Bruno Schulz-Briesen

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Bruno Schulz-Briesen (vollständiger Name: Victor Julius Bruno Schulz ) (* 7. November 1832 in Haus Anstel bei Knechtsteden (Kreis Neuß), † 11. September 1919 in Düsseldorf. ) war Generaldirektor der Zeche Dahlbusch.

Bruno Schulz-Briesen

Bruno Schulz-Briesen besuchte auf Wunsch des Vaters von 1842 bis 1846 mit seinem Bruder Eduard die Kadettenanstalt in Bensberg bei Köln, wechselte anschließend auf das Gymnasium in Minden und auf die höhere Bürgerschule in Köln. 1850 begann er eine Ausbildung im Bergwesen. 1854 trat er in die Dienste der „AG für Bergbau, Blei- und Zinkfabrikation“ in Stolberg und Westfalen. Neben seiner Tätigkeit auf dem Bergwerk Ramsbeck im Sauerland legte er 1855 die Markscheiderprüfung beim Bergamt Siegen ab. Anschließend leistete er sein Freiwilligenjahr beim Garde-Pionierbataillon in Berlin und hörte daneben Vorlesungen an der hier neu gegründeten Bergakademie. Seit 1857 war er Mitarbeiter der Abteilung Bergbau, Domänen und Forsten der Österr. Staatseisenbahngesellschaft in Wien und 1862 übernahm er die Leitung ihrer Steinkohlengruben im ungar. Reschitza. 1863 wurde er Direktor der Zeche Dahlbusch in Rotthausen, die zur „Belgisch-Rheinischen Gesellschaft der Kohlenbergwerke an der Ruhr“ gehörte. In dieser Position verblieb er bis zu seiner Pensionierung 1899, wobei die Zeche Dahlbusch 1873 in die „Bergwerksgesellschaft Dahlbusch“ umgewandelt wurde und Schulz-Briesen seit 1879 deren Generaldirektor war. Mit seinem Eintritt bei Dahlbusch begann eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung, ausgehend von einem planmäßigen Abteufen weiterer Schächte, wozu auf seinem Betreiben erstmals in Deutschland das Kind-Chaudronsche Schachtbohrverfahren angewendet wurde. Hierdurch gelang es, den wasserführenden Mergel im Ruhrrevier zu durchstoßen und die Schachtröhre in relativ kurzer Zeit fertigzustellen. Bis 1900 wurden zwölf weitere Schächte nach diesem Verfahren allein im Ruhrrevier erfolgreich niedergebracht. Unter der Führung von Schulz-Briesen wuchs Dahlbusch durch den Erwerb weiterer Grubenfelder zu einer der größten Zechen der Ruhrbergbaus am Ende des 19. Jh. Er repräsentierte den älteren Typus des angestellten Bergbauunternehmers mit patriarchalischem Selbstverständnis. Hierzu zählte auch das Engagement in Gemeinschaftsorganisationen und Verbänden des Bergbaus und des Verkehrswesens sowie als Mitglied des Rhein. Provinziallandtags. Sein späteres Zögern gegenüber den um 1900 allgemein getätigten Investitionen in das Kokereiwesen und in die Elektrifizierung der Bergwerke entfremdeten er sich jedoch vom Aufsichtsrat des Unternehmens. 1899 trat er in den Ruhestand, den er mit einer regen fachbezogenen schriftstellerischen Tätigkeit in Düsseldorf verbrachte.

Nach Bruno Schulz-Briesen wurde die Schulz-Briesen-Straße im Ortsteil Rotthausen benannt.

Quelle

Deutsche Biografie