Kaufhaus Althoff

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Fassade des ehemaligen Kaufhaus Althoff
Karstadt Althoff Buer.jpg
Art des Denkmals: Baudenkmal
Standort: Hochstraße 40-44 / Luciagasse
Stadtteil: Buer
Baujahr: 1912
1928
Seit wann in Denkmalliste: 02.08.1989
Bemerkung: Ursprungsbau: Philipp Schäfer
Umbau 1927-1929: Wiemer & Trachte
Umbau 2012-2014: Dr. Schramm Fronemann Partner
Dokument der Denkmalbehörde: A224.pdf
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Das Kaufhaus Althoff war ein ehemaliges Warenhaus in Buer. Es wurde gegründet von Theodor Althoff (* 9. Oktober 1858 in Dülmen; † 26. August 1931 in Münster (Westfalen)) einem deutschen Kaufmann, Textil-Einzelhändler und Warenhaus-Unternehmer.

Geschichte

1885 übernahm Theodor Althoff im westfälischen Dülmen das Kurz-, Woll- und Weißwarengeschäft aus Familienbesitz und begann anschließend mit dem Aufbau eines Filialnetzes.

1904 eröffnete Althoff in Dortmund am Westenhellweg mit dem Kaufhaus Althoff das damals größte Warenhaus in Westfalen. Im Herbst 1912 eröffnete das Althoff-Warenhaus in Essen an der Limbecker Straße mit 53 Fachabteilungen auf 28.000 m² Nutzfläche. Sieben Treppenhäuser und zehn Fahrstühle erschlossen den Kunden 10.000 m² Verkaufsfläche.

1920 fusionierte die Warenhauskette Theodor Althoffs mit der von Rudolph Karstadt zur Karstadt AG.

Der Unternehmenssitz der heutigen Arcandor AG, wie die ehemalige KarstadtQuelle AG (entstanden durch die Zusammenführung der Karstadt AG und der Quelle Schickedanz AG & Co.) seit dem 1. Juli 2007 heißt, liegt an der nach ihm benannten Theodor-Althoff-Straße in Essen.

Althoff in Buer

Kaufhaus Althoff in Gelsenkirchen-Buer (rechts) um 1925

Als das Kaufhaus Theodor Althoff in Buer im Jahre 1913 gegründet wurde, siedelte es sich mit einem modernen Zweckbau inmitten der alten Fachwerkhäuser des Buerschen Huck als Zeugen einer vergangenen Zeit dörflicher Friedsamkeit an. Das „Neue Revier", in dessen Mittelpunkt die Neugründung erfolgte, war in vollem wirtschaftlichen Aufbruch. Die in fast fieberhaftem Tempo sich hier in industriellem Neuland ansiedelnde Zechenindustrie zog hunderttausende fleißiger Menschen ins Land, die kleine Dörfer in wenigen Jahren zu Großstädten emporsprießen ließen. Für sie großzügige, moderne Möglichkeiten der Bedarfsdeckung mit den Gütern der täglichen Lebensbedürfnisse zu schaffen, war für tatkräftig geleitete Einzelhandelsunternehmen eine bedeutsame volkswirtschaftliche Aufgabe. Das Kaufhaus Althoff, Buer, hat diese Verpflichtung von der Gründung des Hauses an erfüllt, zum eigenen Nutzen, der in einer ständigen Aufwärtsentwicklung des Betriebes zum Ausdruck kam, und zugunsten einer ständig wachsenden zufriedenen Käuferschar.

Der erste Weltkrieg mit seiner wachsenden Warenarmut konnte den Aufstieg des Unternehmens nur hemmen, nicht abstoppen, weil die Grundlage des Hauses gesund war. Die inzwischen erfolgte Vereinigung der wirtschaftlichen Kraft der Häuser Althoff und Karstadt und die Nützung der wirtschaftlichen Energie beider Häuser gab dem Buerschen Unternehmen weitere Impulse. Großzügige Erweiterungsbauten in den Jahren 1928/29 waren durch diese gesunde Entwicklung des Hauses und seinen Bedarf nach größeren Möglichkeiten des Warenangebotes bedingt. Der zweite Krieg brachte weitere Schwierigkeiten.

Das Haus in der Hochstraße 40-44 hat dann aus engbegrenzten wirtschaftlichen Verhältnissen heraus wieder zielbewußt auf gebaut. Mit dem Wiederaufbau in der Bundesrepublik gingen der neue Aufschwung und die Aufwärtsentwicklung des Unternehmens Hand in Hand. Inwischen hat die Verkaufsfläche im Hause bereits wieder 5000 qm erreicht. Rund 400 fachlich gut ausgebildete Mitarbeiter haben bei der Firma ihren festen Arbeitsplatz. Es ist nichts unterlassen worden, die Einrichtungen des Hauses den modernsten Anforderungen des Warenangebotes anzupassen. Eine neugestaltete Passage modernster Architektur hat die Gelegenheiten, die reichen Einkaufsmöglichkeiten des Hauses zu offenbaren, bedeutsam verstärkt. Eine neue Lufttür, zwei Schnellaufzüge und eine moderne Rolltreppe dienen der Bequemlichkeit der Kunden. In einer großzügig gestalteten, mit neuen Kühlanlagen versehenen Lebensmittelabteilung, die ihr Angebot überaus preiswert hält, sind eine Imbißecke und eine moderne Milchbar eingerichtet worden, die allen Ansprüchen modernen Kundendienstes entsprechen und überaus stark in Anspruch genommen werden.

Weblinks

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  • WAZ-Artikel vom 2.9.2014: Von Kurzwaren bis zum Damen-Putz

Literatur

  • Reichshandbuch der Deutschen Gesellschaft. Das Handbuch der Persönlichkeiten in Wort und Bild. Bd. 1, Deutscher Wirtschaftsverlag, Berlin 1930, S. 19, ISBN 3-598-30664-4 (als Neuausgabe auf Mikrofiche)

Quelle Althoff in Buer

  • aus dem Buch "Gelsenkirchen" von 1955