Anna-Selbdritt-Kapelle mit Anna-Figur

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Anna-Selbdritt-Kapelle mit Anna-Figur
Selbdritt kapelle.jpg
Künstler: Unbekannter Künstler
Entstehungsjahr: 1700
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Stadtteil: Scholven
    
Lagekarte
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Die Anna-Selbdritt-Kapelle befindet sich an der Kreuzung von Ulfkotter Straße und Fünfhäuserweg in Oberscholven.

Erste Erwähnung findet eine Kapelle an dieser Stelle in einem Protokoll des Buerschen Urbanusumritts im 16. Jahrhundert. Viele Höfe in Scholven waren schon seit dem späten 10. oder frühen 11. Jahrhundert dem Kloster Xanten abgabepflichtig. Das Stift Xanten hatte in Dorsten, lange bevor das eine Stadt wurde, dort einen „Oberhof“, d.h. eine Sammelstelle für die Naturalabgaben der Bauern. Die sind dann – lange vor den Fuhrleuten mit Steinkohle auf dem Gahlener Kohlenweg – über die benachbarte Straße dorthin gezogen. Aber die Verbindung zwischen Dorsten und Buer war regional wichtig; in Buer konnte man nach Recklinghausen, über Herne-Crange nach Bochum und Dortmund oder über Horst nach Essen weiterreisen. Die Kapelle hatte also einen guten Standort, wahrscheinlich genau am Ort einer früheren germanischen Opferstätte. Das Gebäude der Kapelle selbst ist, wie an der Betonplatte und den neuen Ziegeln unschwer zu erkennen ist, mehrfach erneuert worden. Die bestehende Bausubstanz dürfte im Kern aus dem 18. Jahrhundert stammen.

Bedeutenstes Kleinod der Kapelle ist die Plastik der Anna Selbdritt, die auf Ende des 15. Jahrhunderts datiert wird. Sie gehört zu den wenigen im Stadtgebiet erhaltenen mittelalterlichen Objekte. Sitzend dargestellt ist die heilige Anna, rechts von ihr stehend ihre Tochter Maria, auf der linken Seite stehend auf dem Oberschenkel der Anna das Jesuskind, das eine Hand segnend ausstreckt. Wegen mehrfacher Diebstähle wird die Skulptur heute in der Kirche St. Josef aufbewahrt.

Im Jahr 2008 haben Aktivisten des Internetforums Gelsenkirchener Geschichten der Kapelle zu neuem Glanz zu verholfen. Sie entfernten Äste der umstehenden Bäume, pflanzten einen Rosenstock, reinigten den Innenraum und setzten eine Glasscheibe ein, um ihn vor Witterung und Vandalismus zu schützen.

Weblinks

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