Die fabelhafte Welt der Schrebergärten

Was so passiert, was mal passiert ist ...

Moderatoren: Redaktion-GG, Verwaltung

Lasse Redn
Beiträge: 60
Registriert: 14.07.2008, 23:07
Kontaktdaten:

Beitrag von Lasse Redn »

wilhelminer52 hat geschrieben:@ Lasse Redn

Zitat:
" Ich kenne aus eigener Erfahrung auch ganz andere Anlagen, in der z.B. Pächter mit Migrationshintergrund regelrecht gegängelt werden..."

Die Kleingärtner werden alle "gegängelt", bedingt durch die Auflagen des Bundes, des Landes oder der Gemeinde.
Was konkret meinst Du mit der Gängelung der Pächtern mit Migrationshintergrund?
Ich kenne Anlagen, da wird direkt auf dem Spielplatz gesagt,
Du bist ein Kanackenkind, hau ab o der du kriegst was auf den Kopf....

Ich werde die Anlage in der das passiert ist, jetzt nicht offen nennen,
sie ist mir aber bekannt, weil eine betroffene Familie sich an mich gewandt hat,
und sie jetzt die Anlage wechselt...
Viele Grüße
und so weiter....
Andreas

Benutzeravatar
Gartenfreund
Beiträge: 781
Registriert: 22.07.2008, 14:21
Wohnort: Beckhausen

Beitrag von Gartenfreund »

zum Thema Studie über das Kleingartenwesen:

Es handelt sich hier nicht um eine Studie im eigentlichen Sinn.
Vielmehr hat Frau Wiegand eine Diplomarbeit an der Uni Erfurt geschrieben und damit ihr Studium zum Dipl. Ing Landespflege abgeschlossen.
Viele Erkenntnisse aus dieser Arbeit fußen auf der Befragung der Vereine und der einzelnen Kleingärtner und sind deshalb mit Vorsicht zun genießen.
Bei den oft sehr häufigen Wechseln im Vorstand der Vereine darf man die Ergebnisse der Befragungen nicht überbewerten.
Nach kurzer Zeit im Amt kann nicht jeder Vorstand alles wissen und ich bezweifle mal sehr stark, dass jeder Kleingärtner den Begriff Bebauungsplan richtig deuten kann.
Die Arbeit, für die Frau Wiegand die zulässigen 3 Monate Zeit hatte, liefert dann doch so einiges an Hintergrundwissen, zum Beispiel zum Thema Altersstruktur der Kleingärtner.
Hier scheint die Welle des Generationswechsels erst noch auf die Gelsenkirchener Kleingärtner zuzukommen.
Der Artikel "Zu alt, zu teuer, zu deutsch" in der WAZ war leider nicht in allen Punkten korrekt.
Zum Thema zu teuer:
Hier ist die Ablösesumme gemeint, die gezahlt werden muss, wenn ein Kleingarten den Besitzer wechselt.
Dass diese oft sehr hoch ist und von den Bevölkerungsschichten, für die die Kleingärten ursprünglich gedacht waren, den sozial eher Schwächeren, nicht mehr aufgebracht werden kann, ist die Schuld der Kleingärtner selbst.
Die Ausstattung der Gärten wurde über die Jahrzehnte immer höher geschraubt, die Lauben immer luxuriöser errichtet und eingerichtet.
Verständlich, dass der den Garten abgebende Kleingärtner diesen finanziellen Einsatz zurück haben möchte. Er muss sich dann aber nicht wundern, wenn sich keine zahlungskräftigen Bewerber mehr melden und er oft monatelang auf sein Geld warten muss.
Mittlerweile scheint es so etwas wie eine neue Nachfragewelle bei den Kleingärten zu geben.
Vielleicht wirkt sich auch der Benzinpreis aus. Es ist doch wesentlich billiger, mal eben mit dem Fahrrad zum Garten zu fahren, als jedes Wochenende zig Kilometer mit dem Auto zum Campingplatz nach Holland.
Das Böse ist immer und überall

Benutzeravatar
pixxel
Beiträge: 578
Registriert: 29.10.2007, 14:15
Wohnort: GE-Mitte

Beitrag von pixxel »

Gartenfreund hat geschrieben:zum Thema Studie über das Kleingartenwesen:


Viele Erkenntnisse aus dieser Arbeit fußen auf der Befragung der Vereine und der einzelnen Kleingärtner und sind deshalb mit Vorsicht zun genießen.
Bei den oft sehr häufigen Wechseln im Vorstand der Vereine darf man die Ergebnisse der Befragungen nicht überbewerten.
Nach kurzer Zeit im Amt kann nicht jeder Vorstand alles wissen und ich bezweifle mal sehr stark, dass jeder Kleingärtner den Begriff Bebauungsplan richtig deuten kann.
l
Der „VORSTAND, der besagten Fragebogen auf den Tisch bekommen haben dürfte besteht satzungsgemäß schon mal aus mindestens den 4 Personen, die im Vereinsregister eingetragen sind: dem 1. Vorsitzenden, seinem Stellvertreter, Kassenwart und Schriftführer. Die Amtszeit für diese Positionen beträgt mindestens 4 Jahre. Dazu kommen noch mehrere Beisitzer, ein Fachberater, Frauen-/Jugendvertretung.

Auch wenn das eine oder andere Vorstandsmitglied in den angesprochenen 40 Vereinen wechselt, so ist doch kaum anzunehmen, dass der komplette „Vorstand“ erst auf eine so kurze Amtszeit zurückblicken könnte, als das er nicht über die Belange in „seinem“ Verein Bescheid wüsste und darüber Auskunft geben könnte. Selbst den Begriff „Bebauungsplan“ wird mittlerweile jedes Vorstandsmitglied interpretieren können.

Übrigens haben von den 40 Kleingartenanlagen lt. Frau Wiegand 3 Anlagen keine Rückmeldung gemacht.
Dass diese oft sehr hoch ist und von den Bevölkerungsschichten, für die die Kleingärten ursprünglich gedacht waren, den sozial eher Schwächeren, nicht mehr aufgebracht werden kann, ist die Schuld der Kleingärtner selbst.
Die Ausstattung der Gärten wurde über die Jahrzehnte immer höher geschraubt, die Lauben immer luxuriöser errichtet und eingerichtet.
Verständlich, dass der den Garten abgebende Kleingärtner diesen finanziellen Einsatz zurück haben möchte. Er muss sich dann aber nicht wundern, wenn sich keine zahlungskräftigen Bewerber mehr melden und er oft monatelang auf sein Geld warten muss.
Wie könnte es anders sein.... auch hier haben die Laubenpieper (wie schrieb doch hier jemand? Paragraphenreiter?) :wink: sich an Regeln zu halten:

Richtlinien für die Wertermittlung von Aufwuchs, Gartenlauben und sonstigen Einrichtungen, die auf gesetzlichen Grundlagen, dem Baugesetzbuch, Bundeskleingartengesetz und den Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches beruhen... :roll:

Nach diesen Richtlinien wird z.B. bei Gartenlauben nur der Baukörper nach Quadratmeter Grundfläche bewertet.

Nachdem der Neubauwert ermittelt wurde, folgen Abzüge für Alterswertminderung und evtl. Pflegemängel. Innenausbau sowie Inneneinrichtungen werden keinesfalls bewertet!

Wenn der scheidende Pächter eine Ablösesumme für seine goldenen Wasserhähne, oder die Blattgoldtapete haben möchte, so ist das seine rein private Angelegenheit. Die Wertermittlung für seinen Kleingarten wird diesen Luxus niemals beinhalten! Er kann alles mitnehmen und behalten. Der nachfolgende Pächter ist keineswegs verpflichtet diese Dinge zu übernehmen bzw. zu kaufen.

Er kann, muss aber nicht!!!

Ein Kleingarten wird immer über den Verein verkauft. Daher wird die in der Wertermittlung festgesetzte (und vom Stadtverband geprüfte) "Ablösesumme" dem interessierten potentiellen Nachfolger genannt.
LG pixxel

Benutzeravatar
Frank
Beiträge: 972
Registriert: 05.06.2007, 09:52
Wohnort: GE - Erle

Beitrag von Frank »

NEULICH, im Schrebergarten. Der Ballon "fuhr" so tief, dass wir uns mit den Leuten im Korb unterhalten konnten !

Bild
Zuletzt geändert von Frank am 18.08.2008, 21:54, insgesamt 1-mal geändert.
Aber in der Mitte liegt Erle ! (Werbeslogan der Erler Werbegemeinschaft aus den 70´ern)

Benutzeravatar
Gartenfreund
Beiträge: 781
Registriert: 22.07.2008, 14:21
Wohnort: Beckhausen

Beitrag von Gartenfreund »

@ pixxel:

alles richtig, kein Widerspruch! So sollte es sein. Und so ist es weit überwiegend auch.

Allerdings ist es bei den Kleingärtnern nicht anders, als beim Rest der Bevölkerung.
Wer einen Vorteil für sich sieht, wird ihn, wenn es möglich ist, auch in Anspruch nehmen.
Mir ist bekannt, dass Gärten zu Gunsten bestimmter Bewerber "abgeschätzt" wurden.
Mal zu Gunsten des Gehenden, mal gut für den Neuen.
Zum Begriff Bebauungsplan:
Auf das Thema angesprochen sagte mir ein Vorsitzender, dass dem Verein gekündigt werden solle, weil doch jetzt hier gebaut wird.
Alles wie beim Rest der Bevölkerung. :) Es gibt solche und solche.
Ich wollte keinesfalls verallgemeinern und alle in einen Sack stecken.

Gut Grün
und dass sich die Arbeit der Frau Wiegand in irgendeiner Form gelohnt hat.
Das Böse ist immer und überall

wilhelminer52
Abgemeldet

Beitrag von wilhelminer52 »

@ Gartenfreund

Wenn Dir etwas bekannt geworden ist, das nicht rechtens ist, so solltest Du auch Fakten liefern! Sonst könnte der geneigte Leser meinen, diese Praktiken wären an der Tagesordnung!!

Nochmal zum Thema "Zu teuer":

Es soll hier auch mal angemerkt werden, dass bei Übergang eines Gartens dem Neuen gewisse Auflagen gemacht werden wenn die Laube nicht den Richtwerten entspricht.
Sollte die Laube größer sein als erlaubt, muss zurückgebaut werden; kostet auch einiges.
Ganz teuer wird es, wenn dem Neuen der Abriss der alten Bude und der Bau einer Typenlaube zur Auflage gemacht wird, bei den heutigen Baustoffpreisen ist mann/frau locker schon über den in der Studie genannten 4000 Euro.

Noch eine Frage: Welchem Verein soll gekündigt werden?

Auch von mir aus:

Gut Grün

Benutzeravatar
Gartenfreund
Beiträge: 781
Registriert: 22.07.2008, 14:21
Wohnort: Beckhausen

Beitrag von Gartenfreund »

@ wilhelminer52:

es gibt keine Verpflichtung, weder gesetzlich noch von der Satzung her, eine Laube errichten zu müssen. Man kann und darf einen Kleingarten, wenn gewünscht, auch ohne Laube nutzen.
Gekündigt werden soll niemandem, auch wenn in der WAZ zum Thema Diplomarbeit etwas derartiges angedeutet wurde.
Gut Grün
Das Böse ist immer und überall

wilhelminer52
Abgemeldet

Beitrag von wilhelminer52 »

@ Gartenfreund

Wer will einen KG ohne Laube?? Glaubst Du doch selber nicht!

Gut Grün

Benutzeravatar
Frank
Beiträge: 972
Registriert: 05.06.2007, 09:52
Wohnort: GE - Erle

Beitrag von Frank »

Das Problem an der ganzen Sache ist wohl, dass die Kleingartenverordnung noch aus der Zeit von Kaiser Wilhelm stammt (Kein Scherz). Muss so um Anfang 1900 gewesen sein. Dazu kommt noch, dass die verschiedenen Stadtverbände teilweise an dieser Verordnung hängen (Deutsche Bürokratie). So werden die Kleingartenvereine nie JUNGE Nachwuchsleute bekommen. Sicher müssen bestimmte Vorschriften sein, aber Wir leben im 21´ten Jahrhundert. Wer will schon gerne seine Freizeit in einem Garten verbringen, wo Er/Sie/Es auf den Kompost scheissen muss. Dazu kommen Diverse Nicklichkeiten der Leute, die sogenannte Begehungen machen.
Aber in der Mitte liegt Erle ! (Werbeslogan der Erler Werbegemeinschaft aus den 70´ern)

Mütze
Abgemeldet

Beitrag von Mütze »

[center]Bild[/center]

Benutzeravatar
Heinz H.
Beiträge: 7817
Registriert: 17.10.2007, 16:54
Wohnort: GE-Buer

Schweizer Käse

Beitrag von Heinz H. »

Ich hab den Fred mal wieder ausgegraben,
weil ich sonst nicht weiß wohin mit meiner Frage.

BildUnser schöner Walnusbaum hat Schädlinge.

BildDie Blätter sind löcherig und angefressen.
Der Baum sieht aus wie ein Schweizer Käse.

Watt iss datt denn? :shock:
"Gelsenkirchen kann wirklich froh sein, dass es Buer hat."
Dr. Peter Paziorek

postminister
Abgemeldet

Beitrag von postminister »

Dat is die Raupe eines Schmetterlings. Die hat Hunga.
Nee , mal im Ernst. Ist völlig harmlos. Der Baum ist ansonsten schön gewachsen und völlig gesund.

Margit Kruse
Beiträge: 209
Registriert: 22.04.2007, 10:35
Wohnort: Gelsenkirchen

Beitrag von Margit Kruse »

Zehn Jahre Schrebergartenzeit haben mir gereicht. Die Nachteile überwogen, trotz des wunderschönen Gartens. Spießervorschriften, Nachbarschaftsneid, Frauengruppe, Vereinsheim, etc..... lassen mich heute noch erschaudern, wenn ich daran denke!

Heinz
Abgemeldet

Beitrag von Heinz »

In welchen Jahren war das? Hat sich da nichts geändert in den letzten 20 Jahren?

Benutzeravatar
pixxel
Beiträge: 578
Registriert: 29.10.2007, 14:15
Wohnort: GE-Mitte

Beitrag von pixxel »

Margit Kruse hat geschrieben:Zehn Jahre Schrebergartenzeit haben mir gereicht. Die Nachteile überwogen, trotz des wunderschönen Gartens. Spießervorschriften, Nachbarschaftsneid, Frauengruppe, Vereinsheim, etc..... lassen mich heute noch erschaudern, wenn ich daran denke!
oh je, Margit Kruse, das hört sich ja nicht gut an.... leider ein schlechtes Beispiel für eine gute Sache... Schade, dass du so schlechte Erfahrungen machen musstest, denn so schlimm wie du das beschreibst, kenne ich das nicht.

Es gibt es leider überall solche und solche....

- schöner Arbeitsplatz, aber die kollegen mobben
- tolle Eigentumswohnung, aber die Eigentümergemeinschaft harmoniert null
- Traumhaus, mit Nachbarschaftsstreit in Reihenhaussiedlung
- und und und

Wo viele Menschen zusammen leben, kommt man ganz ohne Regeln nicht aus, und so haben auch in Schrebergärten gewisse Regeln ihren Grund und ihre Berechtigung. Das Bundeskleingartengesetz muss beachtet werden........und jeder Verein hat zudem noch eine Vereinssatzung in denen Dinge geregelt werden, sowie eine Geschäftsordnung.... die nur den eigenen Verein betrifft. :wink:

Wie dann der Verein diese geballte Menge an Vorschriften umsetzt, liegt immer an den (ehrenamtlich tätigen) Menschen im Vorstand. Manch "Amtsinhaber" schießt da leider schon mal über das Ziel hinaus und penible Kleingarten-Mentalitätmacht hält Einzug in das Vereinsleben.

Gott sei Dank ist das nicht überall der Fall und ein Schrebergarten/Kleingarten ist wie ein Stückchen Urlaub im Alltag.

Wenn jedoch der Ärger die Freude am Kleingarten überlagert, wenn es zuviel wird mit der Regelei kann evtl. in einem anderen Verein sein Glück versuchen. :wink:

Liebe Grüße von pixxel
LG pixxel

Antworten