Ludwig-Knickmann-Haus

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Das Ludwig-Knickmann-Haus war die Geschäftsstelle der NSDAP in Gelsenkirchen. Es befand sich auf der Hauptstraße 50 in der Altstadt. Benannt wurde die Geschäftsstelle nach Ludwig Knickmann, im Volksmund hieß das Gebäude „Braunes Haus“.

Ludwig-Knickmann-Haus um 1931

Im Oktober 1931 forderte die empörte Arbeiterschaft vor dem „Braunen Haus“: Nazis raus aus Gelsenkirchen! Die Forderung war die Antwort auf die Ankündigung von Gelsenkirchner Nazis, den „Bluttag“, den die NSDAP in Braunschweig veranstaltet hatte, bei dem es Tote und Verletzte auf Seiten der gegen die Nazis protestierenden Bevölkerung gegeben hatte, hier in Gelsenkirchen zu wiederholen. Hinter dieser Forderung standen sowohl Mitglieder der politischen Arbeiterparteien wie KPD und SPD, als auch Mitglieder von christlichen Organisationen und unorganisierte Arbeiter und Bürger. In ihrer Empörung über die immer frecher auftretenden Nazis schleuderten die aufgebrachten Menschen Pflastersteine gegen das Haus. Die von den Nazis eiligst herbeigerufene Polizei schützte das Gebäude und ihre Bewohner, indem sie den Vorplatz räumte. Die Drohung der Faschisten, in den Arbeiterorganisationen „aufzuräumen“, hatte die Arbeiterschaft so aufgebracht, dass in der Nacht wiederum die Scheiben zerschlagen wurden und sich die Menge tagsüber trotz Polizeiaufgebot vor dem Haus versammelte.

Ludwig-Knickmann-Haus um 1931

Die Nazis hatten nur noch die Möglichkeit, die Büroräume über eine Leiter im Hof zu erreichen. Sie verbarrikadierten die Fensteröffnungen mit Bohlen und Eisenbahnschwellen. Immer wieder, mehrere Tage lang versammelten sich Menschen vor dem Gebäude, um ihrem Protest gegen die „Braunhemden“ Ausdruck zu verleihen. Die Polizei stellte „Ruhe und Ordnung“ wieder her, indem sie „durchgriff“. Unter Berufung auf formales Recht (Sachbeschädigung fremden Eigentums) wurden Verhaftungen unter den Arbeitern vorgenommen. Die Widerstandsaktion gegen die Nazis wurde gebrochen.

Das Haus wurde nach dem Krieg abgerissen und es entstand dort ein Wohn- und Geschäftshaus.

Quelle

Gelsenkirchen 1933-45 Angeklagt wegen Hochverrat - Beispiele der Verfolgung und des Widerstandes (Arbeitsergebnisse eines VHS-Kurses)

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