Friedel Pfeiffer

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Elfriede Elise Friedel Pfeiffer, geb. Heitbrink (* 3. Juli 1906 in Gelsenkirchen-Ückendorf, † 21. April 1998 in Gelsenkirchen) war eine deutsche Kommunalpolitikerin der SPD.

Friedel Pfeiffer (Mitte) wird die Marie-Juchacz-Plakette von Helga Zeitler (rechts) überreicht (Quelle: Archiv AWO)

Leben

Friedel Pfeiffer stammte aus einer Arbeiterfamilie. Der Vater, Hermann Heitbrink, war Schlosser auf verschiedenen Gelsenkirchener Bergwerken. Von ihrer Mutter Anna Heitbrink, geb. Gleiss, sagte Friedel Pfeiffer, dass sie "sehr sozial eingestellt" gewesen sei. Obwohl sie selbst sieben Kinder zu versorgen hatte, kümmerte sie sich immer auch um andere Menschen aus der Nachbarschaft.

Nach dem Besuch der Volksschule absolvierte Friedel Pfeiffer eine Lehre als Stickerin und arbeitete nach ihrer Ausbildung bei der Firma Dieckmann & Fuchs, danach bis 1935 als Direktrice in dem angesehen jüdischen Unternehmen Haus der Dame auf der Bahnhofstraße.

1927 trat sie aus der evangelischen Kirche aus und suchte Kontakte zur Arbeiterjugendbewegung. Der Grund für diesen Schritt waren die im Jungmädchenverein herrschenden Ressentiments gegenüber Mädchen aus Arbeiterfamilien. Sie konnte sich nicht mit dem "2-Klassen-System", wie sie die Zweiteilung des Vereins in die Gruppe der Schülerinnen des Lyzeums einerseits und in die der Volksschule andererseits nannte, arrangieren.

Seit Ende der 1920er Jahre hatte die sozialistische Arbeiterjugendbewegung in Gelsenkirchen ein eigenes Haus im Margaretenhof gefunden. Das "August-Bebel-Haus" (Alfred-Zingler-Haus) diente als Treffpunkt der sozialdemokratischen Verbände. In der Arbeiterjugendbewegung lernte Friedel Pfeiffer den Gewerkschafter der IG-Metall und Sozialdemokraten Paul Pfeiffer kennen. Das Paar heiratete 1929. Nachdem die Nationalsozialisten an die Macht gekommen waren wurde Paul Pfeiffer 1936 in einem Massenprozess wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" vom Oberlandesgericht Hamm zu elf Monaten Gefängnis verurteilt. Er hatte verbotenes Agitationsmaterial gelesen und weitergegeben. Paul Pfeiffer starb am 13. Juli 1983 an den Folgen der erlittenen Folter.

Wiederaufbau der Arbeiterwohlfahrt

Nach der Befreiung vom Krieg und Faschismus waren es die Frauen der verschiedenen Parteien, die in den verschiedenen Bereichen der Sozialpolitik wichtige Arbeit leisteten.

1945/1946 arbeiteten im Fürsorgeausschuss Margarethe Zingler, Gertrud Dolleschel und Martha Symanek von der SPD, Elisabeth Nettebeck von der CDU und Lina Weier von der KPD. 1947/1948 setzte sich der Fürsorgeausschuss aus zwei männlichen und fünf weiblichen Mitgliedern zusammen: Margarete Zingler und Friedel Pfeiffer von der SPD, Maria Borggrewe von der CDU, vom Zentrum Helene Koch und von der KPD Maria Przybylski. In der Wahlperiode 1956/1960 waren von dreizehn Ausschussmitgliedern vier Frauen einschließlich Friedel Pfeiffer als Vorsitzende. Zu den vorrangigen Aufgaben der Nachkriegszeit zählten der Bau und Erhalt von Fürsorgeheimen, Altersheimbetten, Kinderheimen, Mütter- und Säuglingsheime, der Ausbau der Kohlenbeihilfen und die Kohlenversorgung für Fürsorgeunterstützungsempfänger.

Der Wiederaufbau der 1933 verbotenen Arbeiterwohlfahrt ist in erster Linie den sozialdemokratischen Frauen zu verdanken. Unter der Leitung von Margarethe Zingler organisierte sich die AWO in Gelsenkirchen neu. Friedel Pfeiffer, Margarete Zingler, Margarete Haferkamp und Berta Weber gehörten fünfundzwanzig Jahre lang dem Vorstand an. 1960 zählte der AWO-Unterbezirk Gelsenkirchen eintausendsiebenhundert Mitglieder und einhundertfünfundsiebzig ehrenamtliche Helfer und Helferinnen. Die Ortsausschüsse der Gelsenkirchener AWO waren zum großen Teil von sozialdemokratischen Frauen besetzt.

Politik

1945 trat Friedel Pfeiffer in die Sozialdemokratische Partei Deutschland ein. Ihr erstes Arbeitsfeld fand sie im Bereich der Sozialpolitik in der Ortsgruppe Ückendorf. Gemeinsam mit ihren Genossen August Friemel und August Volmer aus dem Ortsverein Ückendorf wurde sie 1946 direkt in den Rat der Stadt Gelsenkirchen gewählt. Bis 1975 arbeitete sie u.a. im Vergabe-, Jugendwohlfahrts-, Schul-, Kultur- und Wiedergutmachungsausschuss. Die Sozialpolitik blieb jedoch ihr herausragendes Betätigungsfeld. Als Ratsmitglied und Vorsitzende des Sozialausschusses erhob sie die Belange der alten Menschen zum Schwerpunkt der kommunalpolitischen Arbeit. Dabei wusste sie die großen Aufgaben mit den naheliegenden "kleinen Schritten" zu verbinden, wie z. B. das Hilfsangebot an nicht schreibgewandte Personen beim Ausfüllen von Behördenanträgen.

Zehn Jahre blieb Friedel Pfeiffer energischer Motor der Arbeit innerhalb der AWO. Ein Resultat ihres Engagements war der Bau der ersten Gelsenkirchener Seniorenwohnanlage an der Deichstraße in Bismarck (1970). Es folgten die Seniorzentren Tossehof Grütershof, AWO-Seniorenzentrum Haus Darl in Erle (1978) und AWO-Seniorenzentrum Grenzstraße in Schalke (1985) sowie Einrichtungen des Sozialen Hilfsdienstes. Die Aktion "Essen auf Rädern" ist ihrem engagierten Einsatz zu verdanken.

Nach neunundzwanzig Jahren engagierter Kommunalpolitik schied Friedel Pfeiffer am 4. Mai 1975 aus dem Rat der Stadt aus. Als stellvertretende Vorsitzende der AWO blieb sie weiterhin der Sozialpolitik treu. 1985 wurde sie auf der Kreiskonferenz in Gelsenkirchen einstimmig zur Ehrenvorsitzenden ernannt. Leni Wünnemann übernahm das Amt der stellvertretenden Vorsitzenden und Lothar Künstner wurde erneut zum Kreisvorsitzenden gewählt.

Ehrung

Anlässlich ihres 75. Geburtstages wurde Friedel Pfeiffer die Marie-Juchacz-Plakette verliehen. Es ist die höchste Auszeichnung, die vom Bundesvorstand der Arbeiterwohlfahrt vergeben werden kann.

Im August 1972 erhielt wurde ihr das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen.

Friedel Pfeiffer starb am 21. April 1998 nach einem längeren Krankenhausaufenthalt im Evangelischen Krankenhaus im Alter von einundneunzig Jahren. Ihre Urne wurde neben der ihres Mannes auf dem Ostfriedhof in Bulmke-Hüllen beigesetzt. Friedel Pfeiffer und ihrem sozialen Engagement ist kein Ort in Gelsenkirchen gewidmet.

Weblinks

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Quelle