre 100.000 v.Chr. zurückzuverfolgen. :wink:

Zu meiner nicht geringen Verwunderung stamme ich in direkter und ununterbrochener Linie von Leuten ab, die es ausnahmslos geschafft haben, wenigstens ein fittes Kind bis zur Geschlechtsreife durchzubringen. Jeder einzelne dieser Eltern war so schlau, seinem Kind zu vermitteln, dass es nicht alleine in den Wald gehen soll (denn da sind die Monster!), und jedes einzelne Kind war so schlau, auf seine Mama zu hören. Kein einziges Individuum ist zutraulich auf den Wolf zugetappst, nicht auf den Säbelzahntiger und nicht auf den Höhlenlöwen. So haben sie zwar nicht nach den weisen Worten des Herrn Bedford-Strohm gehandelt (anlässlich Sophias Beerdigung), aber sie waren immerhin in der Lage, ihre Gene in die nächste Generation zu retten, und zwar ausnahmslos.
Und diese meine Gene, die momentan meinen Körper nutzen, wenn man das so sagen kann, haben die Äonen überdauert. Tatsächlich sind sie ja nicht seit 100.000 Jahren in Körpern unterwegs, sondern gehen direkt auf die Urzelle zurück.
Sogenannte "Fremdenfeindlichkeit", die momentan, in dem kurzen Zeitraum, den wir erleben, total verpönt ist, hat deshalb natürlich ihre absolute Berechtigung. Man kann sie auch als Vorsicht oder Zurückhaltung gegenüber anderen, fremden Menschen bezeichnen, aber das klingt eben nicht so eklig, sondern so normal. Auf jeden Fall nichts, worüber man sich zu empören hat, wenn man sich im Besitz der Deutungshoheit glaubt.
Da auch ich es geschafft habe, meine Gene in die nächste Generation zu schicken, muss ich mich für heute leider verabschieden und mich um die kleinen Phänotypen kümmern.
Kassandra war doch eine furchtbare Populistin.

Das ist die Seuche unserer Zeit: Verrückte führen Blinde.
(Shakespeare, König Lear)

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Emscherbruch
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Beitrag von Emscherbruch »

Reisende und Beamte aggressiv angegangen - Bundespolizei führt Schwerpunktkontrollen am Hauptbahnhof in Gelsenkirchen durch
https://www.nrw-aktuell.tv/2019/01/reis ... v.html?m=1
Stell dir vor, es geht und keiner kriegt's hin.

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