Johannes-Kirche

Die Johannes-Kirche war eine evangelische Kirche. Sie befand sich in der Warendorfer Straße 4 im Ortsteil Resser Mark.

Johannes-Kirche Ende der 1950er Jahre

Geschichte

Kirchlich gehörte das Wohngebiet der Resser Mark zur Gemeinde Resse. 1947/1948 begann man mit eigenen Gottesdiensten auf einem Waldstück, die der Resser Pfarrer von der Heyde abhielt. Später konnte eine Baracke der katholischen Gemeinde mitbenutzt werden.

Im Mai 1948 wurde der Kirchbauverein in der Gaststätte Forsthaus in Erle gegründet. Nach Verhandlungen mit der Stadt Gelsenkirchen bekam die Gemeinde ein Waldstück an der Warendorfer Straße für den Bau eines Gemeindehauses zugewiesen.

Im Juni 1950 erfolgte der Spatenstich durch Herr Superintendent Kluge. Das gesamte Gemeindehaus wurde in Selbsthilfe errichtet. Die umliegenden Zechen stellten das Material zur Verfügung. Ca. 37.000 DM wurden durch unbezahlte Eigenhilfe der Männer und Frauen eingespart. Am 4. Mai 1951 war der erste Teilabschnitt im Rohbau fertig, am 2. Weihnachtstag 1951 konnte der Kirchsaal in Gebrauch genommen werden, ein Jahr später war auch der zweite Abschnitt mit Wohnungen bezugsreif.

Im Herbst 1951 bekam die Gemeinde mit Pastor Johannes Favre einen eigenen Seelsorger, der bis Mitte 1966 in der Gemeinde tätig war.

In dieser Zeit hat sich die Gemeindemitgliederzahl durch zahlreiche Neubauten im Ortsgebiet fast verdreifacht. Durch das Anwachsen der Bevölkerung erwies sich die Notkirche bald als zu klein. Eine neue Kirche mit Pfarrhaus musste daher gebaut werden.

1955 wurde durch Superintendent Kluge der Grundstein gelegt. Nach Plänen des Architekten Egbert Drengwitz entstand eine schlichte Kirche mit zwei Gemeinderäumen. Am 22. Juli 1956 konnte die neue Johannes-Kirche eingeweiht werden. Mit der Fertigstellung des Kindergartens 1960 waren die Bautätigkeit der Gemeinde vorerst abgeschlossen.

Am 1. April 1966 wurde der Gemeindebezirk Resser Mark von der Gemeinde Resse abgetrennt und eine selbständige Kirchengemeinde.

Am 9. Juni 2003 wurde die Kirche entwidmet und im Dezember 2005 musste sie wegen starker Bergschäden abgerissen werden.

Auf dem Geländer wurden die Wohnhäuser des Johanneshofs errichtet.

 
Glocken der ehemaligen Kirche

Glocken

Weil in der Notkirche keine Glocken vorhanden waren, wurde zu Beginn der Gottesdienste das Glockengeläut von einer Schallplatte eingespielt. Die Glocken der 1955 errichteten Kirche wurden 1938 vom Bochumer Verein gegossen und waren zunächst für die Adventskirche in Scholven bestimmt.[1] Der Entwurf des Glockenturms sollte an die Architektur des Bergbaus anknüpfen und stellt eine Mischung aus Fördertum und Fördergerüst dar.

Quelle

  • "Die Kleine der Gemeinden - 40 Jahre Johanneskirche Resser Mark" Festschrift zum 40jährigen Bestehen der Johanneskirche Resser Mark, 1996

Weblink

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Einzelnachweise

  1. Informationstafel Johanneshof