Gelsenkirchener Privatpost

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Die Gelsenkirchener Privatpost bestand von 1897 bis 1898 und bietet eine nicht uninteressante postalische Geschichte.

Gelsenkirchener Privatpost von 1897 in einer Auflage von 100 Stück

Da das alte Reichspostgesetz einen Postzwang innerhalb ein und desselben Postamtsbezirks nicht vorsah, konnten sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zahlreiche Privatpostunternehmen bilden, die sich mit dem Postgeschäft ihrer Stadt befaßten. Erst durch eine Novelle zum Reichspostgesetz wurde am 31. März 1900 dem aufblühenden Privatpostgewerbe zugunsten des Postfiskus ein Ende gemacht.

Geschichte

Nach Bochum (1886) und Essen (1887) wurde am 18. Juli 1897 in Gelsenkirchen eine Privatpostanstalt ins Leben gerufen. In dem damals nur 30000 Einwohner zählenden Gelsenkirchen stellte die Gründung dieser Privatpostanstalt ein Wagnis dar. Inhaber des damals unter dem Namen Privat-Brief-Beförderung gegründeten Gelsenkirchener Privatpostunternehmens waren der Schreiner Daniel Glaubitz, deren Leiter er auch war, und der Essener Tagelöhner Christoph Septinus. Am 8. August 1897 wechselte das Unternehmen unter der neuen Bezeichnung Privat-Briefbeförderungs-Anstalt bereits seine Besitzer: Firmanten waren Hüffert und Herrmann. Am 18. November 1897 meldet die Oberpostdirektion Dortmund nach Berlin, daß das Unternehmen auf den Agenten Heinrich Möller übergegangen sei; Möller stammte aus dem damals noch nicht zu Gelsenkirchen gehörenden Amt Ueckendorf.

Der Verkauf der Postwertzeichen erfolgte durch die Briefträger und interessierte Ladenbesitzer, bei denen zumeist auch Privatbriefkästen vorzufinden waren, gegen Provision. Die äußerst geringen Postverkehrsansprüche der damaligen Gelsenkirchener zwangen Möller, am 21. Februar 1898 seine Privatpost zu schließen.

Die Privatpost Gelsenkirchen gab nur wenige Postwertzeichen heraus. Über die Gebühren der Gelsenkirchener Privatpost weiß man mit Sicherheit lediglich, daß eine Karte 2 Pfg., ein Brief 3 Pfg. kostete, während die Mindesttaxe für ein Paket oder eine Geldanweisung 10 Pfg. betrug; hierbei mußte das Porto aus je zwei Wertzeichen zusammengeklebt werden, da es ein 10 Pfg. Wertzeichen nicht gab. Die 2 Pfg. Marken waren grau-lila, die 3 Pfg. Marken ziegelrot. Sie wurden bei Oskar Springer in Leipzig gedruckt.

Quelle

  • Dr. F. M. Lenig, Vorsitzender des „Merkur" (Verein Deutscher Privatpostwertzeichensammler) und Leiter der Arbeitsgemeinschaft "Privatposten" im Bund Deutscher Philatelisten, sowie Vorsitzender des Briefmarkensammlervereins Gelsenkirchen und des Verbandes der Philatelisten Nordrhein-Westfalen

Literatur

  • Georg Glasewald: Glasewald Privatpostmarken Katalog. „Merkur“ Verein Deutscher Privatpostmarken-Sammler, Gelsenkirchen 1953

Weblinks

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