Eduard Bischoff

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Eduard Bischoff

Eduard Bischoff (* 25. Januar 1890 in Königsberg, † 4. Januar 1974 in Soest) war ein deutscher Künstler und Mitglied der Künstlersiedlung Halfmannshof. Sein bekanntestes Werk in Gelsenkirchen ist das Mosaik „Handel, Wirtschaft und Verkehr“[1] aus dem Jahre 1952 im Foyer der ehemaligen Landeszentralbank an der Florastraße, heute Kulturraum "die flora".

Leben

Bischoff, Sohn eines Kaufmanns[2], zog es nach Ausbildung im Lehrberuf in Hohenstein und Preußisch Eylau[3] ab 1908 zum freien Studium im Künstlerkreis um Fritz Boehle in Frankfurt am Main. In diese Zeit und danach (bis 1910) fallen auch einige Schiffreisen in den Orient bzw. in den östlichen Mittelmeerraum. Mit vierjähriger Unterbrechung durch den Ersten Weltkrieg, in dem er als Soldat in Ostpreußen, Galizien und Frankreich diente[3] studierte er von 1910 bis 1920 an der Kunstakademie Königsberg unter Ludwig Dettmann, Heinrich Wolff und Richard Pfeiffer. Bis zu seiner Berufung als Professor im Jahr 1936 lebt Bischoff als freier Künstler in Königsberg. In diesem Zeitraum unternimmt er auch zahlreiche Reisen nach Nord-, Süd und Südosteuropa.[4] 1924 kommt es zur Begegnung mit Lovis Corinth.[3] Nach Wehrdienst im Zweiten Weltkrieg und Flucht nach Mecklenburg sowie dreijährigem Aufenthalt in der Lüneburger Heide kommt Bischoff 1948 nach Gelsenkirchen, wo er sich bis 1962 in der Künstlersiedlung Halfmannshof niederlässt und hier als freischaffender Künstler tätig ist. Bischoff war Mitglied des Bundes Gelsenkirchener Künstler. Seine erste Ausstellung in Gelsenkirchen fand 1949 im Hans-Sachs-Haus statt. In den Jahren 1952 und 1953 erfolgen auch Reisen nach Afrika.[4] 1962 zieht Eduard Bischoff nach Soest um, wo er bis zu seinem Tod lebt und arbeitet.

Von 1962 bis zu einem Tode im Jahre 1974 lebte Bischoff in Soest, wo er neben vielen Arbeiten mit Lokalbezug auch den sogenannten „Ostpreußen-Zyklus“ schuf.

Mit seiner Ehefrau Gertrud hatte Eduard Bischoff zwei Kinder, Tochter Berte sowie Sohn Fridolin, der 1942 im Kaukasus fiel.

Zu seinem hundertsten Geburtstag im Jahre 1990 stellte das Landesmuseum Lüneburg eine umfassende Retrospektive zusammen, die auch in Regensburg, Stuttgart, Düsseldorf und Soest gezeigt wurde.

Eduard Bischoff auf einer Zeichnung im ehemaligen Glückauf-Keller

Werk

Bischoff schuf u.a. Glasfenster und Mosaike in Kirchen und öffentlichen Gebäuden, aber auch viele Farb- und Linolschnitte. Mit letzteren war er mehrfach in den vom Kunstverein Gelsenkirchen herausgegebenen Kunstkalendern vertreten. Frucht seiner Studienreisen waren Serien wie „Afrikanische Impressionen“ und „Europas Landschaften in Aquarellen von Eduard Bischoff“.

Der „Ostpreußen-Maler“

Ein wichtiges Thema im Werk Bischoffs war die Schilderung von Land und Leuten seiner Heimat Ostpreußen. Hierzu entstanden bereits während seiner Zeit in Königsberg viele Arbeiten, doch auch später, als Bischoff bereits in Gelsenkirchen lebte. 1958 etwa malte er das große Triptychon „Ostpreußen“. Nach seiner Übersiedlung nach Soest schuf er neben Arbeiten mit Soester Motiven auch eine Serie von Holzschnitten, den „Ostpreußen-Zyklus“. Diese Arbeiten mit Heimat-Bezug sind es, für die Bischoff heute außerhalb von Gelsenkirchen vor allem bekannt ist.

Bischoff in Gelsenkirchen

Die wichtigste Arbeit von Eduard Bischoff in Gelsenkirchen ist das große Mosaik „Handel, Wirtschaft und Verkehr“, das er im Jahre 1958 im Auftrag der Landeszentralbank für das Foyer deren damaligen Sitzes an der Florastraße 26 schuf. Die genaue Bedeutung der einzelnen Bildteile ist in Vergessenheit geraten. Das Mosaik stellt fünf auf einer Treppe übereinander stehende Figuren dar. Auf der obersten Stufe steht eine Frau mit einem langen weißen Gewand mit Kapuze, die ein schweres Buch mit goldenem Schnitt im Arm hält und sich die linke Hand vor den Mund hält. Rechts neben ihr eine Frau in einem schweren dunklen Mantel mit Goldborte, deren Augen mit einem weißen Tuch verbunden sind. Sie hebt die Hände in die Höhe. Auf mittlerer Höhe der Treppe läuft ein nackter Läufer mit den Atributen des griechischen Gottes Hermes (Heroldsstab, Flügel an den Fesseln) von links nach rechts. Dabei blickt er die Frauen auf der obersten Stufe an. Vor der untersten Stufe, im Bildvordergrund, steht links ein Mann mit langen Haaren und langem Gewand, der ein breites Schiffsmodell ohne Masten auf den Armen trägt. Rechts von ihm geht eine im Profil dargestellte Frau mit langen, goldenen Haaren auf ihn zu.

In der Eingangshalle des Anbaus am Rathaus Buer befinden sich von Bischoff um 1952 gestaltete Glasfenster mit der personifizierten Darstellung der Tätigkeiten der acht Hauptämter der Stadtverwaltung.

Eine weitere Arbeit von Bischoff ist eine leichte, flache Wandfigur[5] aus dem Jahre 1958 an der Turnhalle der Sportanlage Oststraße an der Oststraße. Sie besteht aus dünnen Metallbändern und stellt zwei miteinander wetteifernde Läufer dar. Der rechte hält eine brennende Fackel in der Hand.

Auszeichnungen

  • 1934: Erster Preisträger für die künstlerische Ausgestaltung des Auditorium maximum der Handelshochschule Königsberg
  • 1954: Erster Preisträger im Wettbewerb für den Entwurf von Glasschliff-Fenstern für das Rathaus Gelsenkirchen-Buer<
  • 1959: Kulturpreis der Landsmannschaft Ostpreußen
  • 1960: Kunstpreis der Stadt Gelsenkirchen
  • 1970: Bundesverdienstkreuz 1. Klasse

Literatur

  • Walter Franz: Der Maler Ernst Bischoff, Königsberg o. J. (1929)
  • Hans-Helmut Lankau: Eduard Bischoff – Maler aus Königsberg, Husum Verlag 1990

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Quellen