Buer-Horster Ortsverband für Innere Mission

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Der Buer-Horster Ortsverband für Innere Mission e. V. wurde 1929 gegründet und ist Träger des Wohnheimes für Behinderte, dem Wichernhaus. Sitz des Verbandes ist in der Warendorfer Straße 14 im Ortsteil Resser Mark.

Geschichte

Ende der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts gab es im Kirchenkreis noch keine eigene zentrale Diakoniearbeit. Und ein Jugendamt der Kommune im heutigen Sinne existierte auch noch nicht. Für den Bereich Buer und Horst bildeten die Buer/Horster Gemeinden einen Verein zur Wahrnehmung diakonischer Aufgaben. Ihm schlossen sich Frauenhilfen und evangelische Vereine an. Der Verein sah seine Hauptaufgabe in der Förderung der Jugendarbeit. Dazu unterhielt er ein eigenes evangelisches Jugendamt. So wurde über viele Jahre ein Teil der städtischen und kirchlichen Jugend- und Wohlfahrtsarbeit vom Verein getragen. Der Etat für 1934 lag bei 6.240 Reichsmark. Zwei Fürsorgerinnen waren für ein Monatsgehalt von 100 bis 150 Reichsmark tätig.

Ab 1939 arbeiteten die Behörden der Nationalsozialistische Volkswohlfahrt Wikipedia-Link nicht mehr mit dem Ortsverband zusammen, die Tätigkeit aber wurde trotzdem ununterbrochen fortgesetzt. Nach dem 2. Weltkrieg lief die Arbeit wieder mit drei Fürsorgerinnen an. Bis dahin wurden die Mittel für die Arbeit über Mitgliederbeiträge aufgebracht. Von 1952 an beteiligte sich der Kirchenkreis an der Aufbringung der Kosten durch eine Umlage der Kirchengemeinden.

Die Nachkriegszeit brachte Probleme. Das Ruhrgebiet wurde zum Schmelztiegel für Flüchtlinge und angeworbene Arbeiter. So kam es, dass die Zechen aus allen Teilen der Bundesrepublik Jungbergleute einstellten. Es erging ein Aufruf an die caritativen Verbände, sich der Berglehrlinge und Jungarbeiter im Bergbau anzunehmen. So entschloss sich der Verein 1953 zum Bau eines Knappenheims. Hier waren 70, und über Jahre hinaus in weiteren, nahe gelegenen Häusern bis zu 220 Jungbergleute der damaligen Zeche Graf Bismarck untergebracht.

1953 bestellte die Kreissynode Gelsenkirchen einen Synodalpfarrer für Innere Mission, dem auch die Geschäftsführung des Vereins übertragen wurde. Am 14. Mai 1954 trat der Buer-Horster Ortsverband für Innere Mission e. V. die offene Fürsorgearbeit sowie die Dienstaufsicht über den Evangelischen Gemeindedienst für Innere Mission an einen von der Kreissynode errichteten Synodalverband für Innere Mission des Kirchenkreises Gelsenkirchen e. V. ab. Der Ortsverband blieb Träger des Wichernhauses.

1966 schloss die Zeche Graf Bismarck. Damit entfiel die bisherige Nutzung des Hauses. Da ein großer Bedarf an Wohnheimplätzen für geistig und körperlich behinderte Kinder bestand, wurde das Wicherhaus für diese Personen umgebaut.

Der Verein ist Mitglied beim Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche von Westfalen,Landesverband der Inneren Mission e.V.. Er ist somit an das Landeskirchliche Diakoniegesetz gebunden.

Weblink

Quelle

  • Festschrift zur Einweihung des neuen Wichernhaus am 30. Oktober 1977