Friedrich Funke

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Friedrich "Fritz" Funke (* 4. April 1821 in Essen; † 23. April 1884 ebenda) war ein deutscher Unternehmer und Industrieller, der die Entwicklung des Ruhrgebiets in der Gründerzeit maßgeblich mitprägte.

Fritz Funke
Ruhestätte der Familien Funke und Schürenberg auf dem Ostfriedhof Essen

Leben

Funke wurde 1821 in Essen als Sohn eines Maurermeisters geboren und lernte den Beruf seines Vaters beim Essener Bauunternehmer Franz Schmidt. Während seiner Lehrzeit war die Firma am Bau des alten Rathauses in Essen beteiligt. Nach einem Unfall, bei dem er sich den Oberschenkel brach wurde er vom Militär freigestellt. So konnte er schon mit 22 Jahren die Prüfung zum Maurermeister ablegen und bald Teilhaber der Firma werden, die sich ab dann „Schmidt & Funke“ nannte. Hier lernte er seinen langjährigen Freund und späteren Geschäftspartner Wilhelm Schürenberg kennen, der bald die Schwester von Funkes zweiter Ehefrau heiraten sollte.

Funke war zweimal verheiratet, seine erste Frau starb 1852. Mit seiner zweiten Ehefrau, einer geborenen Rellensmann aus einer angesehenen Dortmunder Familie, hatte er vier Söhne: Friedrich Heinrich, Carl, Wilhelm und Otto. Seine Unternehmensgründungen wurden nach seinem Tod hauptsächlich von Carl Funke (1855-1912) aktiv weitergeführt.

1853 wurde Funke aus der Schmidt‘schen Firma entlassen, Schürenberg folgte ihm und sie gründeten gemeinsam die Baumfirma „Funke & Schürenberg“. Es gelang ihnen, diese bis zur Mitte der 1860er Jahre zu einem der größten Bauunternehmen des Ruhrgebiets, mit etwa 2.000 Beschäftigten, aufzubauen. Das Unternehmen konzentrierte sich vor allem auf Industrie- und Zechenbauten im Ruhrgebiet, und war auch am Bau der Villa Hügel beteiligt. Fritz Funke stand nicht nur mit der Familie Krupp in guter Beziehung, er kannte auch Friedrich Grillo seit seiner Jugend. 1864 gründeten sie gemeinsam die Gewerkschaft Grillo, Funke & Co.

Fritz Funke investierte viel in den Bergbau, der seit den 1850er Jahren im Essen und im Ruhrgebiet erstarkte. Er beteiligte sich an vielen Zechengründungen im Ruhrgebiet, zum Beispiel der Zechen Richradt, Pörtingssiepen, Hercules und Pauline, der Zeche Unser Fritz in Wanne-Eickel und dem Schalker Gruben- und Hüttenverein. Außerdem war Fritz Funke Mitglied in vielen Vorständen und Aufsichtsräten, gehörte zum Beispiel ab 1880 dem Grubenvorstand der Gewerkschaft Heisinger Tiefbau an.

Funke war seit 1856 auch Stadtverordneter der Stadt Essen und blieb es bis zu seinem Tod.

1872 gründete Funke zusammen mit Wilhelm Schürenberg, Ewald Hilger, Ludwig von Born und Gustav Hicking die „Essener Actien-Brauerei-AG“, die nach seinem Tod von seinem Sohn Carl übernommen und unter dem Namen „Essener Actienbrauerei Carl Funke AG“ weitergeführt wurde.

Ehrung und Erinnerung

Fritz Funke wurde auf dem alten Friedhof am Kettwiger Tor beigesetzt, der 1954/55 dem Bau der Bundesstraße 1 weichen musste. Die Familiengruft der Familien Funke und Schürenberg wurde mit den anderen Gräbern des alten Friedhofs auf das Gräberfeld 5 des Ostfriedhofs verlegt.

In Gelsenkirchen-Schalke wurde die Straße Funkenburg nach Fritz Funke benannt.

Weblink

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Quellen

Literatur

  • Erwin Dickhoff: Essener Straßennamen. Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen, Essen 1979
  • Erwin Dickhoff: Essener Köpfe. Wer war was?, Essen 1985
  • Walter Däbritz: Unternehmer und Industriepioniere aus Essens Vergangenheit, in: Wirtschaft und Leben in Essen (Jg. 1955), S. 44-45
  • Heike Schmidt: Friedhof und Grabdenkmal im Industriezeitalter am Beispiel Essener Friedhöfe: Geschichte – Gestaltung - Erhaltung. Eine kunsthistorische Untersuchung mit besonderer Berücksichtigung des Steinverfalls, Bochum 1993
  • Klaus Tenfelde: 1850-1873. Essen wird zur Industriestadt, in: Gründerjahre. 1150 Jahre Stift und Stadt Essen, hrsg. von Ulrich Borsdorf u.a., Essen 2005, S. 65-87