Hero Folkerts

Dr. Hero Folkerts (* 1898, † 17. Januar 1959 in Velbert [1]) war Städtischer Musikdirektor in Gelsenkirchen.

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Leben

Dr. Hero Folkerts war Kriegsfreiwilliger und Frontkämpfer im Ersten Weltkrieg. Nach seiner Rückkehr aus englischer Kriegsgefangenschaft nahm er ein Jurastudium in Halle und Köln auf. Nach der Promotion bildete er sich zum Kapellmeister fort und arbeitete als freiberuflicher Musiklehrer, Kritiker und Dirigent. Er zeigte früh eine große Nähe zur NS-Bewegung: Seit Februar 1931 war er Mitglied der NSDAP. In den Jahren 1931 und 1932 dirigierte er die „Nationalsozialistischen Volkschöre“ in Duisburg und Essen.

Amtszeit in Gelsenkirchen

Zum 1. September 1933 trat Folkerts die Nachfolge von Paul Belker als Städtischer Musikdirektor in Gelsenkirchen an. Selbstbewusst begriff er sich fortan als „Leiter des Gelsenkirchener Musiklebens“. Er baute nicht nur ein städtisches Orchester auf, sondern schaltete auch das städtische Musikwesen gleich, indem er die bestehenden Musikvereine mit NS-Organisationen wie dem NS-Feierabendchor verschmolz. Zudem trat Folkerts auch als Komponist nationalsozialistischer Musik hervor. So schaffte er zum Beispiel eine Sinfonie zu Ehren des NS-Helden Albert Leo Schlageter. Seine nationalsozialistische Haltung zeigte sich beispielsweise im Gespräch mit der Gelsenkirchener Allgemeine Zeitung im Jahr 1933:

„Der Appell, den der Nationalsozialismus an uns alle richtet, mit dem er jeden einzelnen zur Volksgemeinschaft fordert, wird, so hoffe ich zuversichtlich, so stark sein, dass er die alten Gegensätze beseitigt und auch in unserem städtischen Musikleben befruchtend und belebend wirkt.“

Folkerts städtisches Orchester bespielte ab 1935 auch das neue Stadttheater. Die dort dargebotenen Operetten und später auch Opern wurden aber von den theatereigenen Kapellmeistern dirigiert.

Zu dieser Zeit wohnte er in der Bismarckstraße 29.[2]

Folkerts leistete von 1939 bis 1941 Kriegsdienst und wurde 1944 erneut einberufen. Er geriet in sowjetische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1946 nach Gelsenkirchen zurückkehrte. Dort beantragte er die Wiedereinstellung als Städtischer Musikdirektor, die die Stadt Gelsenkirchen aber wegen seiner nationalsozialistischen Orientierung ablehnte.

Zeit nach Gelsenkirchen

Später konnte Folkerts seine musikalische Karriere noch in Velbert fortsetzen. Seit April 1954 war er mit dem Wiederaufbau der Jugendmusikschule dort beauftragt. Folkerts regte im Herbst 1954 an, mit einigen Streichern der ehemaligen „Städtischen Orchester Vereinigung“ und einigen Lehrern der neu aufgebauten Musik & Kunstschule ein Kammerorchester in reiner Streicherbesetzung unter dem Namen „Collegium musicum Velbert“ ins Leben zu rufen. [3]

Er hatte außerdem die künstlerische Leitung des Instrumentalverein Wuppertal.[4]

Folkerts war verheiratet mit Eva Folkerts, geb. Klass. Das Paar hatte einen Sohn, Ihno Tjark. Hero Folkerts starb 1959 als sein Sohn 14 Monate alt war an einem Gehirntumor. [5]

Quelle

Einzelnachweise