Gelsenkirchener Gussstahl und Eisenwerke

Die industrielle Vergangenheit Gelsenkirchens zwischen Kohle und Stahl. Alles was stank. ;-)

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pito
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Gelsenkirchener Gussstahl und Eisenwerke

Beitrag von pito »

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Wo genau ist das???

Josel
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Beitrag von Josel »

Wenn sich die Trassenführung der Bahn nicht irgendwann grundlegend gändert hat, dürfte es sich bei der Straße im Vordergrund rechts um die Bochumer Straße handeln. Die Straße links (man sieht nur ein winziges tück) ist die Munscheidstraße; damals noch beidseitig bebaut. Das Foto müßte vor 1919 entstanden sein, weil das "neue" Verwaltungsgebäude (das heutige Arbeitsgericht) noch nicht zu sehen ist. Heute würde man auf diesem Foto also auf den Wissenschaftspark schauen...

J.
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Zorro
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Beitrag von Zorro »

Geschichtliche Entwicklung des
Gussstahlwerkes Gelsenkirchen

1861 entstand aus einer Nagelschmiede die Eisengießerei Gebrüder Strassburger.

1865 trat WiIhelm Munscheid als Kaufmann und Geldgeber in das Unternehmen ein, das von den Gebrüdern Hermann und Johann Strassburger als Schlosserei und Eisengießerei betrieben wurde. Das Unternehmen hieß nun Handelsgesellschaft Gebrüder Strassburger & Co., aus der 1885 die Wilhelm Munscheid, Eisengießerei und Maschinenfabrik wurde und deren Inhaber Wilhelm Munscheid war.

1874 gründeten Wilhelm Munscheid und Hermann Strassburger ein neues Werk, das Gussstahlwerk Munscheid & Co.

1889 erfolgte die Gründung der Gelsenkirchener Gussstahl- und Eisenwerke AG, vormals Munscheid & Co., zu dem Zweck, die beiden Firmen Wilhelm Munscheid & Co. (früher Gebrüder Strassburger & Co.) und das Gussstahlwerk Munscheid & Co. zu erwerben und die Betriebe weiterzuführen.

1919 erfolgte der Bau des Verwaltungsgebäudes an der Bochumer Straße (heute Arbeitsgericht), für das sich die Bezeichnung "Gelsenguss" eingebürgert hatte.



1920 erwarb die Gebrüder Stumm GmbH (Sitz: Neunkirchen, Saargebiet, später Firmensitz Düsseldorf) Anteile an der Gelsenkirchener Gussstahl- und Eisenwerke AG, die diesen Namen seit 1916 führte.

Während andere Teile des Rohde Stumm Konzerns 1926 in die Vereinigte Stahlwerke AG eingebracht wurden, ging die Mehrheit des Aktienkapitals von Gelsenguss an die Rohde Stumm Gruppe über. Aus der Gelsenkirchener Gussstahl und Eisenwerke AG wurde 1926 die Rheinisch Westfälische Stahl-und Walzwerke AG in Gelsenkirchen gegründet.

1930 wurde das Gussstahlwerk Teil der Vereinigten Stahlwerke AG, indem die Rheinisch Westfälische Stahl- und Walzwerke AG von der neugegründeten Ruhrstahl AG übernommen wurde. Die neue Firmenbezeichnung lautete Ruhrstahl AG - Gelsenkirchener Gussstahlwerk.

Im Zuge der Entflechtung nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm 1947 die Gussstahlwerk Gelsenkirchen AG die Betriebsführung der Ruhrstahl AG Gelsenkirchener Gussstahlwerk.

Die Gussstahlwerk Gelsenkirchen AG wurde mit der Gründung der Rheinisch Westfälischen Eisen und Stahlwerke AG 1952 in Mülheim/Ruhr von dieser übernommen.

Die Rheinisch Westfälische Eisen und Stahlwerke AG fusionierte 1957 mit den Rheinischen Stahlwerken, so dass die Gussstahlwerk Gelsenkirchen AG von nun an dem Rheinstahlkonzern angehörte.

Ab 1969 firmierte das Unternehmen als Rheinstahl Gießerei AG mit Sitz in Mülheim/Ruhr.

1973/74 erfolgte die Übernahme von Rheinstahl durch Thyssen. Damit kam auch das Gussstahlwerk Gelsenkirchen zu Thyssen.

1976 wurde der Firmenname von Rheinstahl AG in Thyssen Industrie AG geändert, so dass das Gussstahlwerk von nun an zur Thyssen Giesserei AG gehörte.

1982 beschloss der Aufsichtsrat die Verlagerung des Gussstahlwerks Gelsenkirchen zur Thyssen Henrichshütte AG nach Hattingen.

1983 begann die schrittweise Verlagerung des Werkes nach Hattingen.

1984 wurde die Produktion in Gelsenkirchen endgültig eingestellt.

1990 begannen die Modernisierungsarbeiten am alten Verwaltungsgebäude des ehemaligen Gussstahlwerkes.

1995 zog das Arbeitsgericht in das modernisierte Verwaltungsgebäude an der Bochumer Straße ein.

1995, am 23. März, wurde der Wissenschaftspark Rheinelbe auf dem Gelände des Gussstahlwerks offiziell durch den damaligen Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein Westfalen, Johannes Rau, eröffnet.

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Detlef Aghte
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Treppenhaus im Arbeitsgericht

Beitrag von Detlef Aghte »

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W. Busch

Der Feldmarker
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Beitrag von Der Feldmarker »

Hallo Zusammen,

es gab auch einen direkten Eisenbahnanschluss mit Schrankenwärterhaus ins Gussstahlwerk. Der Bahnanschlusse war direkt am Cramerweg. Immer wenn ein Güterzug rein- bzw. rausgefahren ist, wurde das Schrankenwärterhaus besetzt und die Schranken wurde per Hand rauf- bzw. runtergekurbelt.

Lt. meinem Vater wurden im Gussstahlwerk in 2.WK. Panzerketten für Kettenfahrzeuge gefertigt.

Und es war ums Gussstahlwerk herum immer staubig und dreckig. Habe das alte Verwaltungsgebäude jetztige Arbeitsgericht eigentlich immer als grauen Bau in Erinnerung.

Glückauf

Der Feldmarker
Zuletzt geändert von Der Feldmarker am 28.03.2007, 12:56, insgesamt 1-mal geändert.

Josel
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Beitrag von Josel »

Den Eisenbahnanschluss kann man schon auf dem Bild im ersten Beitrag ganz links erkennen. Später, als sich die Fabrik zu vollen Größe ausgebreitete hatte, gabs in der Mauer an der Bochumer Straße ein Tor, in das die Züge direkt einfahren konnten.

Der Cramerweg, an dem die Gleise verliefen, ist übrigens nach dem zweiten der drei Ückendorfer Amtmänner, Major Adalbert Cramer, benannt.

J.
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piratenauge
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Beitrag von piratenauge »

Aus dem Familienalbum. Der Erste von 3 Generationen bei
Munscheid/Gussstahl. Welchem Schiff gaben sie wohl einen
sicheren Ankerplatz?Bild

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Detlef Aghte
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gußstahlwerk

Beitrag von Detlef Aghte »

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Aus dem Buch " Der verkehrsverein Gelsenkirchen ev. von dr. friedrich
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W. Busch

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Verwaltung
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Beitrag von Verwaltung »

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1969

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Heinz O.
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Beitrag von Heinz O. »

Micha

Irgendwie machen GEschichten süchtig .......

Pepino
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Toll!

Beitrag von Pepino »

Hallo!
Bin mit dem Werk groß geworden.Fand es total toll.Habe gerne die Schwertransporte in der Rheinelbestraße beobachtet.Mein Vater arbeitete dort und hat mir und meiner Freundin die Anlage gezeigt.Auch das es noch eine Aufnahme vom Verwaltuingsgebäudes (innenansicht) gibt,hat mich gewundert.War schon imposant für mich.Hohe Decke und Marmor.Habe auch gerne den Kran mit dem Magneten für den Schrott vom Garten aus beobachtet.Habe noch Bilder vom Abriss.
Gruß Pepino
Ich finde Ückendorf Toll!

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brucki
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Re: Toll!

Beitrag von brucki »

Pepino hat geschrieben:Habe noch Bilder vom Abriss.
Dürfen wir die sehen? Bittöööö... :D

Pepino
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Bilder!

Beitrag von Pepino »

Bilder vom Abriss des Werkes!Bild
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Ich finde Ückendorf Toll!

Schacht 9
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Gußstahlwerk

Beitrag von Schacht 9 »

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Werksaufnahme des Gußstahlwerks um das Jahr 1925
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Bodensanierung nach Abriss des Gußstahlwerks 1989

PEDY1965
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Gussstahlwerk

Beitrag von PEDY1965 »

Das ist mein Bruder der hat am Gussstahlwerk seine Ausbildung als Former gemacht das ist der seitliche Eingang an der Munscheidstrasse gewesen. Ich glaube das es 1972 oder 1973 gewesen sein muß lässt sich aber genau herausfinden.
LGPedy1965
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