Albert Gompertz Pelzwaren

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Albert Gompertz, Fabrikation und Verkauf von Pelzwaren.

Fabrikzeichen der Firma Gompertz

Der Betrieb wurde von Albert Gompertz (* 28. Mai 1857 in Uerdingen, † 20. Februar 1920 in Gelsenkirchen) auf der damaligen Friedrichstraße (heute Schalker Straße) gegründet, und war spezialisiert auf Pelzwaren und Herrenartikel.

Geschichte des Hauses

Das Geschäft zog später in ein größers Lokal in der Bahnhofstraße 61 (heute Nr. 71) um. Dort wurde den Schau-u. Kauflustigen mehr gezeigt und geboten. Doch um allen gerecht zu werden und auch nach Außen dem Unternehmen das ihm gebührende Ansehen zu geben, war es nötig, daß das Geschäft in ein geräumiges Lokal mit den nötigen Fenstern in die Bahnhofstraße zu verlegt. Die Lösung der Lokalfrage unter gleichzeitiger Schaffung großer Arbeitsräume war nicht leicht und so glückte es erst im Jahre 1909, die für die Ausdehnung des Unternehmens notwendigen Räumlichkeiten in dem Geschäftshaus Bahnhofstraße 22/24 (heute Nr. 18), Ecke Klosterstraße zu finden. Hier konnte sich die Firma erst voll entfalten, mit dem Emporblühen der Stadt Gelsenkirchen und ihrer Einverleibung in die Reihen der Großstädte gleichen Schritt halten und auch wirklich Großstädtisches leisten.

Die 10 Schaufenster dort machten es möglich, den schaulustigen Passanten stets die neuesten Modeschöpfungen in Pelzwaren, Herrenhüten, Mützen, und Schirmen zu zeigen und der geräumige Verkaufsraum bot den Käufern angenehmen Aufenthalt. Die einzelnen Abteilungen waren nunmehr erheblich vergrößert und zeigten eine Auswahl, die jedem Geschmack Rechnung trug und von keinem Fachgeschäft übertroffen wurde. Ganz besonders vergrößert wurde die Abteilung Pelzwaren. Durch die Schaffung einer modernen, geräumigen Kürschnerei unter persönlicher Leitung und bestem, fachmännisch ausgebildetem Personal brachten die Werkstätten des Pelzhauses Albert Gompertz das Vollendetste, was auf dem Gebiete der feinen Pelzwaren-Fabrikation geleistet werden konnte. Weit über den Rahmen der Stadt Gelsenkirchen waren die Erzeugnisse der Pelzwarenfabrik Albert Gompertz bekannt und wegen ihrer Güte, der künstlerischen Ausführung, sowie des verarbeiteten, hochwertigen Fellmaterials geschätzt und begehrt. Bereits in den Jahren 1912 und 1913 wurden dem Kürschnermeister Albert Gompertz für besonders hervorragende Leistungen auf dem Gebiete der Pelzverarbeitung anläßlich der Neuheitenausstellung in Leipzig durch den Verein deutscher Kürschner die Goldene Medaille und Ehrenurkunde verliehen.

Grabstein Albert und Sophie Gomperz auf den jüdischen Friedhof

Familie

Albert Gompertz heiratete 1889 die Gelsenkirchenerin Sophie Rubens (* 18. Mai 1853 in Gelsenkirchen,† 30. Januar 1927) und beide wurden auf den jüdischen Friedhof an der Wanner Straße beigesetzt. Aus dieser Ehe gingen fünf Kinder hervor, der älteste Sohn war Leo Gompertz, dann folgten Betty, Albert, Fritz und Rolf Gompertz. Die Kinder konnten 1939 und 1940 noch rechtzeitig aus Nazi-Deutschland fliehen und entkamen damit dem Holocaust. Ihr Weg führte über Holland in die USA.

Das Haus an der Bahnhofstraße 22 ging im Zuge der so genannten „Arisierung“ am 7. Februar 1940 an Kaufmann Wilhelm Rüter, der als neuer Eigentümer in das Grundbuch eingetragen wurde. Das Eckhaus wurde 1944 durch Bombenangriffe zerstört. Rüter ließ es nach dem Krieg wieder aufbauen.[1]

Quelle

Selbstdarstellung im Anzeigenteil der Publikation: Deutschlands Städtebau Gelsenkirchen Herausgeber:Beigeordneter Stadtbaurat Max Arendt - Bearbeiter: Dr. Wilhelm Brepohl, 1922

Weblinks

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Einzelnachweise