Dahlbuschbombe

Dahlbuschbombe

Die Dahlbuschbombe (auch Dahlbusch-Bombe oder Dahlbusch-Rettungsbombe) ist eine 2,5 Meter lange und 38,5 Zentimeter breite, torpedoförmige Rettungskapsel, die im Bergbau zur Rettung verschütteter Bergleute eingesetzt werden kann.

Entwicklung

Die Stahlkapsel wurde im Mai 1955 auf der Zeche Dahlbusch in Gelsenkirchen-Rotthausen entwickelt. Ihr geringer Durchmesser von 38,5 Zentimeter erlaubte ihren Einsatz als Rettungsgerät ab Bohrdurchmessern von 40 Zentimeter Durchmesser. Die Erfindung war eine bergmännische Gemeinschaftsentwicklung auf der Zeche Dahlbusch.[1] Es wurde nie ein Patent beantragt.[2][3] Ihren Namen erhielt die Dahlbusch-Bombe von der Presse in Anlehnung an ihre bombenförmige Form und an ihren ersten Einsatz auf der Zeche Dahlbusch.

Einsätze

Seit ihrer Erfindung kamen die Dahlbuschbombe und ähnliche Rettungskapseln bei verschiedenen Grubenunglücken zum Einsatz:

  • Erstmals eingesetzt wurde die Dahlbuschbombe auf der Zeche Dahlbusch. Dort wurden mit ihrer Hilfe drei Bergleute, die in einem Füllort zwischen der zehnten und elften Sohle durch einen eingestürzten Blindschacht eingeschlossen waren, nach fünf Tagen durch eine 42 Meter lange senkrechte Bohrung von der elften Sohle nach oben aus 855 Meter Tiefe gerettet.
  • Weitere Bekanntheit erlangte die Dahlbuschbombe am 7. November 1963, als mit ihr die Rettung von elf Bergleuten nach dem Grubenunglück von Lengede aus der Eisenerzgrube Mathilde gelang.
  • Nach dem Grubenunglück von Lassing wurde 1998 ein Bergmann nach zehn Tagen mit einer Kapsel aus 60 m Tiefe herausgezogen.[4]
  • Im Jahr 2002 wurden neun Bergleute nach einem massiven Wassereinbruch in der Quecreek-Mine, einem Kohlebergwerk in Lincoln Township, Somerset County, Pennsylvania, USA, in etwa 75 m Tiefe unter Tage eingeschlossen. Nach vier Tagen wurden sie durch eine Bohrung mittels einer Rettungskapsel gerettet, deren Design von der Dahlbuschbombe abgeleitet war.[5]
  • Die beim Grubenunglück von San José 2010 verwendete Rettungs-Kapsel war mit 53 Zentimetern Durchmesser deutlich geräumiger als die Dahlbusch-Bomben mit 38,5 Zentimetern Durchmesser. Diese geht aber auf deren Design zurück.

Literatur

  • Walter Bischoff, Heinz Bramann, Westfälische Berggewerkschaftskasse Bochum: Das kleine Bergbaulexikon. 7 Auflage. Verlag Glückauf GmbH, Essen 1988, ISBN 3-7739-0501-7.
  • Manfred Meier: Das Wunder von Lengede. 1 Auflage. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-596-16141-X.
  • Karlheinz Rabas: Die „Dahlbuschbombe“ aus Gelsenkirchen. Geschichte eines weltberühmten Rettungsgerätes im Bergbau. 1 Auflage. Heimatbund Gelsenkirchen, April 2015. [1]

Einzelnachweise

  1. Allgemeine Zeitung Bad Kreuznach vom 16. Oktober 2010
  2. Die Dahlbusch-Bombe. Der Spiegel 46/1963 vom 13. November 1963 nennt Eberhard Au als Erfinder.
  3. vgl. dagegen Posting von Karlheinz Rabas im Forum der "Gelsenkirchener Geschichten"; demnach war nicht Eberhard Au der Erfinder.
  4. Hannes Burger: Das Wunder von Lassing. Welt Online, 28. Juli 1998. Abgerufen am 2012-01-05.
  5. Horst Rademacher: Rettungsschächte: In Lengede 58 Meter, in Quecreek 74 Meter. FAZ.net, 31. August 2010. Abgerufen am 2012-01-05.

Weblinks

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