Alfred Draxler

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Alfred Draxler (* 25. Januar 1953 in Gelsenkirchen) ist ein deutscher Journalist.

Alfred Draxler (2014)

Leben

Draxler wuchs als Sohn eines Bergmanns in Schalke auf, und als Zehnjähriger ging er zum ersten Mal in die Glückauf-Kampfbahn, um ein Spiel des FC Schalke 04 zu sehen. Draxler begann seine journalistische Karriere als Jugendlicher bei der Buersche Zeitung.[1] Dort tippte er für 20 DM Spielberichte aus den unteren Ligen und erstellte die Tabellen, bevor er über die erste Mannschaft der Schalker berichtete. Seit 1978 arbeitet er als Redakteur für die Bild-Zeitung. Im Jahr 1992 wurde er stellvertretender Chefredakteur. Zum 1. Januar 2001 übernahm er zudem die Leitung der Sportredaktion der Bild am Sonntag. Vom 1. November 2004 bis zum 31. Januar 2014 war Draxler Stellvertreter des Chefredakteurs Kai Diekmann bei Bild, anschließend wurde er Chefredakteur der Sport Bild. Zudem ist er Autor zweier Bücher über Fußball. Draxler ist mit der CDU-Politikerin Martina Krogmann verheiratet.[2]

Kritik

Die Sport- und hier besonders die Fußballberichterstattung der Bild-Zeitung steht immer wieder in der Kritik, tendenziös zu sein. Kritik brachte Draxler hier zum Beispiel seine langjährige persönliche Verbundenheit mit Bild-Kolumnist Franz Beckenbauer ein, die laut Kritikern mit einer sehr schonenden Berichterstattung der BILD-Zeitung über die Person Beckenbauer verbunden ist.[3][4]. Die Nähe zu Lothar Matthäus, der deshalb stets im Verdacht stand, Interna an die Presse gegeben zu haben und der (gescheiterte) Versuch, diesen nach dem Rücktritt von Rudi Völler als Nationaltrainer 2004 als Nachfolger ins Spiel zu bringen, deuten in eine ähnliche Richtung.

Nationaltrainer Jürgen Klinsmann, der, entgegen jahrelangen Gepflogenheiten, der Bild-Zeitung keinen exklusiven Zugang zur Fußball-Nationalmannschaft ermöglichte, sah sich im Vorfeld der Weltmeisterschaft 2006 massiver Kritik ausgesetzt ("Grinsi-Klinsi"), die sich nach dem erfolgreichen Sommermärchen schlagartig ins Gegenteil verkehren sollte.

Draxler wird von Kritikern darüber hinaus auch immer wieder mit journalistischen Entgleisungen in Verbindung gebracht. So äußerte er in seiner Bild-Kolumne, Fußballspieler Benny Lauth müsse "doch eigentlich auf die Fr… kriegen, oder?"[5]. Den Fall des österreichischen Finanzministers Karl-Heinz Grasser, der in der BILD mit seiner Frau in einer Oralverkehr suggerierenden Pose abgebildet wurde, rechtfertigte Draxler mit dem Argument, Grasser und seine Gattin seien Teil des Jetsets und man habe "ja nicht behauptet, dass der Sex vollzogen wurde"[6].

Im Jahr 2008 wurde ihm vorgeworfen, obwohl innerhalb der Zeitung hauptsächlich für den Sport zuständig, aus persönlichen Gründen an einer BILD-Kampagne gegen Anne Will beteiligt gewesen zu sein. Draxlers Ehefrau, die CDU-Politikerin Martina Krogmann, ist die Patentante des Sohnes von CDU-Politiker Friedbert Pflüger. Dieser hatte vehement Wills Rücktritt gefordert und war während dieser Zeit in BILD ausführlich zu Wort gekommen[2].

m Zuge der Diskussion um mögliche Schmiergeldzahlungen im Vorfeld der Vergabe der WM 2006, ausgelöst durch einen Bericht des Spiegels im Oktober 2015, nahm Draxler die verantwortlichen Personen um Franz Beckenbauer, Günter Netzer und Wolfgang Niersbach in Schutz. Er schrieb, seine „Intensiv-Recherche“ habe ergeben, dass das Sommermärchen nicht gekauft gewesen sei.[7] Wie der Spiegel im Oktober 2018 berichtete, schickte Draxler diesen Artikel vor Veröffentlichung sowohl an Niersbach als auch an Netzers Ehefrau Elvira.[8] Die Betreffzeilen der beiden Mails lauteten „Ich kann noch alles ändern“, was in eklatantem Widerspruch zum Inhalt des späteren Artikels steht, in dem Draxler vermeintliche Unabhängigkeit betont und schreibt, er habe Beeinflussung bei seiner Recherche komplett ausgeschlossen.

Bibliografie

  • Franz. Bilder eines bewegten Lebens. Weltbild 2005, ISBN 3898972631
  • 40 Jahre Bundesliga. (Mitautor Franz Beckenbauer) Ullstein 2003, ISBN 3548420850

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Georg Löwisch: Früher am Ball. Die Tageszeitung (taz), 4. Juli 2006, abgerufen am 7. November 2015.
  2. 2,0 2,1 Dubiose Verbindungen verschwiegen – „Bild“-Kampagnen als Betroffenheitsberichte. NDR, 2008-06-15. Archiviert vom Original am 2009-06-21. Abgerufen am 2015-11-07. Referenzfehler: Ungültiges <ref>-Tag. Der Name „ndr“ wurde mehrere Male mit einem unterschiedlichen Inhalt definiert.
  3. Von Maulwürfen und Golf-Partnern. In: Bildblog. 5. Juni 2006 (Online ; Stand: 7. Juli 2008).
  4. Der Kaiser im "BILD-Verhör". In: Bildblog. 30. Juni 2006 (Online ; Stand: 9. September 2008).
  5. Oder auch nicht. In: Bildblog. 3. Mai 2008 (Online ; Stand: 7. Juli 2008).
  6. Intime Fotos: Finanzminister verklagt „Bild“. Reuters-Artikel auf Stern.de, 10. Mai 2006, abgerufen am 7. November 2015.
  7. Nachgehakt: Das Sommer-Märchen war nicht gekauft - Fussball - Bild.de. 23. Oktober 2015, abgerufen am 16. Februar 2019.
  8. SPIEGEL ONLINE: Sommermärchen-Affäre: Die schlampige Arbeit der Ermittler. Abgerufen am 16. Februar 2019