Carl Pinnekamp

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Carl Pinnekamp (* 17. Oktober 1872 in Gelsenkirchen; † 23. Mai 1955 in Essen) war ein deutscher Architekt, der seit 1907 selbständig in Bochum arbeitete.

Der freischaffende Architekt eröffnete zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Bochum sein Büro und plante bis zum Ende der Zwanzigerjahre zahlreiche Kirchen und Profanbauten für die katholische Kirche, einige Industriebauten, Villen und Wohnhäuser im Ruhrgebiet sowie im Sauerland.

Leben

Johann Carl Pinnekamp wurde am 17. Oktober 1872 als Sohn des Ehepaares Heinrich Pinnekamp (* 25. August 1834, Olfen) und Maria Pinnekamp (* 18. Februar 1836, Alsen), geborene Böcker, in Gelsenkirchen geboren und am 21. Oktober des Jahres in der Propsteikirche St. Augustinus getauft. Carls Vater war von Beruf Baumeister und Bauunternehmer, wie es vor ihm bereits sein Vater Johann Heinrich Maria Pinnekamp (* 27. Januar 1806, Olfen) gewesen war. Als Heinrich Pinnekamp im Alter von 49 Jahren am 31. Juli 1884 starb, hinterließ er neben seiner Ehefrau Maria fünf Halbwaisen. Nachdem Maria ein knappes Jahr später ebenfalls verstarb, wurden die fünf Kinder Vollwaisen. Das nicht geringe Vermögen der Familie (diverse Häuser u.a. auf der Bahnhofstraße) soll damals den Kindern verloren gegangen sein, da sie sich fürchteten, vor Gericht „Ein-falsch-Zeugnis“ abzulegen. So bekam alles der Sozius des Vaters. Carl kam daraufhin im Alter von zwölf Jahren in ein Münsteraner Waisenheim, aus dem er nach wenigen Jahren von seinen älteren Schwestern geholt wurde.

Carl Pinnekamp absolviert eine Maurerlehre und lebte vor 1890 in Ückendorf. Im Dezember 1890 zog er in die Altstadt. Dort lebte er bis November 1891 und zog anschließend nach Köln, wo er die „Königliche Baugewerkschule zu Cöln“ besuchte. Dort konnte man ohne Abitur innerhalb von vier Semestern eine Ausbildung zum Baugewerksmeister erhalten. Dort legte er vermutlich sein Examen ab.

Im Oktober 1894 wurde Carl Pinnekamp zur Rekrutenausbildung einberufen, die er in Straßburg bei den Pionieren ablegte und im September 1896 als Gefreiter verließ.

Im Wintersemester 1898/99 und im darauffolgenden Sommersemester war Pinnekamp an der Technischen Hochschule in Karlsruhe eingeschrieben. Ohne Hochschulreife war es ihm jedoch nicht möglich, als ordentlicher Student an der TH-Karlsruhe zu studieren, daher besuchte er als Gasthörer die Seminare und Vorlesungen der Fachabteilung Architektur. Zum Beginn des Wintersemesters 1899/00 schrieb sich an der Technischen Hochschule Charlottenburg als Gasthörer ein. Nach vier Semestern verließ Carl Pinnekamp zum Wintersemester 1901/02 die Hochschule.

1904 zog er nach Bochum, wo er bis 1907 für die „Terrain-Gesellschaft am Stadtpark Bochum GmbH“ arbeitete. 1905 trat er dem Bund Deutscher Architekten bei. Am 10. April 1907 heiratete Carl Pinnekamp Bernhardine Josepha Ida Koepe (* 24. Mai 1873, Hordel-Eickel). Aus der Ehe gingen fünf Kinder hervor.

Carl Pinnekamp starb am 27. Mai 1955 an einer Krebserkrankung.

Bauten in Gelsenkirchen

  • Kanzlerstraße 12, Apotheke Hugo Müller, 1908/09; nicht erhalten
  • Skagerrakstraße (ehemals Westfalenstraße 32), Kaplanei der katholische Herz-Jesu-Gemeinde, 1909; kriegszerstört
  • Vandalenstraße 46 (ehemals Hedwigstraße 19a), Schwesternhaus („Elisabethhaus“) der katholische Herz-Jesu Gemeinde, 1909; erhalten
  • Ahlmannshof 8, Schwesternhaus der katholische St.-Franziskus-Gemeinde, 1910/11; erhalten
  • Ahlmannshof 8a, Saal („Josephssaal“) der katholische St.-Franziskus-Gemeinde, 1910/11; nicht erhalten
  • Hauptstraße 55/57 (ehemals Hochstraße 55/57), Betriebsgebäude und Wagenhalle, BOGESTRA, 1912/13; nicht erhalten
  • Wettbewerbsentwurf für die Kirche der St.-Ludgerus-Gemeinde, 1913; unverwirklicht
  • Skagerrakstraße 42 (ehemals Westfalenstraße 30), Erweiterung der katholischen Kirche Herz-Jesu, 1913/1914; kriegszerstört

Quelle