St. Mariä Himmelfahrt - Kirchenschließung in Rotthausen

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von waldbröl
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Beitrag von von waldbröl »

Ich habe in den 60er Jahren zweimal mehrere Wochen in Rotthausen im Krankenhaus gelegen, direkt neben der Kirche . Es war war schon nervig wenn die Glocken jeden Tag zu allen möglichen Zeiten gebimmelt haben. Jetzt ist ja da glaub ich ein Alten- oder Pflegeheim. Auch nicht so prickelnd wenn da immer geläutet wird.

Wolle

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RotthauserJung
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Beitrag von RotthauserJung »

So so, Glockengeläut ist also *Lärm*

So langsam krieg ich echt zuviel, Hinz und Kunz beschwert sich über Kindergeschrei im Kindergarten, Fröschequaken im Nachbargarten, Züge die in zig Metern Entfernung vorbeifahren usw. , klagen diese *Genervten* dann auch noch vor Gericht bekommen sie meist noch Recht...Wahrscheinlich sind es dann genau die, die im Winter morgens das Auto beim Eiskratzen schön laufenlassen.......

Was war früher eigentlich mit der DELOG? Ich kann mir kaum vorstellen das es da so ruhig war wie heute.....Aber Hauptsache das Läuten der Kirchenglocken, das nur einigemale am Tag zu hören war/ist, ist ja soooo nervig......


Kopfschüttelnde Grüße
Früher war (fast) alles schöner

von waldbröl
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Beitrag von von waldbröl »

Upps :oops: Ich wollte hier nicht polemisieren, sondern nur mein Empfinden von damals ausdrücken.

Wolle

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Neustädter
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Beitrag von Neustädter »

von waldbröl hat geschrieben:Ich habe in den 60er Jahren zweimal mehrere Wochen in Rotthausen im Krankenhaus gelegen, direkt neben der Kirche . Es war war schon nervig wenn die Glocken jeden Tag zu allen möglichen Zeiten gebimmelt haben. Jetzt ist ja da glaub ich ein Alten- oder Pflegeheim. Auch nicht so prickelnd wenn da immer geläutet wird.

Wolle
(Hervorhebung von mir)

Es gibt für alle Kirchen eine Läuteordnung und auch kath. Kirchen läuten nur vor dem Beginn von Gottesdiensten (werktäglich vermutlich eine, zwei Messen), Andachten, (werktäglich vermutlich keine) sowie morgens um 07:00, mittags um 12:00 zum Angelus und abends um 18:00 zum Tagesausklang.
Das volle Geläut (bei der Propstei = 6 Glocken, sonst meist 4 Glocken) wird nur an kirchlichen Hochfesten sowie bei ganz besonderen Ereignissen (z.B. Erstkommunion) genutzt, ansonsten läuten zwischen 1 - 4 Glocken, je nach Anlaß.

Fazit:
An Werktagen hält sich das "Bimmeln" in Grenzen, an Sonntagen ist es natürlich öfter. Ob sich die Bewohner des Alten- und Pflegeheims dadurch gestört fühlen, ist fraglich und sollte nicht pauschal unterstellt werden. Andere - auch mich - stört das Läuten der Kirchenglocken nicht, sondern es zeigt den Tagesablauf - wie auch der zeitliche Glockenschlag, der alle 15 min. erfolgt. Könnte dies bei älteren Menschen nicht auch der Fall sein?

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iwi
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Kirchenschließung in Rotthausen

Beitrag von iwi »

Das WDR Fernsehen war am 24.02.2011 gegen 16.00 Uhr an der Kirche und
hat Filmaufnahmen und Interviews gemacht.
Die Sendung wird morgen, am 02.03.2011 ab 19.30 Uhr innerhalb der Sendung
Lokalzeit unter "Lokalzeit bitte kommen" ausgestrahlt.

glückauf
iwi
Was Du nicht willst was man Dir tu', das füg auch keinem anderen zu.
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Mechtenbergkraxler
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Beitrag von Mechtenbergkraxler »

Wie sieht so eine stillgelegte Kirche nach solcher Zeit von innen aus? Wurde die Orgel ausgebaut? Die Bänke rausgenommen? Die Heiligenfiguren an den Wänden? Gab es schon Vandalismus? Von außen sieht alles sehr traurig aus, auch wenn ich nicht nur gute Erinnerungen an Mariä-Himmelfahrt habe: Wenn der Kirchenschweizer einen am Ohr zum "Time-Out" vor die Tür geschickt hatte (was gar nicht so übel war, aber zu Stress mit Müttern führen konnte) oder Pfarrer Lange im Kirchenblättchen lang und breit gegen Langhaarige und Sozis herzog. So ist das nun mal mit dem vielzitierten Bodenpersonal. Also Frage: War einer von Euch schon mal wieder in dem Gebäude drin?

MK
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Mechtenbergkraxler
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Fotos vom letzten Tag

Beitrag von Mechtenbergkraxler »

Hab´ beim Aufräumen ein paar Fotos gefunden, aufgenommen nach dem Abschiedsgottesdienst in der Rotthauser St. Mariä-Himmelfahrt Kirche im Jahr 2007. Auch wenn die Qualität nicht gerade Spitze ist, dürften doch die alten Himmelfahrter einiges wiedererkennen: Blick zum Altar auf das zu Entdeckungsreisen mit den Augen einladende Mosaik des Schöpfers mit einer sehr dominanten Maria in der Mitte, dazu die vier Wesen der Apokalypse, allerlei – von uns Kindern als Gespenster gedeutete – Begleitfiguren, zwölf Apostel, und im unteren Teil eine spätere Ergänzung ebenfalls mit Symbolen aus der Offenbarung. Das nächste Foto zeigt eine Abendmahlsszene, die früher in die Kommunionbank eingelassen war und später ihren Platz an den Seitenwänden des Chorraums fand. Der Blick geht danach auf den Vorplatz, auf dem die drei Paderborner Hasen die Erinnerung an das ursprüngliche Mutterbistum Paderborn wachhalten („Der Ohren wie der Hasen drei, und doch hat jeder Hase zwei.“). Zum Schluss noch einmal ein Blick auf den Turm.
(Jetzt sollen eigentlich die Fotos kommen, aber das Upload funktioniert wohl heute morgen nicht. Ich versuche es gleich noch mal) :roll:
Auch wenn die Düppeler schon seit den 50er Jahren erst ihre Notkirche und dann die St. Barbara-Kirche hatten, blieb für die Älteren immer noch St. Mariä-Himmelfahrt eine Art geistlicher Bezugspunkt, wo man auch gelegentlich mal etwas nostalgisch die Messe besuchte. Dass die Kirchenverwaltung in den letzten Jahren alles daran gesetzt hat, das Gebäude vorsätzlich verfallen zu lassen, ist ein trauriger Schlusspunkt unter die Geschichte. Da strömte ungehindert Regenwasser die Wände hinunter, und erst auf hartnäckiges Insistieren hin von Rotthausern konnten die Finanzverwalter der Zentralgemeinde dazu gebracht werden, hier wenigstens provisorische Abhilfe zu schaffen. Es ist schon erstaunlich, dass die römische Kirchenverwaltung hartnäckig längst untergegangene Bistümer in Nordafrika oder sonstwo als dauerhaft existent betrachtet und ihren Weihbischöfen den Titel eines solchen Bistums verleiht, auf der anderen Seite sich aber mal eben locker von gewachsenen Kirchen und Gemeinden trennt.

MK
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Mechtenbergkraxler
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..und jetzt die Fotos

Beitrag von Mechtenbergkraxler »

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surfdonald
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Beitrag von surfdonald »

Mechtenbergkraxler hat geschrieben:Wie sieht so eine stillgelegte Kirche nach solcher Zeit von innen aus? Wurde die Orgel ausgebaut? Die Bänke rausgenommen? Die Heiligenfiguren an den Wänden? Gab es schon Vandalismus? Von außen sieht alles sehr traurig aus, auch wenn ich nicht nur gute Erinnerungen an Mariä-Himmelfahrt habe: Wenn der Kirchenschweizer einen am Ohr zum "Time-Out" vor die Tür geschickt hatte (was gar nicht so übel war, aber zu Stress mit Müttern führen konnte) oder Pfarrer Lange im Kirchenblättchen lang und breit gegen Langhaarige und Sozis herzog. So ist das nun mal mit dem vielzitierten Bodenpersonal. Also Frage: War einer von Euch schon mal wieder in dem Gebäude drin?

MK


nach meiner kommunion 62 habe ich immer mittel und wege gesucht, dort nicht reinzugehen,
wobei ich nicht der einzige war mit diesen beweggründen.
es war ein kampf *bodenpersonal gegen nichtwillige schüler*.
ob der herr mit u.a. vikar müller einen schlagkräftigen stellvertreter eingesetzt hat
oder dieser sich ohne gültige legitimation selber eingesetzt hat weiß ich nicht.
es war der kampf sinnloses draufhauen, auf nichtwillige schüler,
gegen deren intelligenz und ideenreichtum der nichtwilligen schüler.
spätestens dienstags beim religionunterricht wurde u.a. durch vikar müller
das gedächtnis und die willigkeit geprüft.
beule oder nicht beule, das war damals die wirklichkeit.
die prüfungsfragen waren vermeintlich einfach, immer gleich und doch gefährlich :
wer hat am sonntag die messe gehalten und evtl. bei ungereimtheiten als ultimative jokerfrage ....der inhalt der predigt.
wenn man es wusste, bekam man zur belohnung keinen satz ohrfeigen, :o
denn dann wurde einem glauben geschenkt, dass man der messe beigewohnt hat.

genauso wurde es mit dem auswendiglernen aus dem katechismus von dienstag auf den nächsten dienstag gehandhabt.

doch einige der früher baldigen langhaarigen bewiesen in bester 68 manier ideenreichtum.
während der jeweiligen sonntagsmesse wurde die kirche von einigen jüngeren radfahrern
heimgesucht, die kurz reinschauten und sich vergewissert haben, wer die messe hielt
und welchen inhalt die predigt hatte. wir informierten uns dann gegenseitig.

wir hatten schnell verstanden, wissen ist nicht nur macht sondern auch selbsterhalt.
so erlernten wir früh den sinn von funktionierenden netzwerken, sogar ohne internet.


upps, entschuldige mechtenbergkraxler, habe deine frage gar nicht beantwortet.

Also Frage: War einer von Euch schon mal wieder in dem Gebäude drin?

nach meiner letzten erzwungenen anwesenheit mit 11 jahren und dies war 1964,
geschah es nie wieder.

sehr viele meiner generation hat sich der kathl. kirche u.a. durch diese obigen erfahrungen abgewandt,
den eigenen kindern vorgelebt.
auch gebe es noch mehr zu berichten, das obige war es nicht allein,
darum verwundern mich diese kirchenschließungen nicht im geringsten.
nur dass die solange durchhielten, das verwundert mich schon.
es sind jetzt schon einige erfolgt und es werden noch viele weitere folgen.

auch wundert mich der erfolg der ev. kirche, u.a. rotthausen, nicht,
dort fühlte ich mich schon damals als kind/jugendlicher immer besser aufgehoben.
zweifel ist keine angenehme voraussetzung, aber gewissheit ist eine absurde

surfdonald
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Beitrag von surfdonald »

BildBild

sind zwar keine bilder , die die kirche direkt abbilden sollten,
aber etwas erkennen kann doch.
z.b. dass 1962 ein gerüst davor stand. :roll:
zweifel ist keine angenehme voraussetzung, aber gewissheit ist eine absurde

Schalkersteiger
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Beitrag von Schalkersteiger »

Letzte Woche hat mein Cousin den Strom zur Kirche abgeklemmt , mit den Worten:"Jetzt wird sie bald dem Erdboden gleich gemacht."
Also wird es in den nächsten Tagen geschehen das ein 119 Jahre altes Gebäude abgerissen wird und man hört kein Aufschrei oder Protest.
Das alte Rathaus von Gelsenkirchen wurde auch weg gesprengt und heute sieht man ein das man Fehler gemacht hat.Bild
Dieses Foto habe ich geschossen am 13.03.2013 und wenn ich es schaffe möchte ich ein Video vom Abriss drehen. Es ist Schade um ein historisches Gebäude.
Es gibt noch viel zu entdecken.

surfdonald
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Beitrag von surfdonald »

Also wird es in den nächsten Tagen geschehen das ein 119 Jahre altes Gebäude abgerissen wird und man hört kein Aufschrei oder Protest.


@ schalkersteiger,
danke für die information , aber welche proteste oder aufschreie hast du erwartet ?
alte gebäude.....
viele häuser die 1910 erbaut wurden, mit ihren teilweise schönen fassaden,
waren und sind über 100 jahre. davon werden häufig auch einige hier und überall
in deutschland dem erdboden gleich gemacht.

dieser kirchenbau ist von der*kirche * aufgegeben worden
wie ein schlechter stellungsgraben im krieg.
bestimmt wird der eigentümer hier ,voll im trend liegend, ein altenheim bauen.
die dinger laufen finanziell für deren betreiber ganz gut.

dies wird gerade in hamm heessen mit einer alten bergarbeiterkirche praktiziert,
trotz aufschreie und proteste. natürlich nicht wie stuttgart 21.
die kirche ist gerade abgerissen und es wird ein altenheim gebaut.
bringt zumindestens arbeitsplätze, ob gute oder schlechte ???

wenn es um das geldverdienen in dieser (fast) gottlosen zeit geht,
da hat die kirche mittlerweile schnell dazu gelernt, sogar ohne berührungsängste
mit der neuzeit.
zweifel ist keine angenehme voraussetzung, aber gewissheit ist eine absurde

von waldbröl
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Beitrag von von waldbröl »

Ich glaube nicht dass da ein Altenheim gebaut wird, denn direkt daneben wo das alte Krankenhaus war ist schon eines.


Wolle

surfdonald
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Beitrag von surfdonald »

von waldbröl hat geschrieben:Ich glaube nicht dass da ein Altenheim gebaut wird, denn direkt daneben wo das alte Krankenhaus war ist schon eines.
Wolle
wusste ich nicht mit dem altenheim.

war auch nur eine vermutung, dass sie es machen.
direkt gegenüber noch der park.
würde sich anbieten.
zweifel ist keine angenehme voraussetzung, aber gewissheit ist eine absurde

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Mechtenbergkraxler
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Goldene Kommunion

Beitrag von Mechtenbergkraxler »

Bin vorhin beim Suchen nach einem mutmaßlichen Abrissdatum für die Himmelfahrts-Kirche über die März-Ausgabe der Rotthauser Post gestolpert http://www.rotthausen.de/ropo0313.pdf und dort über einen Artikel, in dem ein "Klassentreffen" der besonderen Art angekündigt wird:

Bild

Treffen zum 50-jährigen Kommunion- oder Konfirmationsjubiläum haben eine alte Tradition. Auch wenn die allermeisten Teilnehmer mit Kirche wahrscheinlich wenig am Hut haben, ist es doch eine willkommene und fast schon einmalige Gelegenheit, einmal wieder Schulfreunde aus der Volksschulzeit zu sehen. Nach dem vierten oder fünften Schuljahr ging man früher auseinander, auf andere Schulen, oder - im Zuge der Zechenschließung damals - gleich in ganz andere Lande.

Ich stelle das mal hier rein, da einige Ex-Rotthauser aus diesen Jahrgängen vielleicht eher in die GGs schauen als in die RoPo. Ist übrigens ziemlich kurzfristig, habe ich aber auch vorhin erst gefunden.

MK
"Der Optimist hat nicht weniger oft unrecht als der Pessimist, aber er lebt froher." (Charlie Rivel, Clown)

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