Bahnhof Gelsenkirchen-Wattenscheid

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Luftbild Bahnhof Gelsenkirchen-Wattenscheid um 1926
Bahnhofsgebäude mit Bahnangestellten um 1900

Der Bahnhof Gelsenkirchen-Wattenscheid liegt an der Strecke Osterath –Dortmund Süd Am Bahnhof in Ückendorf und wurde am 15. Dezember 1867 von der Rheinische Eisenbahn für den Güterverkehr eröffnet. Anfang 1868 erfolgte die Aufnahme des Personenverkehrs. Das Empfangsgebäude wurde in massiver Mauerbauweise errichtet und ist heute noch erhalten.

Die zügig vorangetriebenen Arbeiten konnten schon bald zum Abschluß gebracht und die Strecke samt Bahnhof zum vorgesehenen Termin eröffnet werden. Zwei Jahre später, am 3. November 1869, verlängerte die Cöln-Mindener Eisenbahn ihren Anschluß an die Zeche Hannover bis zum Bahnhof Wanne, womit eine durchgehende Verbindung Wattenscheid – Wanne entstand.

Nachdem sich der Bochumer Landrat Foren sowie die Dortmunder Handelskammer nachdrücklich für die Belange der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft eingesetzt hatten, genehmigte Preußen mit Konzession vom 20. November 1871 den Weiterbau der Strecke über Bochum nach Dortmund.

Als die Gemeinde Ückendorf am 1. September 1876 aus dem Amtsverband Wattenscheid ausgeschieden war und ein selbständiges Amt im Landkreis Gelsenkirchen bildete, bemühte man sich verstärkt um die Umbenennung des Bahnhofs. Während sich die Rheinische Eisenbahn abweisend verhielt, zeigte die Preußische Staatsbahn Entgegenkommen und benannte die Station in „Ueckendorf-Wattenscheid" um, was wiederum zu Protesten der Wattenscheider führte. Diese sahen die Gefahr, von Fahrgästen als Stadtteil Ückendorfs identifiziert zu werden und beantragten die sofortige Umkehrung des Doppelnamens. Die Preußische Staatsbahn hielt jedoch an der gewählten Form fest.

Als Ückendorf im Jahr 1903 nach Gelsenkirchen eingemeindet wurde, zeichnete sich für die Station eine erneute Umbenennung ab, die am 1. Juli 1907 mit Gelsenkirchen-Wattenscheid ihre noch heute gültige Form fand. Der Antrag Gelsenkirchens, den Bahnhof Gelsenkirchen Süd zu nennen, wurde von der Staatsbahn verworfen, da es hiergegen stürmische Proteste seitens Wattenscheid sowie aller angeschlossenen Zechen hagelte.

Diese nur 10 km lange Bahnstrecke von Gelsenkirchen Hauptbahnhof über den südlich auf der Stadtgrenze gelegenen Bahnhof Gelsenkirchen-Wattenscheid und wieder nördlich nach Wanne-Eickel wurde bis auf ein kurzes Intermezzo um das Jahr 1880 ausschließlich im Güterverkehr betrieben. Allerdings wurde im Jahre 1949 die Strecke vorübergehend für Pilgerzüge zum Katholikentag in Bochum genutzt, weil die Bahnverbindung über Wanne – Riemke – Bochum überlastet war. Ursprünglich als Zechenbahn erbaut wurde der Abschnitt von Gelsenkirchen Hauptbahnhof nach Gelsenkirchen-Wattenscheid bereits in den 1960er Jahren wieder abgebaut, während der östliche Zweig entlang der Zechen Hannover und Königsgrube bis 1990 sogar elektrifiziert in Betrieb war.

Quelle

  • Andreas Halwer, Stadtarchiv in Wattenscheid

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