Emscherbote - Mythen und Meinungen

Die Szenezeitung -Zeitung handgemacht vom Säzzer

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Fuchs
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Emscherbote - Mythen und Meinungen

Beitrag von Fuchs »

Gestern habe ich eine emil erhalten.
Der Absender wollte nicht genannt werden.
Unter "Betreff" nur diese beiden Sätze:

"...Harald Juch hat das Emscherboten-Wappen gemacht. Alles andere ist Quatsch..."

Beigfügt war nur dieser link: http://www.haraldjuch.de/

Wer kann etwas dazu sagen?!?

Etwas sei hier noch erwähnt: Harald war nicht der Absender der emil...

Bevor ich es ( wieder ) vergesse:
Falls ihr euch mal gefragt habt: Mensch, was für ein tofter Name..."Emscherbote"... wie kommt man denn auf so etwas?

In Erle gab es schon vorher einen Emscherboten...
Stichwort: Renntiere des kleinen Mannes.
Klingelts?!?
Genau!
Der Emscherbote war ein Erler Flugtaubenzüchter (Taubenvatter-) -Verein.
Oder wie war das?

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JürgenB
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Harald Juch

Beitrag von JürgenB »

Stimmt Fuchs. Es war der Harald. Ich war zwar selbst bei der ersten Staffel des Emscherboten nicht mit von der Partie, weil ich zu der Zeit in Göttingen studiert habe und dort meine Diplomarbeit schrieb (rate mal zu welchem Thema: "Ein Vergleich des Münchenener "Blatt" als Alternativzeitung mit der Münchener Tagespresse"), aber ich weiß es.

Harald war damals Szenezeichner in Essen (bevor er dann später einer ersten Hauskarikaturisten der taz wurde) und hat auch das Logo des "Klartext" der Essener Stadtzeitung entworfen. Und weil Stadtzeitungen machen gerade in Mode war, haben die Gelsenkirchener Aktivisten ihn wohl auch gleich um ein Logo angebettelt. Da müßten Alt-Komicer (Heinz?) vielleicht mehr zu wissen.

Natürlich haben wir dann bei der zweiten Staffel das Logo wieder übernommen und als der Emscherbote dann um '83 wieder einging hat der Rest der Alternativbewegung, die sich dann ja vielfach bei Grünens wiedertraf, sich unter diesem einfach so prägnanten Wappen wiedergefunden.

Aber mal 'ne Frage: wer hat eigentlich was anderes behauptet, sodass da ein Dementi ("alles andere ist Quatsch") erforderlich war? Allein der Zeichenstil ist doch eindeutig.

Grüße

Jürgen
Geboren im Jahre der Meisterschaft - nicht wie ihr alle denkt, sondern 3 Jahre früher!

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Fuchs
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Beitrag von Fuchs »

JürgenB ist gar kein Sponti..., er ist ein Spuiv...
...spontan und informativ...

Danke für deine schnelle Antwort!
Sag ja: mehr gab die emil nicht her...

Gruß nach Berlin,

Fuchs

Heinz
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Beitrag von Heinz »

Muss der Emscherbote wieder reaktiviert werden, weil nun 300 WAZ Mitarbeiter entlassen werden und die Zeitung eingedampft wird - wann werden wir die letzte Lokalausgabe lesen... :roll: 30 Millionen Euro jährlich sollen gespart werden. Junge Leser wachsen nicht nach, alte sterben weg. Dem weiteren wirtschaftlichen Niedergang des Ruhrgebiets will die WAZ auch so begegnen.
Wann wird die Lokalausgabe noch dünner sein? :twisted:

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Emscherbruch
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Beitrag von Emscherbruch »

Dem Stadtarchiv ist die 1. Serie des Emscherboten wohl nicht bekannt. Die 2. Serie umso mehr.
Institut für Stadtgeschichte hat geschrieben:Der Emscherbote verstand sich ursprünglich als alternative Stadtzeitung für Gelsenkirchen. Dem eigenen Verständnis nach sollte eine "konkrete Gegenöffentlichkeit zu dem Öffentlichkeitsmonopol von WAZ & Co." (Emscherbote, Oktober 1980) geschaffen werden. Der Emscherbote erschien in der Zeit von Oktober 1980 bis Februar 1984.
Entgegen dem Selbstverständnis war der Emscherbote keine Zeitung im eigentlichen Sinne. Im Grunde war der Emscherbote ein monatliches erscheinendes Stadtmagazin mit einfachsten Layout, "autonomen" Redaktionskollegium ("Jedermann-Redakteur") und notorisch knappem Finanzbudget. Die romantischen Vorstellungen einer alternativen Gegenöffenlichkeit scheiterten mangels Beteiligung von unten und nicht vorhandener Deckung der Druckkosten recht rasch an der Wirklichkeit. In seinem Überlebungskampf mutierte der Emscherbote in der letzten Phase seines Bestehens zu einer Parteizeitung der "Grünen". Bei einer offiziell ausgewiesenen Auflagenhöhe von 1200 Exemplaren stellte der Emscherbote mit der Februarnummer 1984 sein Erscheinen ein.
Der im Stadtarchiv Gelsenkirchen vorliegende Bestand des Emscherboten ist vollständig
überliefert. Der Erhaltungszustand der Einzelexemplare ist zufriedenstellend.
Quelle: Verzeichnis der Zeitungen, ISG Stadtarchiv Gelsenkirchen, Bearbeitet von Dieter Host, März 2007
http://www.institut-fuer-stadtgeschicht ... tungen.pdf
Stell dir vor, es geht und keiner kriegt's hin.

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Anne Bude
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Beitrag von Anne Bude »

Heinz hat geschrieben:Muss der Emscherbote wieder reaktiviert werden, weil nun 300 WAZ Mitarbeiter entlassen werden und die Zeitung eingedampft wird - wann werden wir die letzte Lokalausgabe lesen... :roll: 30 Millionen Euro jährlich sollen gespart werden. Junge Leser wachsen nicht nach, alte sterben weg. Dem weiteren wirtschaftlichen Niedergang des Ruhrgebiets will die WAZ auch so begegnen.
Wann wird die Lokalausgabe noch dünner sein? :twisted:
:winken: Stoff für ein neues GG-Projekt?

Josel
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Beitrag von Josel »

Womöglich sind wir eher das Anti-Projekt für die Print-Ausgabe von Lokal-Waz oder Lokal-emscherboten.

J.
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Heinz
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Beitrag von Heinz »

Josel hat geschrieben:Womöglich sind wir eher das Anti-Projekt für die Print-Ausgabe von Lokal-Waz oder Lokal-emscherboten.

J.
:gott: ich flehe dich an - um eine Interpretation deines Satzes - sind wir soooo schlimm? :cry:

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knut
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Beitrag von knut »

Ich habe mir einfach mal erlaubt, meinen Blog "Der rote Emscherbote" zu nennen

http://roteremscherbote.wordpress.com/
Jana aus Kassel fühlt sich jetzt wie Jesus Christus; sie war während des Lockdowns im Nagelstudio und muss deswegen ein Bußgeld zahlen.

Heinz
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Beitrag von Heinz »

Ist aber mehr schwarz als rot :roll:

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knut
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Beitrag von knut »

Heinz hat geschrieben:Ist aber mehr schwarz als rot :roll:
nur das Layout, der Inhalt ist eher rot 8)
Jana aus Kassel fühlt sich jetzt wie Jesus Christus; sie war während des Lockdowns im Nagelstudio und muss deswegen ein Bußgeld zahlen.

Josel
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Beitrag von Josel »

Heinz hat geschrieben::gott: ich flehe dich an - um eine Interpretation deines Satzes - sind wir soooo schlimm? :cry:
Nee, ganz im Gegenteil. Ich meine, heute liest man in der WAZ etwas über den Raben, hier kann man dagegen sogar mit ihm diskutieren und noch viel mehr über seine Bilder lernen. Neulich las man in der WAZ über den Beginn der Stolperstein-Aktion, hier konnte man gewissermaßen die Genese dieser Aktion miterleben.

Könnte man aus dieser Feststellung nicht folgern, dass man sich das kostenpflichtige WAZ-Abo sparen kann, weil es ja die für den Leser kostenlosen GGs gibt?

Und um es klar zu sagen: Diese Schlussfolgerung wäre m.E. absolut fatal und falsch. Hier geben sich zwar alle redlich Mühe, aber niemand hat den Anspruch, die Dinge journalistisch korrekt aufzuarbeiten. Deshalb: Unterstützt die letzt verbliebene Lokalzeitung!

J.
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JürgenB
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Beitrag von JürgenB »

Wenn man das ursprüngliche Konzept von Alternativpresse aus den siebziger jahren aufgreift, dann sind die Gelsenkirchener Geschichten die (bessere) Fortführung des "Emscherboten" mit anderen- weil einfacheren Mitteln.

Jeder, der was zu sagen hat, schreibt hier drin. Informatives, Interessantes, manchmal Belangloses, aber eben im Sinne von Brecht: jeder Empfänger ist auch ein Sender.

Die billigen Möglichkeiten des Offset-Drucks haben in den 70ern das Aufkommen von Zeitungen in Kleinauflage ermöglicht. Die Weiterentwicklung im Netz hat ein Forum wie die GG ermöglicht, vor allem, weil der Vertrieb auch einfacher geworden ist.

Wir können uns nicht anmaßen, eine Alternative zur Weitestgehenden Aller Zumutungen (WAZ) zu sein, weil wir arbeiten hier nicht hauptberuflich den ganzen Tag als Journalisten mit all ihren Netzwerken. Aber wenn wir gut sind, dann gelingt uns das, was dem "Emscherboten" (damals auch aus gewollter Ignoranz der Tageszeitungen) nie gelungen ist: Themen auf's Tapet zu setzen, die via Tageszeitung auch ein andermal die Gelsenkirchener Öffentlichkeit erreichen.

Ein paar mal ist das schon gelungen, bei einigen anderen Themen würde ich es mir wünschen. (Da ich ja die Gelsen-WAZ von hier nicht verfolgen kann, würde mich mal interessieren, ob etwa zum Thema Kaolack was zu lesen war?)
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JürgenB
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Beitrag von JürgenB »

knut hat geschrieben:Ich habe mir einfach mal erlaubt, meinen Blog "Der rote Emscherbote" zu nennen

http://roteremscherbote.wordpress.com/
Ich hab's dir aber nicht erlaubt! :wink:

Angesichst der Geschichte des "Emscherboten", der bewußt sich allen Strömungen geöffnet hat und kein Parteiblatt gewesen ist, finde ich deine Namenswahl nicht gut.

Von wegen "Emscherbote" als Parteizeitung, wie das "Institut für Stdtgeschichte" es darstellt: vgl.: http://www.gelsenkirchener-geschichten. ... geschichte)

Ich habe es mittlerweile auch beim IfS moniert.
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Anne Bude
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Beitrag von Anne Bude »

Josel hat geschrieben:
Heinz hat geschrieben::gott: ich flehe dich an - um eine Interpretation deines Satzes - sind wir soooo schlimm? :cry:
Nee, ganz im Gegenteil. Ich meine, heute liest man in der WAZ etwas über den Raben, hier kann man dagegen sogar mit ihm diskutieren und noch viel mehr über seine Bilder lernen. Neulich las man in der WAZ über den Beginn der Stolperstein-Aktion, hier konnte man gewissermaßen die Genese dieser Aktion miterleben.

Könnte man aus dieser Feststellung nicht folgern, dass man sich das kostenpflichtige WAZ-Abo sparen kann, weil es ja die für den Leser kostenlosen GGs gibt?

Und um es klar zu sagen: Diese Schlussfolgerung wäre m.E. absolut fatal und falsch. Hier geben sich zwar alle redlich Mühe, aber niemand hat den Anspruch, die Dinge journalistisch korrekt aufzuarbeiten. Deshalb: Unterstützt die letzt verbliebene Lokalzeitung!

J.
Ich lese die WAZ punktuell nur auffe Arbeit und mir ist da in letzter Zeit schon aufgefallen, dass Themen hier aus dem Forum im Lokalteil auftauchen. Präziser vielleicht, aber für unsereins eben nicht neu. Kann doch kein Zufall sein.

Ich hätte gerne eine journalistisch gute Lokalzeitung, auch zum Kaufen. Aber die sollte schon ähnlich nah am Leser sein wie die GG. Oder ist der Zug bereits abgefahren?

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