Carola Haase

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Carola Haase, geb. Cossmann (* 1898 , † 1945 in Stutthof ) war ein NS-Opfer.

Carola Haase heiratete als Witwe den Gelsenkirchener Kaufmann Sally Haase und sie brachte die 1921 geborene Tochter Margot mit in die Ehe. Das Ehepaar hatte zwei weitere Kinder – den 1926 geborenen Bernd und die zwei Jahre jüngere Ingrid. Die Nationalsozialisten zerstörten nach 1933 die Existenzgrundlagen der Familie. Als Sally Haase im Zusammenhang der „Reichskristallnacht“ verhaftet und in ein Konzentrationslager verschleppt wurde, geriet die Familie immer mehr in Not. Nach der Entlassung aus dem Konzentrationslager floh Sally Haase vor den Nationalsozialisten nach Belgien. Nur der Tochter Margot gelang die Flucht in die USA. Die übrigen Familienmitglieder erhielten keine Einreisevisa für die USA.

So mussten Carola Haase und ihre Kinder in Gelsenkirchen bleiben. Mit vielen weiteren Gelsenkirchener Juden erlebten sie die Diskriminierung und Drangsalierung und schließlich die Deportation aus Gelsenkirchen nach Riga am 27. Januar 1942. Alle drei Mitglieder der Familie überlebten, bis die Rote Armee immer näher kam, und wurden von Riga in das Lager Stutthof verlegt. Dort kamen Carola und Ingrid Haase um. Bernd Haase wurde im März 1945 befreit. Neben seiner in die USA entkommenen Schwester blieb er der einzige Überlebende der Familie, denn auch sein Vater wurde nach Auschwitz deportiert und ermordet. Bernd Haase kehrte nach Gelsenkirchen zurück und verließ Anfang 1947 Deutschland. Mit Hilfe seiner Schwester baute er sich in den USA eine neue Existenz auf.

Am 9. Februar 2010 wurde für Carola Haase ein Stolperstein vor ihrem früheren Wohnhaus Kurt-Schumacher-Straße 10, in Gelsenkirchen-Schalke verlegt.

Quelle

Institut für Stadtgeschichte