Ernst Otto Glasmeier

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Ernst Otto Glasmeier (* 16. September 1921 in Wanne-Eickel, † 26. August 2021 in Gelsenkirchen) war ein deutscher Architekt

Ernst Otto Glasmeier

Leben

Ernst Otto Glasmeier begann sein Architekturstudium an der TH Aachen bei Hans Schwippert und beendete es an der TH München bei Hans Döllgast. Nach seinem Studium und Startjahren im Finanzbauwesen machte er sich 1954 zusammen mit Hubert Halfmann und Egbert Drengwitz selbstständig. Das Büro befand sich 1971 auf der Hochstraße 1. [1]

Er zählte zur Architektengeneration der ersten Nachkriegsmoderne, deren Veränderungs- und Gestaltungswille zur Voraussetzung für den Aufbau einer neuen Gesellschaft wurden. Glasmeiers Bauten, und die seiner Partner Halfmann und Drengwitz, haben das Bild der Stadt Gelsenkirchen entscheidend mitgeprägt und gelten in vielen Fällen als vorbildlich. Mit seinen Wohn- und Geschäftshäusern und weiteren öffentlichen Bauten in Gelsenkirchen hat er gestalterisch neue Maßstäbe gesetzt. Wenn es irgendwann soziale Architektur gegeben hat so hat er sie in Gelsenkirchen etabliert. Auftraggeber waren unter anderem die Arbeiterwohlfahrt, das Sozialwerk St. Georg, die Gelsenkirchener Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft, die Rheinisch-Westfälische Wohnstätten AG und die Stadt Gelsenkirchen. Mehrfach erhielt Er für seine Entwürfe die „Auszeichnung vorbildlicher Bauten in NRW“ und weitere angesehene Architekturpreise.

Über zwei Wahlperioden saß er zudem für die SPD im Rat der Stadt Gelsenkirchen und war Mitglied im Ausschuss für berufsbildende Schulen, im Kulturausschuss und im Bauvergabeausschuss. In den 1960er-Jahren initiierte er in Gelsenkirchen zwei Kongresse, die eigentlich Themen der Jetztzeit vorwegnahmen: „Gesellschaft durch Dichte“ und „Die Großstadt, in der wir leben wollen“.

Wie der Essener Werner Ruhnau legte Glasmeier Wert auf die Integration von Bau und Kunst. Mit dem damaligen Kulturdezernenten Hubert Lichte und anderen gehörte er zur Avantgarde-Szene in Gelsenkirchen und brachte zahlreiche ZERO- und Fluxus-Künstler wie Günther Uecker und Yves Klein oder Ferdinand Spindel nach Gelsenkirchen.

Auch sein Sohn Rolf Glasmeier zählt zu den bekanntesten Gelsenkirchener Künstlern. Für ihn baute der Vater ein Stadthaus an der Beckeradsdelle, das seine Vorstellungen von Architektur verkörpert und lange ein Treffpunkt der internationalen Avantgarde war.

1985 wurde Glasmeier für seine Verdienste um den Berufsstand des Architekten und die Baukultur in Nordrhein-Westfalen mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Glasmeier zählte zu den ersten Mitgliedern der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen, deren Vorstand er von 1972 bis 1987 angehörte. Auch im Bund Deutscher Architekten (BDA) engagierte sich der Gelsenkirchener und leitete ab 1961 über viele Jahre die BDA-Kreisgruppe Gelsenkirchen und die Bezirksgruppe Ruhrgebiet.

Bauten

unvollständige Liste

Publikation

2021: Ernst Otto Glasmeier. Architektur – Kunst – Politik

Weblinks

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Quellen

Einzelnachweise

  1. Adressbuch 1971