Ernst-Adolf Kunz

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Ernst Adolf Kunz; Pseudonym: Philipp Wiebe (* 19. September 1923 in Gelsenkirchen; † 9. November 1981 ebenda) war ein deutscher Schriftsteller und Verleger.

Leben

Kunz wurde als Sohn des Ohrenarztes Ernst Kunz in Gelsenkirchen geboren. Die Praxis befand sich in der Kaiserstraße 56.[1]

Von 1938 bis 1941 besuchte er ein Internat im Landschulheim Burg Nordeck im Hessischen. Nach der Auflösung des Internats 1941 kehrte er nach Gelsenkirchen zurück.

Anschließend wurde er Soldat in Rußland, Rumänien und Ungarn, wo er schwer verwundet wurde und kam in ein Lazarett in Wien und danach nach Delbrück im Kreis Paderborn. Von der amerikanischen Besatzung wurde er ins Kriegsgefangenenlager in Attichy nordöstlich von Paris verlegt, wo er Heinrich Böll kennenlernte.[2]

1945 wurde er aus der Kriegsgefangenschaft entlassen und kehrte nach Gelsenkirchen zurück. Dort war er zunächst Gelegenheitsarbeiter, trat u.a. als Schauspieler bei kleinen privaten Theatern in Essen, Gelsenkirchen, Recklinghausen und in Herten.

1952 entwickelte er die Idee zu einer Agentur für die Verwertung von Erzählungen und Kurzgeschichten. Autoren dieser Agentur Ruhr-story waren Heinrich Böll, Wolfdietrich Schnurre, Paul Schallück, Josef Reding und Siegfried Lenz. Seit Frühjahr 1953 vermarktete er unter dem Pseudonym Philipp Wiebe erfolgreich seine eigene Kurzgeschichten. Zu dieser Zeit lebte er Hausfeld 5 in Middelich.[3] Im Laufe der Jahre wurden fast 50 seiner Geschichten gedruckt und vielfach in Zeitungsbeilagen nachgedruckt.

Bis zu seinem Tod am 9. November 1981 arbeitetet er als freier Autor. Er verfaßte Reportagen und Reiseberichte, Zeitungsgeschichten und Theaterkritiken. Für den Rundfunk schrieb er Features und Hörspiele. Fürs Fernsehen schrieb er mit Erfolg Drehbücher nach literarischen Vorlagen. Sein erfolgreichstes Drehbuch war Suleyken nach Siegfried Lenz.

Das Archiv der Presseagentur Ruhr-story befindet sich am Deutsches Literaturarchiv Marbach.

Auszeichnungen

  • Erzählerpreis des SDR (1954)
  • Buch des Monats 1963 für Vor unserer Tür.

Veröffentlichungen

  • Vater badete jeden Tag. Düsseldorf: Droste 1960; Bergisch Gladbach: Lübbe 1976
  • Vor unserer Tür. Gütersloh: Mohn 1963; Gütersloh: Bertelsmann [1964]; Bergisch Gladbach: Bastei-Lübbe 1979

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Adressbuch Gelsenkirchen 1927
  2. Heinrich Böll: Die Hoffnung ist wie ein wildes Tier: Briefwechsel mit Ernst-Adolf Kunz 1945
  3. diverse Adressbücher Gelsenkirchen