Adressbuch

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Ein Adressbuch ist ein privat, geschäftlich oder dienstlich geführtes oder aber ein öffentlich publiziertes Verzeichnis der Adressen von Einzelpersonen, Behörden, Institutionen und Unternehmen.

Üblicherweise hält man darin Name, Vorname, Anschrift (bestehend aus Straße, Hausnummer, Postleitzahl, Wohnort), die zusammen die Postanschrift bilden, fest.

Öffentliche Adressbücher (Einwohnerbücher eines Ortes)

Diese Bücher enthalten oft mehrere Listen mehr oder weniger gleichen Inhalts, aber in verschiedener Sortierung:

  • eine nach den Nachnamen der Einwohner geordnete Liste;
  • eine nach Straßen und Hausnummer geordnete Liste, die Bewohner der Häuser enthält. Oft sind dabei auch die Hauseigentümer angegeben (z.B. falls im Haus wohnend, hervorgehoben, sonst mit Wohnort angegeben).
  • eine Liste der Unternehmen nach Branchen;
  • Listen der Einwohner kleinerer Nachbarorte;
  • Listen der Behörden, Vereinen und Ärzte;
  • Alte Einwohnerbücher sind oft ergänzt mit Listen von Post-, Telegramm- und Fernsprechgebühren, Postbestimmungen, Gebühren der Dienstmänner, Pferde- und Autodroschken sowie gesetzlichen Bestimmungen.

Alte Adressbücher enthalten oftmals nur die Namen der männlichen Haushaltsvorstände. Neben dem Namen derselben ist alten Adressbüchern oft auch die Berufsbezeichnung verzeichnet, wie z. B. „Eisenbahnführer“, „Dienstmagd“. Ein Eintrag wie Eisele Dr., Arzt, Wwe. zeigt an, dass der Haushaltsvorstand, der Arzt Dr. Eisele, verstorben ist und seine Witwe, evtl. mit Kindern, die Wohnung bewohnt.

Mitunter enthalten die gedruckten Adressbücher auch Karten, etwa einen Stadtplan.

Amtliche Einwohnerbücher können durchaus auch werbliche Einträge enthalten. Auch Buchrücken, Seitenränder, der Vorsatz, evtl. auch weitere Seiten am Anfang oder Ende des Buches wurden gern mit Werbung bedruckt, um den Druck zu finanzieren.

In der Vergangenheit wurden Adressbücher meist anhand der Unterlagen der Meldebehörden erstellt (im Titel oft erkennbar durch Zusätze wie "Amtliches Adressbuch", "aufgrund amtlicher Unterlagen bearbeitet" o. Ä.), heute geschieht dies einerseits aus Gründen des Datenschutzes (immer weniger Menschen möchten dort aufgeführt sein), aber auch wegen der Verfügbarkeit der Daten im Internet nicht mehr in gedruckter Form. Daher enthalten heutige Adressbücher bzw. elektronische Verzeichnisse mitunter nur noch die Angaben derjenigen Personen oder Institutionen, die mit ihrer Nennung einverstanden waren oder sie sogar ausdrücklich veranlasst haben.

Verwendung historischer Adressbücher

Alte Adressbücher sind eine wichtige Quelle für die historische Forschung.

Für viele Orte, deren Archive im Zweiten Weltkrieg oder aus anderen Gründen verloren gingen, sind die gedruckten und daher weiter verbreiteten Adressbücher heute die einzigen Quellen, um den genauen Wohnort einer bestimmten Person zu ermitteln.

Auch Berufs- oder Namensbezeichnungen oder Hausnummern lassen sich so nachträglich ermitteln.

Aber auch bei der Ermittlung der letzten frei gewählten Wohnungen von Opfern des Faschismus spielen die Adressbücher der 1930er/1940er Jahre eine große Rolle; nicht zuletzt für die Verlegung der Stolpersteine durch Gunter Demnig.

Für Gelsenkirchen sind Adressbücher online verfügbar (Stand Januar 2018):

Gelsenkirchen

Buer

Rotthausen

Schalke und Heßler

Bismarck

Weblinks

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