Fritz Mattner

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Fritz Mattner (* 28. Dezember 1899 in Burgsteinfurt, † 18. März 1973 in Mühlheim/Ruhr) war von Februar 1946 bis zum 25. Mai 1946 Präsident des FC Schalke 04 und war damit Nachfolger von Heinrich Pieneck.

Leben

Mattner wird in Burgsteinfurt im Münsterland geboren. Im 1. Weltkrieg meldet er sich freiwillig und schlägt die Offizierslaufbahn ein. Nach seiner Militärzeit macht er einer Konditorlehre und arbeitet einigen Jahren als angestellter Fahrlehrer. Er eröffnet 1930 seine eigene Fahrschule in Mülheim. Zusätzlich zum Geld von der Offizierslaufbahn nimmt er einen Kredit auf und ersteigert ein Haus, in dem er später seine Eltern einziehen lässt. Zu dieser Zeit wird er Mitglied beim FC Schalke 04.

Als der 2. Weltkrieg beginnt wird Mattner sofort eingezogen. 1940 kommt er an Front in den Niederlanden und Frankreich. Später wird er nach Russland strafversetzt wegen Befehlsverweigerung. Bei einem Unfall mit einem Motörrad verliert er 1945 eine Fingerkuppe und gilt fortan als untauglich. In den letzten Kriegstagen desertiert er und organisiert die Flucht vor den heranrückenden Alliierten von der Villa Hügel in Essen mit einem RotKreuz-Wagen nach Mülheim.

Bei der Stadtverwaltung Mülheim findet der Fahrlehrer eine Beschäftigung. Er fungiert als Leiter der Fahrbereitschaft und ist unter anderem für Beschaffung und Zuteilung von Benzin zuständig. Außerdem pfegt er Kontakte zur Verwaltung der britischen Militärregierung in Düsseldorf. Später erhält er die erste Konzession nach dem Krieg für den Betrieb einer Fahrschule in Mülheim.

Präsident bei Schalke

Aus dem Gelsenkirchener Vereinsregister geht hervor, dass er als Nachfolger von Heinrich Pieneck einspringt, der wiederum von 1940 bis Anfang 1946 Schalke leitet und den Vorsitz nach eigenen Angaben aus Gesundheitsgründen niederlegte. Pieneck war NSDAP-Mitglied, gibt später aber an, dies nur zum Schutz des Vereins geworden zu sein. Ein Entnazifizierungsverfahren stuft ihn als Mitläufer ein. Mattner übernimmt im Februar 1946 mit einem Stellvertreter namens Rosen den Vorsitz, um die Strukturen der Schalker wieder einem regulären demokratischen Vereinswesen anzupassen. Mattner und Rosen legen am 25. Mai 1946 ihre Ämter nieder und machen Platz für den Arzt und Unternehmer Dr. Fritz Levisohn (später Lenig), der 1939 aufgrund seiner jüdischen Wurzeln in die Niederlande geflohen ist, dort im Widerstand kämpfte und nach seiner Deportation aus dem Konzentrationslager Amersfoort fliehen konnte. Zudem kehrt der Verein zurück zur Vereinssatzung, die vor der Machtübernahme der Nazis gültig war.

Am 18. März 1973 erleidet Fritz Mattner einen Schlaganfall und verstirbt in Mülheim.

Quelle

Schalker Kreisel, Ausgabe 23.10.2016