Friedrich Karl Dörner

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Friedrich Karl Dörner (* 28. Februar 1911 in Gelsenkirchen; † 10. März 1992 in Nürnberg) war ein deutscher Althistoriker, Altphilologe, Epigraphiker und Archäologe.

Friedrich Karl Dörner

Leben

Er wurde 1911 als Sohn des Grubenbeamten Karl Dörner und seiner Frau Klara in Gelsenkirchen geboren. Der Vater war Steiger auf der Zeche Consolidation, Schacht Oberschuir, und die Familie wohnte auf der Boniverstraße 12 in der Feldmark. [1]

In Gelsenkirchen besuchte Dörner die Volksschule und das Gymnasium. Ab 1930 studierte er in Münster und Greifswald Altertumswissenschaften, wo er auch 1935 promovierte. Unmittelbar danach wurde er ans Deutsche Archäologische Institut in Berlin berufen und erhielt ein archäologisches Reisestipendium für 1936/37. 1938–1940 war er am DAI in Istanbul als wissenschaftlicher Referent tätig. In dieser Zeit war er an Ausgrabungen in Boğazkale/Hattuša in der Türkei beteiligt, besuchte aber auch zum ersten Mal Bithynien und das kleinasiatische Königreich Kommagene, das von da an sein Hauptforschungsgebiet darstellte. 1940 wurde er wissenschaftlicher Assistent an der Kleinasiatischen Kommission der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien.

Nach seinem Kriegsdienst und einer Verwundung in Ostpreußen war er 1945–1950 Lehrbeauftragter für Alte Geschichte und Epigraphik an der Universität Tübingen. 1950 schließlich habilitierte er an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster in Alter Geschichte und setzte seine Forschungsarbeiten in Kommagene fort. Er war Leiter der deutschen Ausgrabungen, wobei ihm vor allem die Entdeckung und Freilegung der Residenzstadt Arsameia am Nymphaios und des dortigen Hierothesions mit der großen Inschrift zu verdanken ist. Auch am Nemrut Dağı (Adıyaman) war er als Mitdirektor an den amerikanischen Ausgrabungen beteiligt und leitete die Restaurierungsarbeiten. In Münster gründete er 1968 die Forschungsstelle Asia Minor, die sich die archäologische Untersuchung Anatoliens zum Ziel setzt, und widmete sich weiter der Grabungstätigkeit in Kleinasien. 1967 konnte er durch Bohrungen eine Grabkammer im Hügel des Hierothesions am Karakuş nachweisen. Er trat 1976 in den Ruhestand, war aber weiter in Kleinasien tätig, wobei er sich vor allem Verdienste um die Erhaltung der Monumente am Nemrut Dağı erwarb.

Friedrich Karl Dörner war ordentliches Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts und des Österreichischen Archäologischen Instituts sowie korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher und Fachartikel und trat auch als Herausgeber in Erscheinung, auch hier vorwiegend zum Thema Kleinasien und Kommagene. Er war seit 1938 mit der Germanistin Eleonore Dörner verheiratet, mit der zusammen er auch mehrfach wissenschaftlich publizierte.

Schriften (Auswahl)

  • mit Theresa Goell: Arsameia am Nymphaios. Die Ausgrabungen im Hierothesion des Mithradates Kallinikos von 1953-1956. Gebr. Mann, Berlin 1963, ISBN 3-8030-1754-8.
  • Herausgeber: Vom Bosporus zum Ararat. Philipp von Zabern, Mainz 1981 ISBN 3-8053-0417-X. (Kulturgeschichte der antiken Welt, Bd. 7; Schriften der Hermann-Bröckelschen-Stiftung, Bd. 5)
  • Der Thron der Götter auf dem Nemrud Dağ. 2. Auflage, Gustav Lübbe, Bergisch Gladbach 1987, ISBN 3-7857-0277-9.
  • Herausgeber mit Eleonore Dörner: Von Pergamon zum Nemrud Dağ. Die archäologischen Entdeckungen Carl Humanns. Philipp von Zabern, Mainz 1989, ISBN 3-8053-0998-8.

Literatur

  • Gerhard Dobesch: Friedrich Karl Dörner. Nachruf. In: Almanach der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 142, 1991/92, S. 517–525.

Weblinks

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Einzelnachweise

  1. Adressbuch Gelsenkirchen 1927