Kunstverein Gelsenkirchen e.V. (gegr. 1968)

Alles über die Kulturpolitik und Förderung der Kultur in Gelsenkirchen - Schmähkritik und Lobeshymnen

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Kunstverein Gelsenkirchen e.V. (gegr. 1968)

Beitrag von Verwaltung »

  • Das Gründungsjahr der Gesellschaft zur Förderung moderner Kunst eV als Vorläufer des Kunstvereins Gelsenkirchen e.V.

    Das Jahr 1968 gilt bis heute als Jahr des Umbruchs. Die Zeit war reif für Veränderungen, und das haben vor allem die Künstler gespürt. Die Situation von damals wird vortrefflich im Jahr 1993 von Matthias Pötzsch beschrieben, als eine retrospektive Ausstellung an mehreren Orten zur Kunst und Kultur des Jahres 1968 eröffnet wurde.

    Die Ausstellungsreihe begann mit einer Exposition europäischer Grafiken aus den Sammlungen der damaligen Vorsitzenden Paul Szepan und Uwe Obier im Horster Schlosskeller.

    Matthias Pötzsch :
    • Anstiftung zum Unfrieden? - Gedanken zur Ausstellung "1968 - Kunst und Kultur"

      Die Jahreszahl 1968 bezeichnet ein magisches Datum in der Geschichte der Bundesrepublik. Ein Vierteljahrhundert später gilt dies möglicherweise noch mehr als damals. Die Faszination rührt daher, dass in jenem Jahr Hoffnungen frei gesetzt wurden, die es unmöglich machten, nach dem Scheitern so mancher Reformbestrebungen in den 70er und 80er Jahren zum Status quo ante zurückzukehren. Sie rührt daher, dass bis heute die Frage nach dem, was von der 68er Bewegung langfristig blieb, nicht eindeutig beantwortet ist Und sie verdankt sich nicht zuletzt der Tatsache, dass in den Lebensläufen der damaligen Akteure die soziale Utopie auf den individuellen Prüfstand geriet.

      Niemals zuvor (und man muss leider hinzufügen: niemals nachher) haben Begriffe wie Engagement, Veränderung, Kritik und Utopie hierzulande einen solchen realen Kurswert besessen, niemals zuvor schienen die politischen Rahmenbedingungen (mit Willy Brandt als Hoffnungsträger) für den Gleichklang von Kultur und Macht so günstig.

      Solch positive Sicht auf die späten Sechzigerjahre, die sich in manchem auch dem geistig ausgedünnten Klima unserer Tage verdankt, sollte nicht den Blick dafür verstellen, dass es die gesellschaftspolitischen Utopien einer Minderheit von Studentenbewegung und APO waren, die den geistigen Kern der Reformbewegung bildeten. Deren marxistisch inspirierter Systemkritik blieb die Resonanz in der vehement umworbenen Klasse der Arbeiter und Werktätigen verwehrt, indem die auf Kundgebungen und Demos skandierten Slogans wie "Macht kaputt, was euch kaputt macht!" im Proletariat statt des Revolutionärs eher den Kleinbürger und seine Ordnungsliebe wachriefen.

      Es ist deshalb auch nicht das von den revolutionären Studenten um Rudi Dutschke erträumte Szenario einer umfassenden sozialen Umwälzung der bundesrepublikanischen Nachkriegsgesellschaft, welches unser Bild jener Jahre bestimmt hat. Es waren vor allem die großen Protestmärsche und -kundgebungen, mit denen sich die Erinnerung an 1968 verbindet. "Vietnamkrieg", "Notstandsgesetze", "Springer-Presse", "Schah-Besuch", "Einmarsch des Warschauer Pakts in die Tschechoslowakei", so lauteten einige der Anlässe, die Hunderttausende in der Republik auf die Straße und in die Konfrontation mit der Staatsmacht und ihrem Aufgebot an bewaffneten Ordnungskräften führten. Von langhaarigen Kommunarden bevölkerte Wohngemeinschaften, in denen Haschisch und Marihuana geraucht, Gruppensex betrieben und mit Hilfe der Mao-Bibel der gewaltsame Umsturz vorbereitet wurde, galten dem aufgeschreckten und ob solcher Exzesse ratlosen Bürger als Inbegriff sittlicher Verwahrlosung, vor der die eigene Nachkommenschaft mit allen Mitteln zu bewahren war. Die Zeit ist über solche, nicht zuletzt auch von der Boulevard-Presse aufgebauschten Feindbilder hinweggegangen.

      Vor diesem Hintergrund fällt es nicht leicht, den Stellenwert der Kunst innerhalb der Veränderungen des Jahres 1968 zu bestimmen. Diese zielte auf den ersten Blick nur mittelbar und keineswegs überall auf die Frage des gesellschaftlichen Engagements. Was sich in den vielfältigen und einander überlagernden Strömungen von Happening, Fluxus, Hard Edge, Pop Art oder Minimal Art ereignete, schien vor allem eine Folge innerkünstlerischer Auseinandersetzungen ohne aktuellen Bezug zu sein.

      Die von elf Museen und städtischen Galerien in Nordrhein-Westfalen unter Beteiligung des Bauhauses Dessau entwickelte Ausstellung zur Kunst des Jahres 1968 möchte zu einer neuen Diskussion und Reflexion dieser bis heute verbreiteten Ansicht beitragen. "Im Spannungsfeld macht- und kulturpolitischer Ideen und Ideologien galt es, die Verantwortlichkeit kreativ künstlerischen Handelns festzustellen und zu beschreiben. Das Ergebnis formuliert sich in Katalog und Ausstellung." (B. Leismann)

      Der besondere Reiz der Präsentation liegt einmal in der Tatsache, dass mit Werken von ca. 100 deutschen Künstlern ein umfassender und vergleichender Überblick geboten wird, der die Sparten Malerei, Zeichnung, Grafik, Fotografie, Skulptur, Plastik, Objektkunst, Design, Mode sowie Wohnraum-, Alltags- und Politkultur umfasst. Zum anderen erfolgt die Vorstellung der zahlreichen Exponate nicht im Rahmen einer einzigen Veranstaltung, sondern, in Einzelkomplexe gegliedert, dezentral und zeitgleich in den beteiligten Museen und Galerien. Dieses Verfahren erlaubt es auch, besondere lokale und regionale Aspekte des (Kunst-) Geschehens von 1968 an den jeweiligen Veranstaltungsorten einzubeziehen. Der Besucher kann also entsprechend seinem persönlichen Interesse selbst eigene Wahrnehmungsschwerpunkte bilden, wobei ein umfänglicher Katalog Orientierungshilfe leistet.

      Besondere Aufmerksamkeit verdient in diesem Zusammenhang die für September im Bauhaus Dessau geplante Zusammenfassung des Ausstellungszyklus‘. Ein Bauhaus-Kolloquium zum Thema "Kunst und Kultur in Ost und West 1968" am 2/3. Oktober 1993 wird das Projekt beschließen.

      1968 - einmal mehr stellt sich die wichtige Erkenntnis ein, dass dieses Schicksalsjahr deutscher Nachkriegsgeschichte zwar von den spektakulären Entwicklungen in den Großstädten und kulturellen Zentren geprägt worden ist, dass letztere aber in der so genannten Provinz eine im Rückblick eigenständige und erinnernswerte Resonanz gefunden haben.

      Matthias Pötzsch

Übernahme aus der Homepage des Kunstvereins: http://www.kunstverein-gelsenkirchen.de/frameset.htm

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Beitrag von Verwaltung »

  • Das Salz in der Kultur-Suppe

    Von Hans-Jörg Loskill

    Gelsenkirchen und sein Kunstverein - eine Vorzeige-Ehe im Bereich der Bildenden Kunst. Überhaupt, die Stadt besitzt nach wie vor einen ausgezeichneten Ruf bei den überregionalen Künstlern. Von Thomas Baumgärtel über Friedrich Gräsel oder Kuno Gonschior bis Norbert Thomas u.a.: Sie alle ordnen dem Museum und zugleich in einem Atemzug dem Kunstverein einen „hohen Wahrnehmungsgrad" (Thomas) zu.

    Das ist schön, sollte aber nicht zur Zufriedenheit mit der gegebenen Situation führen. Finanzen, Personal, Ressourcen, Deichmann-Haus, Museumsanbau/ Magazin, Eingangsbereich - sämtlich kulturpolitisch aufzuarbeitende Themen. Der Kunstverein steht dieser „Baustelle" zwar nicht gleichgültig gegenüber, aber ein schlechtes Gewissen muss er sich nicht einreden. Ulrich Dadunas lapidare Position: „Wir tun, was wir können," Das ist eine Menge - ohne Hilfe des Museums wäre vieles nicht machbar. Auch andere Kräfte einzubeziehen, wäre günstig.
    Die Rolle des Kunstvereins in dieser Stadt, in dieser Region ist die der Hefe im Teig. Im Gärungsprozess für Qualität und Originalität, die nachrückende Generation und die Kontrastfarbe zu den „Klassikern" im Haus bringt er ein ums andere Mal Diskussionsmittel ein.

    Kunst als .kulturpolitischer Keim, der auch mal den Finger in Wunden legt - anders als Anneliese Knorr, die unvergessene „Mutter der Künstlerschaft", stehen Daduna und Vorstand (?) in der selbst auferlegten Pflicht, das Kühne, Ungesehene, vielleicht sogar Unfertige zur öffentlichen Diskussion zu stellen.

    Der Kunstverein trägt zusammen mit den künstlerischen Impulsen aus der freien Szene dazu bei, dass immer wieder und zuweilen mit pochender Hartnäckigkeit die Kunst als "Salz in der urbanen Suppe" eingefordert wird: Salz, das Vision und Utopie in einer demokratischen Gesellschaft "würzt".

    Kunst im heutigen Zeitverständnis erfasst fast alle kulturellen Bereiche. Wir werden geprägt durch Kunst/ Kultur: Mensch, Stadt, Zusammenleben. Der Kunstverein nimmt in dem Mosaik eine Vorreiterrolle ein. Zuweilen wünschte man ihm, er würde sich kräftiger, politischer und vielstimmiger artikulieren. Denn er wird gehört. Zum Wohle der Revierkultur.
WAZ 26.7.2008

kwitsche
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Beitrag von kwitsche »

  • WAZ vom 26. Juli 2008:

    Kohlenweg als Crossover-Idee

    Gelsenkirchen • Anlässlich des bevorstehenden Jubiläums des Kunstvereins (40 Jahre, Festakt am 15. August im Museum) sprach WAZ-Kulturredakteur Hans-Jörg Loskill mit dem langjährigen Vorsitzenden des Gelsenkirchener Kunstvereins Ulrich Daduna.

    WAZ: Was ist die schönste Aufgabe für Sie innerhalb der Kunstvereins-Arbeit?

    Daduna: Dass wir Ideen einbringen können, die die Stadt lebenswerter machen - deshalb gehen wir seit Jahrzehnten ganz bewusst in die Öffentlichkeit hinein und "verstecken" unsere Aktivitäten nicht im Museum. Beides gehört unbedingt zusammen: das Intime wie das Signalhafte. Die Mitglieder geben uns Rückendeckung für diese Position, die vielleicht sogar noch ausbaufähig ist - in Richtung "Ruhr.2010."

    WAZ: Sie fordern regelmäßig bei städtischen oder privaten Initiativen die Teilnahme der heimischen Künstlerszene ein: Wer bestärkt Sie eigentlich in dieser Forderung?

    Daduna: Wir sehen doch durch unsere Arbeit, wie sich die lokale oder regionale Situation der Künstler entwickelt. Wir brauchen uns im Vergleich nicht hinten anzustellen. Schade, dass die Kommunale Galerie praktisch nicht mehr existiert. Gerade dort wurde der Fokus auf hiesige Talente gelegt. Diese Galerie brauchen wir mehr denn je für die heimische Künstlerpflege.

    WAZ: Benötigen Sie nicht vielmehr eine große Halle, möglichst im Stadtsüden, als Ort für "freie" Ausstellungen, die auch von anderen genutzt werden kann?

    Daduna: Sowohl als auch. Ideal wäre Gelsenkirchen als Stadt der Kunst mit einem erweiterten Museum, das endlich zum Kunstmuseum erklärt werden müsste, mit einer neutralen, offenen Halle, in der Installation und Inszenierung als heutige Formensprache sinnvoll berücksichtigt werden könnten, eine Kommunale Galerie im demnächst wieder zur Verfügung stehenden Hans-Sachs-Haus, ein Heimat- und Regionalmuseum, um die Erinnerungswerte und -persönlichkeiten zu würdigen. Ein Gesamtkanon!
Übernahme von der Homepage des Kunstvereins !

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Beitrag von Verwaltung »

Die Geschichte des Kunstvereins bis 1988:
  • 20 JAHRE KUNSTVEREIN GELSENKIRCHEN: EINE AUFGABE MIT VIELEN FACETTEN

    Kunstvereine sind ihrer Natur nach Bürgerinitiativen, Gruppierungen kunstinteressierter Zeitgenossen, die sich ein Kontrastprogramm zur offiziellen Kunstpflege erhoffen. Sowohl große Kunstvereine mit hauptamtlichen Direktoren und Mitarbeitern wie auch solche mittlerer Größe, zu denen der Kunstverein Gelsenkirchen zählt, behaupten sich im Gedränge kommunaler Initiativen oft nur mühsam. Da bedarf es klarer Vorstellungen und fest umrissener Programme, um eine Konkurrenzsituation gar nicht erst aufkommen zu lassen.

    Als Reaktion auf das Auseinanderdriften von kunstinteressierten Bürgern, Künstlern und Kulturfunktionären darf das Entstehen eines Kunstvereins in Gelsenkirchen gewertet werden, der sich 1968 bescheiden "Kreis Gelsenkirchener Kunstfreunde" titulierte. Vorstellungen und Ziele der Vereinigung wurden in einer Satzung festgeschrieben, die sich in der Hauptsache auf die Präsentation zeitgenössischer Kunst und deren Interpreten bezog, als Unterscheidung zu den offiziellen Museumsausstellungen. Besondere Förderung sollten die einheimischen jungen Künstler erfahren. Das Programm hat sich bis heute bewährt.

    Erster Vorsitzender der Kunstfreunde-Vereinigung war Paul Szepan (1968-1971). Ihm folgte der Arzt Dr. Rainer Decker (bis 1974). Dann übernahm Uwe Obier, heute Leiter der Städtischen Galerie Lüdenscheid, den Verein und setzte die Umbenennung in "Kunstverein Gelsenkirchen e.V." durch. In den 6 Jahren seiner Amtsführung kamen vor allem die progressiven Richtungen zum Zug. Einige der damaligen Aussteller zählen heute zu den wichtigsten Namen in der Bundesrepublik und im europäischen Ausland. Obiers Nachfolgerin wurde (bis 1983) die Journalistin und Kunstkritikerin Anneliese Knorr, Sachbearbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit im Kulturamt und Leiterin der Kommunalen Galerie. Sie führte das Programm Obiers fort, angereichert durch gelegentliche Höhepunkte in der Ausstellungslandschaft wie "Lichter in Gelsenkirchen", eine Kinetikschau mit großen Namen, oder "Günther Uecker und seine Schüler". Diese Kunstdemonstration in der Museumsvilla erregte Aufsehen und initiierte die Fortführung des Projektes "Lehrer - Schüler" bis in die Gegenwart. 1983 übernahm Paul Szepan noch einmal für kurze Zeit den Vorsitz, um ihn dann an den Architekten Ulrich Daduna abzugeben, der sich als Kommunalpolitiker mit dem Schwerpunkt Kultur für dieses Amt empfahl. Ulrich Daduna, seit 1984 mit den vielfältigen Aufgaben des Vorsitzenden betraut, baute die Kontakte zu den Mitgliedern aus.

    Neben einem erweiterten Ausstellungsprogramm besitzt der Kunstverein seit vier Jahren eine eigene Zeitschrift. Die monatlich erscheinenden "Mitteilungen" haben sich zu einer besonderen Serviceleistung nicht nur für Mitglieder, sondern für alle interessierten Kunstfreunde entwickelt. Die im Musem, Hans-Sachs-Haus und anderen Stellen ausliegenden Informationsblätter greifen aktuelle Themen auf, begleiten Kunst-Ereignisse, befragen Kulturpolitiker und bringen eine ausführliche Vorschau auf wichtige Ausstellungen.

    Zu einer viel frequentierten Einrichtung machte Ulrich Daduna die Kunstfahrten, an denen Mitglieder und Gäste teilnehmen können. Leitmotiv ist die Besichtigung neuer oder erweiterter Museumsanlagen und der entsprechenden Sammlungen. Mit einer sinnvollen Gewaltenteilung im Vorstand konnte auch die Öffentlichkeitsarbeit aktiviert werden. Beim Museumsfest, beim Kunstmarkt im Musiktheater anläßlich des "GE-Spektakels" und ähnlichen Anlässen (z.B. Sommerfest Schloß Berge mit der Aktion "Kunst in der Landschaft") ist der Kunstverein stets mit Informationsständen und gelegentlichen Ausstellungen über die eigene Arbeit vertreten. Was anderen Kunstvereinen oft große Sorgen macht - die ablehnende Haltung der Museumsleiter und die zugeknöpften Taschen der Subventionsverteiler - ist für den Kunstverein Gelsenkirchen nicht existent. In unserer Stadt wird der Kunstverein akzeptiert als eigenständiges und notwendiges Reservoir kultureller Interessen. So zumindest darf die Haltung von Rat und Verwaltung eingeschätzt werden, die sich seit einigen Jahren auch wieder in einem, vergleichsweise bescheidenen Zuschuß ausdrückt. Ein Beitrag aber, für den der Kunstverein angesichts der schlechten Finanzlage der Stadt dankbar ist.

    Eine nicht zu unterschätzende Unterstützung aber für die Vorhaben des Kunstvereins dürfte die gute Zusammenarbeit mit der Kulturverwaltung sein, die dem Verein eine ständige Profilierungsangst erspart. Von diesem vertrauensvollen Miteinander ist vor allem das Ausstellungsprogramm im Museum an der Horster Straße geprägt, das abwechselnd vom Museum und vom Kunstverein getragen wird. Während das Museum in erster Linie Kunstentwicklungen deutlich macht mit namhaften Künstlern des In- und Auslandes, richtet der Kunstverein sein Interesse auf progressive Außenseiter und auf den vielversprechenden künstlerischen Nachwuchs. In beiden Fällen zählen dazu auch Gelsenkirchener Künstler. Auch die Kommunale Galerie räumt dem Kunstverein hin und wieder einen Ausstellungstermin ein, sofern es sich um einheimische Kunstschaffende handelt. Der Vorstand hält das permanente Gespräch mit dem Bürger für wichtig, denn es dient der Mitgliederwerbung. Zu beobachten ist in den letzten Jahren, angefacht durch Ausstellungen, Kunstfahrten und "Mitteilungen" ein steigendes Interesse, dem Kunstverein anzugehören, der eine reizvolle Mischung von Künstlern und Kunstfreunden aller Professionen darstellt. Diese Vielfalt bewahrt vor der Einqleisigkeit eines Interessenverbandes.

    Bild
    Die Mannschaft des Kunstvereins.
    Obere Reihe v.l.: Ulrich Daduna (Vorsitzender), Oieter Hageroann (stellv. Vorsitzender), Horst Mucha (Schriftführer), Manfred Stolz (stellv. Schatzmeister), Ursula Simon (Beisitzerin), Gerhard Reinert (Beisitzer), Annerose Pohl (Revisorin), Horst Schmitz (Schatzmeister).
    Untere Reihe v.l.: Regina Albrecht (Revisorin), Dr. Mia Willeke (stellv. Schriftführerin), Anneliese Knorr (stellv. Vorsitzende), Uwe Gelesch (Beisitzer). Nicht auf dem Foto: Albrecht E. Wittig (Beisitzer).
Quelle: Dokumentation - Kunst der 60er Jahre in Gelsenkirchen
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Beitrag von Verwaltung »

  • ERSTE MELDUNG ÜBER DIE ANFÄNGE DES KUNSTVEREINS
    • WAZ v. 19.2.1968
      Freunde moderner Kunst gründeten neuen Kreis
      Mit 19 überwiegend jungen Mitgliedern wurde ein "Kreis Gelsenkirchener Kunstfreunde, Gesellschaft zur Förderung moderner Kunst" gegründet. Die Versammlung im Horster Schloßkeller verabschiedete am Samstag die Satzung. Der Vorstand: 1. Vors. Paul Szepan, Stellv. Renate Horbelt, Uwe Obier, Schriftf. Annette Malessa, Mechthild Frerichs, Schatzmeister Wolfgang Fischer, Wolfgang Wissing, Beisitzer Rainer Horbelt, Klaus Pechmann, Peter Wagner. Die Gesellschaft will sich im März mit einer Ausstellung "Moderne Graphik" der Öffentlichkeit vorstellen.
    Nicht viel mehr an Öffentlichkeit als in obiger Zeitungsmeldung begleitete Mitte Januar 1968 die Konstituierung des "Kreises Gelsenkirchener Kunstfreunde" - Gesellschaft zur Förderung moderner Kunst, wie sich der Vorläufer des Kunstvereins Gelsenkirchen nannte. Von rd. 20 Interessenten ist die Rede, die sich im Horster Schloßkeller einfanden, wo Paul Szepan eine selbstentworfene Satzung verlas. 6 von den anwesenden Kunstfreunden unterschrieben die Beitrittserklärung.

    Im Vergleich zu der vorerst geringen Zahl der Gefolgsleute nimmt sich der Vorstand mit Paul Szepan an der Spitze (insgesamt mit 10 Funktionären) verhältnismäßig gewichtig aus. Bis auf die Ämter zweier Revisoren, die man alsbald benötigte, ist der Umfang des Vorstandes und des erweiterten Vorstandes in Form von Beisitzern der gleiche wie heute. Die wichtigsten Punkte der Satzung, wonach sich die "Kunstfreunde" der Pflege zeitgenössischer Kunst und der Förderung junger, vorwiegend auch einheimischer Künstler verpflichtet fühlten, sind immer noch gültig.
    Bild Paul Szepan
    Bild Uwe Obier

    Motor der ganzen Unternehmung war wohl von Anfang an das Duo Szepan/Obier, das im Mai des gleichen Jahres mit einer Ausstellung an die Öffentlichkeit trat. Beide stellten grafische Blätter aus ihren Privatsammlungen zur Verfügung. In den "Gelsenkirchener Blättern" war zu lesen: "Eine Ausstellung 'Europäische Grafik' mit 90 Arbeiten bekannter Künstler zeigte der "Kreis Gelsenkirchener Kunstfreunde' im April in der Pausenhalle der Kerschensteiner-Schule und anschließend in den Räumen des ehemaligen Schauburg-Restaurants in Gelsenkirchen-Buer. Die Blätter stammten von Graphikern aus Deutschland, Österreich, Ungarn, Jugoslawien, Frankreich, der Schweiz und der Tschechoslowakei."

    In seiner Begrüßungsansprache, so überliefern es die Gazetten, sprach Szepan von einem "kulturellen Frühling in Gelsenkirchen", eine hoffnungsträchtige Behauptung, die so abwegig nicht war und die sich offensichtlich auf die Mobilität der 60er Jahre in Sachen Gegenwartskunst stützte. Allein die Tatsache, daß die Szene durch Kunstförderer mit Langzeitwirkung wie Szepan/Obier vertreten war - Szepan eröffnete später eine eigene Galerie und Uwe Obier wurde nach seinem erfolgreichen Wirken als späterer Vorsitzender des Kunstvereins Leiter der Städtischen Galerie Lüdenscheid - dürfte Gewähr gewesen sein, daß der Kunstverein mehr werden konnte als ein Ergebnis schnell verlöschender Kunstbegeisterung.
Quelle: Dokumentation - Kunst der 60er Jahre in Gelsenkirchen
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Beitrag von Verwaltung »

Fortsetzung:
  • Allerdings lernten die Verantwortlichen bald die permanenten Sorgen von Ausstellungsmachern kennen. Die Verbindung zu Künstlern aus der Tschechoslowakei, die man mit einer Ausstellung in Gelsenkirchen krönen wollte, wurde in Frage gestellt, weil die tschechischen Künstler keine Ausreisegenehmigung erhielten. Schließlich klappte es doch noch und zwei Jahre später gab der Kreis Gelsenkirchener Kunstfreunde mit Unterstützung des damaligen Oberbürgermeisters Josef Löbbert eine Kunstmappe mit grafischen Blättern der Mitstreiter aus dem Nachbarland heraus.

    Die Mitgliederzahl war inzwischen auf 40 angestiegen. Schwierig war es im Anfang auch, ein ständiges Unterkommen für Ausstellungszwecke zu finden. So wurde uas Angebot, die Bilderschauen im Sitzungssaal des Rathauses Buer zu veranstalten, dankbar angenommen. Zweites Standbein in Alt-Gelsenkirchen war das Foyer im Bildungszentrum.

    Noch gab es kein festes Ausstellungskonzept und keine langfristige Planung, wie sie heute üblich ist. Sie war möglich mit dem Einzug in das Städt. Museum ab 1973, wo man den "Kunstfreunden" zwei Termine pro Jahr einräumte. Uwe Obier, nunmehr 1. Vorsitzender, benutzte die Gelegenheit, einem interessierten Publikum eine breite Palette zeitgenössischer Kunst zu offerieren. Er inszenierte informative sehenswerte Ausstellungen mit wichtigen Künstlern der Avantgarde. Festzuhalten ist, daß die Spanne zwischen 1968 und 197o, die in den Berichtszeitraum der vorliegenden Dokumentation fällt, Weichen für die heutige Bedeutung des Kunstvereins stellte. Nicht zuletzt durch die Beharrlichkeit einiger weniger Engagierter, die sich nicht entmutigen ließen.

    Anneliese Knorr

    Bild Uwe Obier (mit Tom Mosley) zeigte ein besonderes Gespür
    für junge Künstler, die später zu den wichtigen Protagonisten
    zählen sollten.

    Bild Paul Szepan spezialisierte sich in späteren Jahren, vor
    allem in seiner Galerie, auf die klassischen Konstruktivisten
    und deren Nachfahren.

    Bild Uwe Obier (2. v.r.) bei einer Ausstellungseröffnung im Bildungszentrum.
    V.l. Sawitzki, Szamida und rechts Halbroth.
Quelle: Dokumentation - Kunst der 60er Jahre in Gelsenkirchen
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rabe489
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Beitrag von rabe489 »

Themen-Ausstellungen:

* Kunst am Baum
* Kunst in der Landschaft
* Kunstmeile
* Kunst und Design
* Lebensläufe
* LehrerInnen — SchülerInnen
* Rauminstallationen und Objektkunst
So heißt es zu den Schwerpunkten des Ausstellungswesens des Kunstvereins Gelsenkirchen auf dessen Homepage. Für September d. J. ist Teil VIII der Reihe "Rauminstallation und Objektkunst" angekündigt, eine Reihe, die 1999 begann. So weit , so gut.

Mir stellt sich natürlich die Frage: Was ist mit der Malerei?
Und: Die dimensionale Expansion der Künste, die Kennzeichen der Formalismen der Moderne des 20. Jahrhunderts war, ist deren Schwerpunktsetzung noch zeitgemäß?

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rabe489
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Beitrag von rabe489 »

Ergänzung:

Kann es sein, dass man in Gelsenkirchen, Industrie- und "Solarstadt", sich besonders an Wissenschaft und Technik klammert und dass das genau die kulturell-künstlerischen Programme und Strategien bestimmt. Ich denke da nicht nur an die fortgesetzte Unterstützung der 50er und 60er Jahre -Kinetik, sondern auch die Vorliebe für Installationskunst und mediale Expansionen.

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rabe489
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Beitrag von rabe489 »

Wahrscheinlich rede ich im Monolog zu abstrakt. Sollte ich besser sagen - mit den Kybernetikfreaks und Technokraten: Wollt Ihr den totalen Robotnik der Raumverfransung? 8)
Oder wollt Ihr - was das Gleiche ist - das logikzentrierte Weltbild des Eins und Eins?

Wann? Wann werden wir in Gelsenkirchen den Wert des Menschlichen schätzenlernen und abseits der Alurahmen den Bleistift hochhalten und unsere eigene Handschrift wieder feiern?

Wir sind die Kunst - weder blinkende Relais noch Anstreichergesellenstücke in monochrom.
Wir sind die Kunst - und bitteschön, wir möchten die Schwächen sehen und unsere lebendigen Stärken im besonderen.

:idea:

HelmutW
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Beitrag von HelmutW »

40 Jahre Kunstverein Gelsenkirchen e.V.
Ich habe Gestern von Ulrich Daduna ein Exemplar des gut gemachten druckfrischen Kataloges: Kunstverein Gelsenkirchen e.V. bekommen. Ein durchaus interessanter Querschnitt aus der Ausstellungstätigkeit..
Achtung..........
Sie verlassen gerade das Foto......
Für alle weiteren Schritte wird keine Haftung mehr
übernommen.......

Hafenjunge
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Beitrag von Hafenjunge »

rabe489 hat geschrieben:Anstreichergesellenstücke in monochrom.
Kunstbanause!

Hafenjunge
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Beitrag von Hafenjunge »

Hier vielleicht eine neue Alternative oder Ergänzung für die Veröffentlichung von Kunst im Netz: http://www.pottart.de

POTT-ART - Ruhrgebietskünstler im Internet

Aktuelles Forum der bildenden Kunst

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zuzu
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Beitrag von zuzu »

Info der Pressestelle der Stadt:
Akustische Kunstwerke
Ausstellung im Kunstmuseum

Am Freitag, den 15. April 2011, 19 Uhr, eröffnet die Klasse Buetti ihre Ausstellung im Kunstverein Gelsenkirchen unter dem Titel „High-heeled shoes can damage slides“ mit Kunstwerken aus sechzehn renommierten Museen Europas und der Welt. Zu sehen gibt es dabei nichts. Beinahe nichts, bis auf die Eintrittskarten der besuchten Kunsthäuser an den Wänden des Kunstvereins. Die Künstlerinnen und Künstler haben eigens für die Ausstellung akustische Werke in so berühmten Museen wie dem Louvre in Paris, der Tate Gallery in London, dem Guggenheim Museum in Bilbao oder gar dem Leeum Samsung Museum in Seoul, Korea angefertigt.

Die Besucherinnen und Besucher können in den leeren Räumen des Kunstvereins Gelsenkirchen in ein großes Museum ihrer Wahl eintauchen. Sie hören genau das, was die Künstler vor Ort mit ihren Ohren wahrgenommen haben. Sie werden dadurch zu Zeugen von Aktionen, Gesprächen, Gedanken und Kuriositäten. Die Spannbreite dieser Audiokunstwerke reicht von dramatisierten Inszenierungen mit Sprache und Geräuschen hin zu reinen musikalisch aufbereiteten Stücken. Monologe unter Hypnose werden gehalten, eine wissenschaftliche Messung vor der Mona Lisa wird dargeboten, Betragensformen werden im Museum del Prado ausgelotet und es wird über die Farbe Blau in den Bildern von Gilbert&George in den Deichtorhallen in Hamburg fabuliert.

Mit im Gepäck hatten die Künstlerinnen und Künstler ein beachtliches Tonaufnahmegerät: Es handelt sich um sogenannte „binaurale“ Mikrofone, die wie Kopfhörer in die Ohrmuscheln gesteckt werden und die Fähigkeit besitzen Geräusche, Klänge und Sprache räumlich genau zu verorten und somit in deren ursprünglicher Position im Raum wiederzugeben, ähnlich dem Surround-Effekt im Kino.

Durch dieses Projekt verwandeln sich die Künstlerinnen und Künstler mithin zu Autoren, Komponisten und Dramaturgen. Sie huldigen mit ihren akustischen Werken die auditiven Sinne, ja verzaubern sie – und dem Ton, dem flüchtigsten aller Medien, wird museale Ewigkeit verliehen. Im Gegenzug wird dem Museum radiophone Aktualität übertragen.

Die einzelnen akustischen Werke bekommen die Besucherinnen und Besucher auf professionellen Audioguides im Eingangsbereich der Ausstellung ausgehändigt.

Die Arbeiten können vor Besuch der Ausstellung auch als Podcast auf der Webseite www.klassebuetti.de auf das eigene Gerät heruntergeladen werden.

Begleitend zur Ausstellung ist ein gleichnamiges Buch der teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler mit einer literarischen Textsammlung zum Thema „Ich und die Kunst“ erschienen.

Herausgeber: Kunstakademie Münster, Kunstverein Gelsenkirchen, ISBN: 978-3928682-83-1, 86 Seiten, 20 x 24 cm, Auflage 300 Ex.

Kunstverein Gelsenkirchen e.V. im Kunstmuseum Gelsenkirchen, Horster Straße 5–7,
45897 Gelsenkirchen, Öffnungszeiten:
Di-So 11-18 Uhr
Zuzu

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globalrider
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Klasse Prof. Buetti

Beitrag von globalrider »

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globalrider

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Spielarten des Austauschs-offen für Neues

Beitrag von globalrider »

Die Künstler und das Kunstwerk „hören“ -die Räume- die Menschen-

Auszüge aus der Werkliste.

Bunyong Cho, das Konzert, Museum Ludwig, Köln
Klangquelle:
1. die Ticketmaschine
2. Händeklatschen – Robert Rauschenberg 1968
3.die Musik – j. Beuys u.a. Eurasiastab

Kyoung Jae Cho, lang lang lang, LEEUM Samsung Museum, Seoul
B00.11....................................................

Jan Enste, time matters, Guggenheim, Bilbao
Eine Aufnahme mit dem Alboka, dem Baskischen Horn.

Susanne Griem, Fliegenfänger, Haus der Künste, München.
Schwankend zwischen Kunst u Alltag durchblättere ich meine Erinnerungen an die Ausstellung „move“ – Kunst u Tanz seit den 60ern.

Rene´Hausstein, Dokument einer Hypnose. Während der Hypnose Begegnung mit dem Bild " Auferstehung von Max Beckmann".

Daniel Hundt, Louvre, eine wissenschaftliche Messung zur Mona Lisa, die in Paris hängt.
Eine gute Messung. Eine außerordentliche Messung.

Sumi Kim, the census of Bethlehem Royal Museum of Fine Arts, Bruessel,
Landscape with the Fall of Ikarus, Peter Brueel
The road to Calvary, Rubens
Portrait of the sculpture Dequesnay, Van Dyck

Katja Kottmann
, Magritte Museum, Brüssel.
„Goldfischphänomen“
Die Künstlerin u Wissenschaftlerin Katja Kottmann setzt sich in ihrer analytischen Arbeit diskursiv mit dem Ort Kunstinstitution auseinander. In einer detaillliert, empirisch angelegten Studie gewinnt sie diesmal bahnbrechende Erkenntnisse über die permanente Ausstellung im
Magritte Museum. Wirklich hörenswert!. Dr. Michael Reif

Johannes Lesske, Merge, Picasso Münster, Paul Klee Museum Bern.
Bilder entstehen als erstes im Kopf, werden beeinflusst von unzähligen Dingen und schaffen manchmal auch den Sprung in die reale Welt. Wie sehen Kinder Kunst? Was fasziniert sie und was beeinflusst sie?

Gisa Pantel, Klöckner und Company, Neue National Galerie, Berlin.
Gisa Pantel widmet sich jener Gruppe von Menschen, die für das Entstehen und Bestehen der Nationalgalerie, als auch für diese Audioarbeit mitverantwortlich sind.

Carolin Reinartz, Immer diese Bilder, Hamburger Bahnhof, Berlin.
Entschlossen und verzweifelt. Überfordert, verschränkt, betäubt.
Getrieben, ängstlich, verschüchtert. Ich will noch nicht sterben.

Rosanna Sachs, Mama, Stedelijk Museum, Amsterdam.
Das Stedelijk Museum.
Der Boden.
Die Mutter.
Das Gespräch.
Die Gedanken.
Der Klang.
Die Geräusche.

Stephanie Sczepanek
, Retrospektive, Kunsthaus Zürich.
Die Picasso Ausstellung im Kunsthaus Zürich war eine Teil-konstruktion der legendären ersten Museusausstellung Picassos, die 1932 im Kunsthaus Zürich stattfand. Der Hörer wird Zeuge, wie einzigartige Werke des Malers nach dem Ende der Ausstellung abgehängt und für den Transport verpackt werden.

Manuel Talarico, Witness Ed, Tate Britain, London.
„Ed was abducted by aliens in 1981. Since then, he was beeing hearing voices in his head. Most people think hes nuts. Thanks to Suasan Hiller, Ed`s Voice now gets into other peoples heads.....if they are lucky enough to find him.“

Carola Uehlken, Walk, Deichtorhallen Hamburg.
Die Füße gehen alleine. Für die Deichtorhallen in Hamburg brauchen sie sieben Minuten und vier Sekunden. Auf dem Spaziergeng rede ich über das, was ich sehe: ein attraktives Paar, historische Reliefs, Sperma, Äste, zu große Köpfe und penetranten Stolz.

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