August Halbfell

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August Halbfell (* 4. Juli 1889 Bochum-Linden; † 20. Januar 1965 in Essen-Rellinghausen) war ein Politiker der SPD.

Leben

Halbfell begann nach dem Besuch der Volksschule zunächst eine Buchdruckerlehre, die er aber 1904 abbrach, um anschließend eine Ausbildung auf Zeche Zentrum 4/6 in Bochum zu beginnen. 1913 wechselte er dann nach entsprechendem Lehrgang als Grubensteiger zur Zeche Scholven.

Als Kriegsfreiwilliger wurde er im 1. Weltkrieg schwer verwundet. In einem Lazarett in Frankreich hielt er Vorträge über den Steinkohlenbergbau und machte damit auf sich aufmerksam. Daraufhin wurde er nach Serbien und in die Türkei versetzt, um den deutschen Verbündeten beim Aufbau des Bergbaus zu helfen. Nach Kriegsende kehrte er als Steiger auf die Zeche Scholven zurück.

1918 wurde Halbfell SPD-Mitglied in Buer in Westfalen. Von 1922 bis 1933 war er Aufsichtsratsmitglied des Rheinisch-Westfälischen Kohlen-Syndikats. Ab 1924 engagierte sich Halbfell als SPD-Stadtverordneter in Buer, und nach dem Zusammenschluss der Städte ab 1928 in Gelsenkirchen-Buer. Von 1928 bis bis zum 11. März 1933 leitete er das Arbeitsamt Gelsenkirchen.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde Halbfell Ostern 1933 in polizeiliche Schutzhaft genommen und ins Konzentrationslager Esterwegen deportiert, wo er bis Anfang 1934 in Haft war.

Nach seiner Entlassung baute er in Essen eine Feinkostfabrik, die August Halbfell-GmbH., Fisch- und Mayonnaisenbetrieb, Essen, Annastraße 35, auf. Auch dort wurde er durch das NS-Regime mehrfach verhaftet und verhört, wurde aber immer wieder entlassen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war er vom 1. Juli bis zum 30. September 1945 Direktor des Arbeitsamtes Essen und ab dem 1. Oktober 1945 Präsident des Landesarbeitsamtes Westfalen. Dieses Amt legte er am 31. August 1946 nieder.

Von 1946 bis 1954 saß er als Abgeordneter im Landtag von Nordrhein-Westfalen und war von 1946 bis 1950 der erste Arbeitsminister des Landes. Zudem vertrat er das Land 1949 und 1950 im Bundesrat.

1959 wurde ihm das große Bundesverdienstkreuz verliehen.

Literatur

  • Dickhoff, E.: Essener Köpfe - wer war was?, Verlag Richard Bracht, Essen 1985, ISSN 3-87034-037-1

Weblinks und Quellen