Flugplatz Buer

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Der Flugplatz Buer befand sich im Berger Feld.

Luftbildaufnahme des Flugplatz Buer Mitte der 1930er Jahre
ehemalige Kaserne im Berger Feld

Um 1934/1935 entstand südlich der Reichsautobahn 2 (A2) bei der Ausfahrt des Gelsenkirchener Stadtteils Buer ein Flughafen, welcher vorwiegend durch die Deutsche Luftwaffe genutzt worden ist. Das Gelände wurde einige Jahre zuvor im Auftrag der Stadt Gelsenkirchen von Paul Schossier dem Grafen von Westerholt abgekauft. Auf diesem Gelände planten die Nationalsozialisten ein so genanntes "Thingtheater". Doch die Erfordernisse der Kriegsvorbereitungen führten dann zum Bau dieses Flugplatzes. Der Flugplatz-Komplex wurde offiziell durch den damaligen Gauleiter, Dr. Alfred Meyer, eröffnet.

Zunächst war dort eine Fliegerübungsstaffel stationiert, später im Verlauf des Zweiten Weltkrieges auch Einsatzverbände. Eine schwerpunktmäßige Nutzung erfolgte aber nicht. Der Flughafen diente zudem als Ausweich- bzw. Notlandeplatz für Flugzeuge der Luftwaffe. In den Jahren 1944/1945 waren häufig Abfangjagdflugzeuge der „Reichsverteidigung“, zur Bekämpfung anglo-amerikanischer Bomberverbände auf dem Flugplatz „Berger Feld“, wie man ihn auch nannte, stationiert.

Nachnutzung

Nach dem Krieg wurde ein Großteil des Geländes landwirtschaftlich genutzt. In den noch existierenden Kasernengebäuden zog zunächst eine britische Armee-Einheit ein. Mitte der 1950er Jahre war der Flugplatz Buer als NATO-Flughafen in der Diskussion. Diese Planungen wurden aber nicht weiter fortgeführt.

Am 8. April 1960 bezog die 3. Batterie Flugabwehrraketenbataillon 21 die Unterkünfte im Berger Feld und installieren dort das Waffensystems NIKE.

Es folgten Jahre wo das Terrain zunehmend durch die Natur vereinnahmt wurde. Ab 1969 entstand das Parkstadion auf dem alten Flugplatzgelände, welches seit der Fertigstellung im Jahre 1973 vom Fußballverein FC Schalke 04 als Spielstätte genutzt wurde. In den Folgejahren entstanden weitere Einrichtungen des FC Schalke 04 (Seit 2001 die hochmoderne Veltins-Arena, neue Geschäftsstelle, Trainingsplätze, sportmedizinische Einrichtungen, Hotel Courtyard by Marriott und Gastronomie etc.).

An den einstigen Flugbetrieb erinnern nur noch einige wenige erhalten gebliebene Kasernengebäude, welche unter anderem in dem 1982 errichteten Katastrophenschutzzentrum durch das Technischen Hilfswerks (THW), und dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) genutzt werden.

Auf einem Teil des Geländes befanden sich der Camingplatz Mobilcamp mit seinem Lokal Spirelli, die 2011 geschlossen worden sind.

Literatur

  • Karl-Peter Ellerbrock/Günther Högl: Horizonte – Zur Wirtschafts-und Kulturgeschichte des westfälischen Luftverkehrs, Essen 2001, ISBN 3-89861-030-6.
  • Guido Rißmann-Ottow: Glück ab! – Frühe Luftfahrt im Revier, Essen 2002, ISBN 3-89861-025-X.
  • Frank Radzicki: Der Traum vom Fliegen im Ruhrgebiet. Erfurt 2006, ISBN 3-89702-995-2.

Weblinks

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