Franz Nathan

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Franz Nathan (* 14. April 1889 in Zeitz, † 25. Juni 1952 in Lima/Peru) war Leiter des Presseausschusses des FC Schalke 04.

Leben

Franz Nathan kam 1926 von Elberfeld nach Gelsenkirchen und war hier als Dekorateur und Kaufmann tätig. Nathan wohnte mit seiner Ehefrau Anna (geb. Braun, * 30. Dezember 1904 in Gelsenkirchen) und drei Söhnen, von denen einer bereits kurz nach der Geburt starb, in der Brockhoffstraße 2[1].

Bereits zu Beginn der 1930er Jahre leitet Nathan den Presseausschuss des FC Schalke 04 und war damit eines der ersten jüdischen Schalke-Mitglieder.

Als der Deutsche Fußball Bund im April 1933 den Ausschluss von Juden als Trainer und Funktionäre aus den Vereinen beschloss, wurde Franz Nathan aufgrund seiner jüdischen Herkunft vom Verein ausgeschlossen. Das Haus an der Liboriusstraße 61 wurde ab etwa 1939/40 als so genanntes "Judenhaus" genutzt. Dort wohnte Familie Nathan zusammen mit der Familie Leo Sauer bis zur Deportation.[2] Im Juni 1938 wird Nathan in das Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert. Im Oktober desselben Jahres gelingt ihm mit seiner Frau Anna und seinem Sohn Rolf die Flucht nach Kuba. Von dort wandert die Familie Anfang der 1950er Jahre nach Peru aus, wo Nathan am 25. Juni 1952 in Lima verstirbt.

An Franz Nathan erinnert seit 2013 eine Gedenktafel an der Veltins-Arena.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Adressbuch der Stadt Gelsenkirchen, 1927
  2. Adressbuch Gelsenkirchen 1939