August Overweg

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August Overweg
Büste vor Haus Letmathe

August Overweg (* 10. Juni 1836 in Iserlohn; † 2. März 1909 in Letmathe, heute Stadt Iserlohn) war ein deutscher Politiker und Sohn von Carl Overweg.

Leben

August Overweg studierte an der Universität Heidelberg. 1856 wurde er Mitglied des Corps Vandalia.[1] Von 1862 bis 1877 war er Landrat des Kreises Iserlohn. Seit 1875 leitete er daneben ehrenamtlich die Landeskulturgesellschaft für den Regierungsbezirk Arnsberg. Im Jahr 1878 arbeitet Overweg als Referent im Berliner Landwirtschaftsministerium, ehe er von 1879 bis 1883 Landrat von Bochum wurde. Anschließend kehrte er als vortragender Rat ins Landwirtschaftsministerium zurück. Nach der Reform der Provinzialverfassungen wurden die Mitglieder des Provinziallandtages nicht mehr von den Ständen bestimmt, sondern von den Parteien gewählt. Gleichzeitig wurden ein Pronzialausschuss und die Funktion des Landeshauptmannes eingeführt. Overweg wurde 1887 zum ersten Landeshauptmann von Westfalen gewählt. Gleichzeitig war er Landtagsabgeordneter für den Kreis Iserlohn. Er unterstützte die Selbstverwaltung der Provinz Westfalen und ließ 1888 mit der Inventarisierung der Bau- und Kunstdenkmäler in Westfalen beginnen. Im Jahr 1899 wurde Overweg für weitere 12 Jahre zum Landeshauptmann wiedergewählt, musste das Amt aber 1900 aus Gesundheitsgründen aufgeben.

Overweg förderte durch Schenkungen den Bau eines evangelischen Pfarrhauses und einer evangelischen Kirche in Letmathe[2].

Ehrungen

Die Amtsführung von August Overweg war wohl so überzeugend, dass ihm die Stadt Gelsenkirchen, die damals noch zum Landkreis Bochum gehörte, am 22. Februar 1883 die Ehrenbürgerschaft verlieh. Der Gelsenkirchener Oberbürgermeister Theodor Machens erwähnt diesen Vorgang in seinem Nachruf zum Tode August Overwegs:

„Overweg hat als Landrat des Landkreises Bochum unserem Gemeinwesen ein so lebhaftes und förderndes Interesse entgegengebracht, dass die Stadtverordnetenversammlung ihm im Februar 1883, als Zeichen der Hochschätzung und Verehrung, Liebe und Dankbarkeit aller Kreise der Bürgerschaft, das Ehrenrecht verliehen hat.“

An Overweg und seine Verdienste für Gelsenkirchen erinnert heute die Overwegstraße in der Altstadt. [3][4]

Einzelnachweise

  1. Kösener Korpslisten 1910, 122, 296
  2. Walter Kramer: 1875-1975. 100 Jahre Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Letmathe. Iserlohn 1975, S. 17, 20, 22
  3. Stadtgeschichte(n)Gelsenkirchener Persönlichkeiten
  4. Bericht über die Verwaltung der Stadt Gelsenkirchen 1903 bis 1920

Literatur

  • August Overweg: Nachrichten über die Familie Overweg. Berlin, August 1906. - 11 Bl. (In Schreibmasch. Schrift)

Weblinks