Fußball im Ruhrgebiet

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Fußball ist im Ruhrgebiet ein beliebter Sport. Nicht nur verzeichnet die Region zwischen Lippe und Ruhr gemeinsam mit Greater London, der Metropolregion von Mailand (Grande Milano) und den Fußballhochburgen in Brasilien und Argentinien die weltweit höchsten Aktiven- und Zuschauerzahlen,[1] auch sportlich besitzt das Revier mit den mehrmaligen Deutschen Meistern und Europapokalsiegern Borussia Dortmund und FC Schalke 04 zwei erfolgreiche und auch überregional populäre Vereine. Bis heute hat sich der Sport zu einem untrennbaren Bestandteil der Ruhrgebietskultur entwickelt und dient als zentrales Bindeglied zwischen der Moderne des Ruhrgebiets im Strukturwandel und ihrer Vergangenheit als Bergbau- und Industrieregion.

Geschichte des Ruhrgebietsfußballs

Nach dem Ersten Weltkrieg – Fußball wird zum Sport der Massen

Politisch wie sozial waren die Arbeiter in den Zechen und Industrieanlagen zur Zeit des Kaiserreichs weitgehend isoliert. Die neu errichteten Wohngebiete für das Industrieproletariat entstanden außerhalb der Innenstädte des Ruhrgebiets, die von Angestellten und Gewerbetreibenden dominiert wurden. Entsprechend wenige Kontakte entstanden demnach zwischen dem Bürgertum und der Arbeiterschicht; zudem blieben die Einwanderer aus Ostpreußen und Polen vorwiegend unter sich und siedelten sich vornehmlich dort an, wo bereits große Gruppen von ihnen lebten.

Unter diesen Rahmenbedingungen konnte sich das Proletariat nur zögernd für den Fußball begeistern. Erst nach der Jahrhundertwende, also gut zehn Jahre nach der Gründung des ersten Fußballvereins der Oberschicht, begann die Zeit des Arbeiterfußballs – zunächst in Form von Straßenmannschaften und Unterabteilungen kirchlicher Jünglingsvereine, die im Umfeld der Arbeitersiedlungen rund um die Zechen des Reviers beheimatet waren. Beeinflusst wurden die zumeist jungen Aktiven vom Treiben auf den Sportplätzen, auf denen nach Gründung des Spielverbands 1902 nun auch regelmäßig Meisterschaftsspiele stattfanden.

Begünstigt wurde die wachsende Zahl aktiver Fußballer in der Arbeiterklasse durch die Vorteile, die der Fußball gegenüber anderen prominenten Sportarten der Zeit besaß. Nicht nur hielt sich der finanzielle Aufwand für das unorganisierte „Pöhlen“ in Grenzen, auch besaßen viele Arbeiter die notwendigen Fähigkeiten zur Ausübung des Sports, der gleichermaßen körperliche Durchsetzungsfähigkeit wie Kooperationsbereitschaft benötigt. Dennoch war es bis in die Zeit der Weimarer Republik hinein für viele Arbeiter unmöglich, einem „echten“ Fußballverein beizutreten – die Preise für Trikots und Fußballschuhe übertrafen den Lohn für eine Schicht um ein Vielfaches. Und in den nicht seltenen Fällen, wo sich, zumeist unter finanzieller Unterstützung von Gastwirten, Arbeitervereine gründeten und um Eintritt in den WSV baten, wurde ihnen dieser verwehrt – häufig aus politischen Gründen, mitunter jedoch auch zur Sicherung des Spielbetriebs, da viele Vereine nur für wenige Monate existierten.[2]

Mit der neuen Rolle der Arbeiterschicht im Zuge der Novemberrevolution von 1918 beschleunigte sich der Aufstieg des Fußballs zum Volkssport dann noch einmal massiv. Nicht nur erhielten die arbeitenden Massen politische Freiheiten, sie profitierten auch von den sozialen Errungenschaften der Zeit; insbesondere die Einführung freier Wochenenden auch für Arbeitskräfte in der Industrie ließ den Sport zu einem Vergnügen für die gesamte Bevölkerung werden. Bis in die 1930er Jahre verzeichnete der DFB einen Anstieg seiner Mitgliederzahlen von 161.000 aus dem Jahr 1913 hin zu über einer Million Mitglieder[3], zudem gründeten sich die Deutsche Jugendkraft als katholischer Sportverband und vielerorts wurden Werksmannschaften eingerichtet.

Neben einer Explosion der Aktivenzahlen begann in den 1920ern auch der große Erfolg des Fußballs als Publikumssport. Dadurch, dass viele der Spitzenvereine noch eng in ihrem lokalen Milieu verankert waren, konnten sich die Zuschauer leicht mit „ihrem“ Verein identifizieren. Als Konsequenz schnellten die Zuschauerzahlen in die Höhe, neue Stadien wie das Wedaustadion in Duisburg oder das Essener Stadion am Uhlenkrug wurden gebaut. Zudem entdeckte die Presse den Sport; die ersten Fußballzeitschriften entstanden, und 1926 wurde mit der Partie Schwarz-Weiß Essens gegen den VfL Osnabrück die erste Fußballbegegnung im Radio übertragen.[4]

Sportlich gehörten die Mannschaften des Ruhrgebiets zwischen 1918 und 1930 noch nicht zur absoluten Leistungsspitze in Deutschland. Zwar konnte die DJK Katernberg zweimal (1921 und 1924) die DJK-Meisterschaft erringen, unter dem Dach des DFB reichte es jedoch für keinen der Vereine des Reviers zum großen Triumph. Regional dominierten bis zum Ende des Jahrzehnts vor allem die Vereine, die auch in der wilhelminischen Zeit führend waren, der Duisburger Spielverein und der Essener Turnerbund/Schwarz-Weiß Essen; ab 1926, als der BV Altenessen 06 Ruhrbezirksmeister werden konnte, liefen ihnen jedoch viele der Arbeiterclubs sportlich den Rang ab. Besonders der FC Schalke 04 dominierte ab 1928 den Fußball im Revier und schwang sich mit vier Westdeutschen Meisterschaften zwischen 1929 und 1933 zur erfolgreichsten Mannschaft im Westen der Republik auf. Unterbrochen wurde der Aufstieg der „Knappen“ nur von einem Urteil des Verbandes, das acht Verantwortliche und 14 Spieler (die komplette erste Mannschaft der Gelsenkirchener um Fritz Szepan und Ernst Kuzorra) im August 1930 wegen Verstößen gegen das Amateurstatut aus dem Verband ausschloss. Erst nach Protesten der Öffentlichkeit und anderer Vereine des Landes wurde das Urteil im Juni 1931 aufgehoben. Dennoch blieb ein Verbot des Profisports formal wirksam.

Große Zeit der „Knappen“

Nach der Westdeutschen Meisterschaft erreichte der FC Schalke 04 im Sommer 1933 zum ersten Mal ein Endspiel um die Deutsche Meisterschaft, unterlag jedoch Fortuna Düsseldorf in Köln mit 0:3. Dennoch hatten sich die Gelsenkirchener längst zur spielerisch besten Mannschaft Deutschlands entwickelt, und es war nur eine Frage der Zeit, bis die Schalker als erste Mannschaft die Victoria ins Revier holen sollten.

Die Schalker Glückauf-Kampfbahn

Der Aufstieg von Schalke 04 in den 1920ern hatte viele Ursachen. Neben der bereits erwähnten Professionalisierung des Vereins, die finanziell vor allem durch die Partnerschaft des Clubs zur Zeche Consolidation möglich gemacht wurde, war es eine mit dem „Schalker Kreisel“ für deutsche Verhältnisse völlig neuartige Spielweise, die die Gelsenkirchener zelebrierten. Bereits in der Frühphase des Vereins, als die Gelsenkirchener noch Westfalia hießen, machten die Schalker sich lokal einen guten Namen durch ihren schnellen Kombinationsfußball, der sich vom „Kick and Rush“ abhob, das viele deutsche Mannschaften vorwiegend spielten.[5] Nach dem Ersten Weltkrieg behielten die Schalker ihre Spielweise bei, perfektioniert wurde das System jedoch erst unter „Bumbes“ Schmidt, der 1933 Trainer des FC Schalke wurde.

Wirtschaftlich hatte neben der Zeche auch die Stadt Gelsenkirchen ihren Anteil an den Schalker Erfolgen. Beide gemeinsam griffen dem Verein beim Bau der Glückauf-Kampfbahn, die zwischen 1927 und 1928 errichtet wurde, finanziell unter die Arme und stellten Bürgschaften beziehungsweise Darlehen bereit. Die Zeche Consolidation hatte zudem, wie es bei vielen Arbeitervereinen mit enger Verbindung zur lokalen Industrie üblich war, die Baupläne für das Stadion in Auftrag gegeben und dem Verein gleichzeitig das Gelände für ein geringes Entgelt verpachtet. Ferner waren einige der wichtigsten Spieler bei Stadt oder Zeche angestellt und genossen so vergleichsweise große Freiheiten.

Insgesamt konnte Schalke zwischen 1934 und 1942 sechsmal die Deutsche Meisterschaft erringen und zudem 1937 den Tschammer-Pokal gewinnen. Überschattet wird die große Zeit der Gelsenkirchener jedoch durch die Nähe einiger seiner Spieler und Funktionäre zum nationalsozialistischen Regime.[6]

Bereits kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 hatte der Verein den Ausschluss jüdischer Mitbürger vollzogen und sich so schnell an die neuen Verhältnisse angepasst; auf einen Bericht des Kicker-Sportmagazin aus dem Juli 1934, in dem Presseberichte polnischer Zeitungen zusammengefasst wurden und der unter dem Titel „Die deutsche Fußballmeisterschaft in Händen der Polen“ erschien, reagierte der Verein ferner mit einer minutiösen Aufstellung der Stammbäume seiner Spieler und versuchte so nachzuweisen, dass die Aktiven ausschließlich deutscher Herkunft seien.[7] Aufgrund seiner Popularität wurde Schalke 04 von den Nationalsozialisten zu Propagandazwecken benutzt; Spieler wie Szepan und Kuzorra nutzten ihre Popularität, um durch Wahlaufrufe für die NSDAP zu werben und ihre Nähe zum Regime zu demonstrieren. Das Engagement dieser beiden Spieler für das NS-Regime blieb jedoch ein Einzelfall.[8] Ein Beispiel für Vorteilsnahme eines Spielers ist sicherlich die Übernahme des ehemals jüdischen Textilgeschäft Julius Rode durch Fritz Szepan im Zuge der „Arisierung“ im Herbst 1938. Allerdings gehörte er zu den wenigen NSDAP-Mitgliedern unter den sportlich Aktiven des FC Schalke 04.

Nicht nur Schalke 04 hatte sich schnell mit den neuen Machtverhältnissen arrangiert. Politisch waren auch viele Fußballverbände schon während der Weimarer Zeit im konservativ-nationalistischen Lager verankert; und trotz Öffnung gegenüber den Arbeitervereinen bezogen die Oberen in WSV und DFB zum Teil offen revanchistische Positionen. Bekennende Nationalsozialisten wie Guido von Mengden als Geschäftsführer des WSV und späterer Pressewart des DFB und Josef Klein, der zunächst Jugendbeauftragter der Verbände und seit 1932 Mitglied des Reichstags für die NSDAP war, konnten bereits vor der Machtergreifung Hitlers in der Schaltzentrale der Verbände hohe Positionen bekleiden.[9] Entsprechend wurde am 24. Mai 1933 durch Verordnung einer Einheitssatzung für alle Vereine, in welcher der Vereinsvorsitzende nun Vereinsführer hieß, sofort mit der Umsetzung des nationalsozialistischen „Führerprinzips“ begonnen; der DFB wurde gleichgeschaltet und als Fachamt Fußball in den Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen eingegliedert.[10] Der Westdeutsche Spielverband wurde 1935 im Zuge einer völligen Neustrukturierung des Spielbetriebs aufgelöst, an deren Ende 16 Gauligen standen, deren Meister in einer Endrunde um die Deutsche Meisterschaft spielten.

Diese Neustrukturierung des Ligensystems brachte für das Ruhrgebiet eine erneute Aufteilung in verschiedene Gaue mit sich, der westliche Teil um Essen, Oberhausen und Duisburg spielte nun in der Gauliga Niederrhein, der östliche Teil wurde dem Gau Westfalen zugeordnet. Zudem griffen die Nationalsozialisten nun auch in die internen Angelegenheiten der Vereine ein und erzwangen neben der Gleichschaltung und Arisierung auch Vereinsfusionen innerhalb einer Stadt. Ziel war eine Konzentration der starken Spieler in wenigen Vereinen.

Sportlich führte die Zeit des Nationalsozialismus zur endgültigen Dominanz der Arbeitervereine im Ruhrgebiet. Neben Schalke 04, das bis 1944 in jeder Saison Meister der Gauliga Westfalen werden konnte, übernahmen „proletarische“ Mannschaften wie Borussia Dortmund, der VfL Bochum oder Rot-Weiß Oberhausen langsam die fußballerische Vorherrschaft in ihren Städten, die sie auch nach dem Krieg nicht mehr abgeben sollten. Dies war vor allem eine Fortschreibung des Trends aus den Zwanzigern, wurde von den Machthabern aber auch indirekt durch die Zwangsfusionen unterstützt. Diese Tendenz setzte sich mit Kriegsbeginn sogar noch fort, viele Aktive aus den Arbeitervereinen waren in der Rüstungsindustrie tätig und konnten zumindest bis 1942 vergleichsweise oft vom Dienst an der Front freigestellt werden. Der Spielbetrieb wurde auch danach weitgehend aufrechterhalten; bis in den Herbst 1944 hinein wurden reguläre Meisterschaftsspiele ausgetragen.[11]

Die Ära der Oberliga West

Nach dem Kriegsende im Ruhrgebiet, das im April 1945 durch die alliierten Truppen vollständig befreit worden war, schlossen sich die zurückgekehrten und daheimgebliebenen Sportler rasch in ihren Vereinen zusammen und besserten in mühevoller Kleinarbeit die Schäden aus, die ihre Vereinsanlagen im Bombenkrieg genommen hatten. Bereits vor der offiziellen Wiederzulassung der Vereine im September des Jahres fanden erste Freundschaftsspiele auf lokaler Ebene statt, in Castrop-Rauxel wurde bereits Anfang Juli das erste genehmigte Spiel zweier Auswahlmannschaften (der Norden trat gegen den Süden der Stadt an) ausgetragen.[12] Auf innerstädtische Duelle beschränkte sich auch im Folgenden der Spielbetrieb, die britische Besatzungsmacht hatte zunächst nur für „Lokalderbys“ grünes Licht gegeben. Dies änderte sich zur Saison 1946/1947, als auch Niederrhein- und Westfalenmeisterschaften ausgetragen wurden.

Als neuer Fußballverband für das Ruhrgebiet wurde im Februar 1947 zunächst der Fußballverband Nordrhein-Westfalen gegründet, der sich ein Jahr später in den Westdeutschen Fußball-Verband umwandelte. Das vertretene Gebiet umfasste das neu gegründete Bundesland Nordrhein-Westfalen und war damit deutlich kleiner als das des 1935 aufgelösten WSV. Als höchste Spielklasse des WFV wurde zur Spielzeit 1947/1948 die Oberliga West eingerichtet, in der zunächst 13 Mannschaften vertreten waren. Im Sommer 1949 wurde die Liga dann auf 16 Mannschaften aufgestockt.

Mit der Gründung der Oberliga West begann die zweite große Zeit des Westens. Erfolgreichste Mannschaft dieser Ära war Borussia Dortmund, die bereits im Endspiel um die Westfalenmeisterschaft 1947 durch einen 3:2-Erfolg gegen Schalke 04 dessen Vormachtstellung im Ruhrgebietsfußball brechen und sich zunächst zum Seriensieger im Westen aufschwingen konnte. Die erste Finalteilnahme um die Deutsche Meisterschaft ging 1949 jedoch in der „Stuttgarter Hitzeschlacht“ gegen den VfR Mannheim mit 2:3 verloren, sodass erst Rot-Weiss Essen um „Boss“ Helmut Rahn 1955 als erste Ruhrgebietsmannschaft nach dem Krieg den nationalen Titel erringen konnte. In den beiden folgenden Spielzeiten konnte dann der BVB seine ersten beiden Meisterschaften feiern, 1958 wurde Schalke 04 zum bis dato letzten Mal Deutscher Meister.

Die Schalker Meisterschaft von 1958 stellt den Abschluss der großen Zeit der Arbeitervereine des Ruhrgebiets dar. Erstmals nach 1913 waren die Spitzenvereine der Region wieder in einer einheitlichen Liga vertreten, bereits bei Gründung der Oberliga West 1947 waren acht der 13 teilnehmenden Vereine im Revier beheimatet. Die Vielzahl an Derbys in den folgenden Jahren elektrisierten die Massen wie seit den 1920ern nicht mehr; die Zuschauerzahlen in der neuen „Straßenbahnliga“ lagen durchweg im fünfstelligen Bereich und damit weit vor allen anderen Oberligen Deutschlands.[13] Insbesondere Duisburg und Essen waren Hochburgen der neuen Spielklasse: Essen stellte mit Rot-Weiss Essen, Schwarz-Weiß Essen und den Sportfreunden Katernberg zeitweise drei Oberligisten, Duisburg besaß mit dem Meidericher SV, Hamborn 07, dem Duisburger SpV und Duisburger FV 08 insgesamt sogar vier Teilnehmer an der Oberliga.

Neben den „arrivierten“ Arbeitervereinen wie Schalke 04, Borussia Dortmund und Rot-Weiss Essen begeisterten die Erfolge der kleineren Zechenvereine in den 1950ern das Ruhrgebiet. Es war die besondere Situation kurz nach Kriegsende, die den Werksvereinen der Zechen Startvorteile gegenüber vielen anderen Vereinen des Reviers offerierte. Neben Nahrungsmitteln war vor allem Kohle als Energieträger gefragt; den Zechen kam entsprechend eine große wirtschaftliche Bedeutung zu, die diese auch zur Unterstützung lokaler Teams durch Naturalien nutzten.[14] Zudem hatten viele Spieler aus Vereinen mit Nähe zur Industrie bis kurz vor Kriegsende in der Region bleiben können, so dass nur wenige Aktive zu Tode gekommen waren und nun wieder mit dem Fußballspiel beginnen konnten. Größter Erfolg einer reinen Zechenmannschaft war die Teilnahme des SV Sodingen an der Endrunde zur Deutschen Meisterschaft 1955. Der Vizemeister der Oberliga West hatte als Werkself der Zeche Mont Cenis unter anderem dem mit Weltmeistern gespickten 1. FC Kaiserslautern ein 2:2 abtrotzen können. Zuvor hatten sich auch die Sportfreunde Katernberg (1948) und der STV Horst-Emscher (1950) für die Meisterschaftsrunde qualifizieren können, beide waren jedoch jeweils in der Vorrunde gescheitert.

Das Ende der 1950er Jahre einsetzende „Zechensterben“ machte langfristige Erfolge der Werksvereine jedoch unmöglich, viele Clubs mussten ihre besten Spieler zu wirtschaftlich potenteren Vereinen ziehen lassen. Schon 1963 hatte sich keiner dieser Vereine mehr für die Fußball-Bundesliga qualifizieren können; am erfolgreichsten war noch Hamborn 07, das in den letzten Spielzeiten der Oberliga West jedoch nicht die nötigen Platzierungen für eine Teilnahme an der Bundesliga hatte erreichen können. Aus dem Ruhrgebiet wurden schließlich Borussia Dortmund, Schalke 04 und der Meidericher SV ausgewählt, und auch wenn die Borussia das Abenteuer Bundesliga als amtierender Deutscher Meister begann, war die große Zeit des Ruhrgebietsfußballs erstmal beendet.

Die ersten Jahre der Bundesliga – Kampf um Geld und Punkte

Die Abschaffung der Oberliga West brachte für den Fußball zwischen Ruhr und Lippe eine tiefe Zäsur mit sich. Zwar hatten sich fast alle Vereine des Reviers bei der entscheidenden Sitzung des DFB-Bundestages für die Einführung der Bundesliga ausgesprochen, die kritischen Stimmen hatten jedoch bereits im Vorfeld der Abstimmung vor den Folgen für die kleineren Vereine des Ruhrgebiets gewarnt.[15] Da parallel zur Gründung der neuen Liga auch das Amateur- beziehungsweise Vertragsspielerstatut in der Erstklassigkeit abgeschafft und durch ein neues Lizenzspielerstatut ersetzt wurde, wurden die wirtschaftlichen Unterschiede zwischen den erfolgreichen Vereinen in der Erstklassigkeit und den „zurückgebliebenen“ Regionalligisten schnell zementiert: Diejenigen, die den Sprung in die Eliteklasse aus wirtschaftlichen oder sportlichen Gründen nicht schaffen konnten, mussten einerseits auf die finanziell lukrativen Partien gegen die großen Vereine der Region verzichten (und hatten entsprechend mit rapide sinkenden Zuschauerzahlen zu kämpfen) und andererseits ihre talentiertesten Akteure an die finanzstärkeren Rivalen veräußern.

Als Konsequenz dieser „Flurbereinigung“ entwickelten sich die in den jeweiligen Städten erfolgreichsten Clubs vollends zu städtischen Repräsentationsvereinen, die sich endgültig vom lokalen Milieu ihrer Entstehungszeit abnabelten und enge Beziehungen zu den kommunalen Entscheidungsträgern pflegten. Die Vereine kompensierten so in Zeiten des wirtschaftlichen Umbruchs im Ruhrgebiet die nachlassende finanzielle Unterstützung aus der lokalen Industrie und ließen sich finanziell unter die Arme greifen, für die Städte wurden die Bundesligisten zum Aushängeschild und Werbeträger. Auch personell verwischten sich vielerorts die Grenzen zwischen Vereinen und Gemeinden, nicht selten waren wie im Falle Walter Kliemts, der zwischen 1968 und 1974 Oberstadtdirektor Dortmunds und Vorsitzender der Borussia war, die Vereinspräsidenten zugleich hochrangige Beschäftigte der Verwaltung.

Sportlich begann die Zeit in der Bundesliga für zwei der Ruhrgebietsvereine durchaus erfolgreich: Der Meidericher SV beendete unter Trainer Rudi Gutendorf die erste Spielzeit überraschend als Vizemeister, konnte die folgenden Spielzeiten ebenso wie die für wenige Jahre erstklassigen Teams von Rot-Weiss Essen und Rot-Weiß Oberhausen jedoch nur im unteren Mittelfeld der Liga beenden. Borussia Dortmund wurde in der Premierensaison Tabellenvierter und gewann im Jahr darauf den DFB-Pokal. 1965/1966 beendeten die Schwarz-Gelben die Saison als Vizemeister und feierten mit dem Triumph im Europapokal der Pokalsieger, den die Borussia als erste deutsche Mannschaft gewann, den bis dahin größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Mit dem Außenseitersieg Dortmunds im Finale gegen den FC Liverpool begann für den BVB dann jedoch eine Zeit der sportlichen Misserfolge, die 1972 mit dem Abstieg in die Regionalliga ihren Tiefpunkt fand.

Schlechter startete Schalke 04 in die neue Liga. 1964/1965 entkamen die Gelsenkirchener dem Abstieg nur durch die Aufstockung der Liga auf 18 Mannschaften, finanziell rettete erst der Verkauf der mittlerweile maroden Glückauf-Kampfbahn an die Stadt den Verein.[16] Zuvor hatte sich der Vereinsvorsitzende Hans-Georg König wegen Steuerhinterziehung vor Gericht verantworten müssen. Zudem war der Club 1963 in die Schlagzeilen geraten, als er beim Kauf des Karlsruher Nationalspielers Günter Herrmann gegen die im Lizenzspielerstatut verankerte Deckelung der Ablösesummen auf maximal 50.000 DM verstieß und Herrmann gemeinsam mit Hans-Georg Lambert, der jedoch nur ein Spiel für die „Knappen“ absolvierte, für den doppelten Betrag erwarb. Das Urteil des DFB, das zunächst für beide Vereine einen Punktabzug und eine Geldstrafe vorgesehen hatte, wurde jedoch in zweiter Instanz aufgehoben.[17] Die Angst vor dem Abstieg in die ebenso unrentable wie unattraktive Regionalliga West führte in Schalke neben finanziellen Winkelzügen zu einer neuen Zuschauerbegeisterung. Die Sorge um den Fortbestand des Clubs zog regelmäßig 40.000 Zuschauer in die Glückauf-Kampfbahn und sorgte so für einen neuen Rekord im deutschen Fußball.[18]

Der Bundesliga-Skandal und die Folgen

Am Ende der Spielzeit 1970/1971 erschütterte der Bundesliga-Skandal die deutsche Öffentlichkeit. Der Offenbacher Vereinspräsident Horst-Gregorio Canellas präsentierte zur Feier seines 50. Geburtstags im Juni 1971 der anwesenden Prominenz ein Tonband mit Gesprächsmitschnitten zur Schiebung von Spielen der Bundesliga. In den folgenden Monaten untersuchte der Kontrollausschuss des DFB um Hans Kindermann die Vorgänge und stellte in seinem Abschlussbericht fest, dass mindestens 18 Spiele der Bundesliga manipuliert worden waren. Vor allem die abstiegsgefährdeten Mannschaften von Kickers Offenbach und Arminia Bielefeld hatten Beträge bis zu einer Million Mark eingesetzt, um gegnerische Vereine zu bestechen und so den Klassenerhalt zu sichern.

Aus dem Ruhrgebiet waren Vereinsfunktionäre und Aktive von Schalke 04 und Rot-Weiß Oberhausen wesentlich an den Vorgängen beteiligt, zudem mussten sich drei Spieler des MSV Duisburg vor Gericht verantworten. Oberhausen war selbst in den Abstiegskampf verwickelt und hatte sich ein 4:2 gegen den 1. FC Köln erkauft, dessen Torhüter Manfred Manglitz zu den Schlüsselfiguren der Affäre gehörte. Als Konsequenz wurde Vereinspräsident Peter Maaßen für zwei Jahre aller Ämter enthoben.

Die Spieler von Schalke 04 gaben im Verlauf der Prozesse ein widersprüchliches Bild ab. Über mehrere Jahre hinweg leugneten neun Aktive der Gelsenkirchener ihre Teilnahme am Bundesliga-Skandal unter Eid und erstritten sich so ihre Spielerlaubnis trotz Sperre des DFB. Erst im Dezember 1975 gaben die Beteiligten mit Ausnahme Klaus Fichtels zu, das Spiel gegen Arminia Bielefeld im April 1971 für insgesamt 40.000 Mark verkauft zu haben.[19] Vor dem Essener Landgericht wurden die Spieler später wegen Meineids mit Geldstrafen belegt, der Verein hatte danach seinen Spitznamen als „FC Meineid“ weg. Unverständlich war vor allem, warum die Schalker Aktiven wegen vergleichsweise läppischer Summen ihre weitere Karriere aufs Spiel setzen. Nach dem knapp vermiedenen Abstieg 1965 hatten sich die Verantwortlichen in Gelsenkirchen auf die Jugendarbeit besonnen und es gegen Ende der 1960er-Jahre geschafft, sich mit einer jungen Mannschaft in der Liga zu etablieren.

Zwar war das Team bis zur Saison 1970/1971 im Endklassement niemals besser als auf Rang sechs platziert, dennoch traute die Öffentlichkeit Schalke 04 zu, sich langfristig neben den Mannschaften von Borussia Mönchengladbach und dem FC Bayern München als dritte Kraft in der Bundesliga zu positionieren.[20] Die Erfolge des Clubs in der Saison 1971/1972, als Schalke Vizemeister und Pokalsieger wurde, wurden dann bereits vom Skandal und seinen Folgen überschattet. Dennoch blieb Schalke in den 1970ern stärkste Mannschaft des Reviers, schlitterte nach einer weiteren Vizemeisterschaft 1977 jedoch in die Krise und stieg 1981 erstmals in die Zweitklassigkeit ab.

Als Konsequenz aus dem Skandal hob der DFB bereits 1972 alle Obergrenzen für Lizenzspielergehälter und Ablösesummen auf und führte zur Saison 1974/1975 in zwei Staffeln die 2. Bundesliga als Unterbau zur ersten Liga ein. Speziell durch die neue zweite Liga sollte die Kluft zwischen Profi- und Amateurbereich geschlossen werden, um zu verhindern, dass ein Abstieg aus der Bundesliga einen Verein allzu leicht wirtschaftlich ruiniert. Das Ruhrgebiet war in der Nord-Staffel der zweiten Liga regelmäßig mit vier bis sechs Mannschaften vertreten, nach Einführung der eingleisigen zweiten Liga 1981 waren es meist noch drei Vereine.

Im ganzen Land sank nach Bekanntwerden der Affäre das Interesse an der Bundesliga rapide. Zwar befanden sich die Zuschauerzahlen bereits nach der zweiten Spielzeit 1964/1965 im Abwärtstrend, dennoch verschärfte der Skandal die Situation in den folgenden Jahren. Der Tiefpunkt wurde 1972/1973 bei einem Zuschauerschnitt von knapp 16.000 erreicht. Auf einen Anstieg der Zahlen im Zuge der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 folgte ab 1978 ein langer Rückgang, der erst 1986 endete. Im Ruhrgebiet waren sie traditionell besser, obwohl die Vereine weit von nationalen oder internationalen Erfolgen entfernt waren: Borussia Dortmund war zwar 1976 in die erste Liga zurückgekehrt, blieb jedoch zunächst höchstens Mittelmaß und musste zuletzt 1985/1986 ernsthaft um den Klassenerhalt bangen. Der MSV Duisburg hatte seine größten Erfolge Ende der 1970er, als die Meidericher das Halbfinale des UEFA-Pokals erreichten. Danach ging es abwärts, 1982 folgte der Abstieg in die zweite und 1986 in die dritte Liga. Rot-Weiss Essen stieg 1977 letztmals aus der ersten Liga ab. Einzige Konstante in der Bundesliga war der VfL Bochum, der ab 1971 Erstligist, sportlich aber auch keine große Nummer war. Wirtschaftlich ging es den Vereinen der Region nicht besser; neben Dortmund und Schalke, die in den 1970ern und 1980ern öfters am Rande der Existenz wandelten, machten vor allem die Zweitligisten Rot-Weiss Essen und Westfalia Herne Schlagzeilen, denen zum Teil mehrfach die Lizenz entzogen wurde.

Die Neunziger – Neue Erfolge im Revier

Hauptgrund für den Niedergang des Spitzenfußballs im Revier in den Jahrzehnten zuvor war die fehlende Professionalisierung in den Strukturen der Vereine. Die meisten Vereinsvorstände führten ihre Clubs nach „Gutsherrenart“ und waren damit überfordert, wirtschaftlich profitabel zu arbeiten. Als erster Verein im Ruhrgebiet passte sich Borussia Dortmund Ende der 1980er an die neuen Verhältnisse im deutschen Fußball an und änderte unter Präsident Gerd Niebaum und Manager Michael Meier sukzessive die Vereinspolitik: Der BVB wurde vom Repräsentant Dortmunds zu einer landesweit bekannten Marke ausgebaut. Nicht mehr die Eintrittsgelder, sondern Einnahmen aus Fernsehen, Werbung und Merchandising machten die größten Einnahmen im Etat aus.[21]

Sportlich stellten sich die ersten nationalen Erfolge schnell ein. Bereits 1989 wurde der BVB Pokalsieger und löste neue Begeisterung im Vereinsumfeld aus. Drei Jahre später wurde der Club unter Trainer Ottmar Hitzfeld Vizemeister und erreichte in der Folgesaison das Finale im UEFA-Pokal. Die generierten Einnahmen wurden umgehend wieder in die Mannschaft investiert, die 1995 die vierte deutsche Meisterschaft nach Dortmund holen konnte. Nach der erfolgreichen Titelverteidigung im folgenden Jahr gewann der BVB 1997 die Champions League und wurde im selben Jahr Weltpokalsieger.

Durch die radikale Umgestaltung des Vereins erweiterte sich die Kluft zwischen dem BVB und den anderen Erstligisten der Region schnell. Einzig Schalke 04 war ab Mitte der 1990er in der Lage, es der Borussia nachzumachen und den Club Stück für Stück in ein erfolgreiches Wirtschaftsunternehmen umzubauen. In beiden Fällen wurde nach der sportlichen Konsolidierung in der oberen Hälfte der Tabelle und Erfolgen auf europäischer Ebene (Schalke gewann 1997 den UEFA-Pokal) gleichermaßen in die Qualität der Mannschaft wie in das Stadion investiert; so entstand in Gelsenkirchen die Arena Auf Schalke als neues Multifunktionsstadion, in Dortmund wurde das Westfalenstadion mehrfach erweitert und ist heute das größte reine Fußballstadion der Republik. In Duisburg, Bochum oder Wattenscheid, wo nach der Deutschen Wiedervereinigung ebenfalls Bundesligafußball gespielt wurde, waren ähnliche Pläne nicht von Erfolg gekrönt: Den Clubs fehlte nicht nur ein großer Name, auch die Anhängerschar dieser Teams war deutlich kleiner. Einzig Rot-Weiss Essen verfügte über ein mit Schalke 04 und Borussia Dortmund vergleichbares Mobilisierungspotential, sportlich kam RWE in den Neunzigern aber nie über den Abstiegskampf in der zweiten Liga hinaus.

Heute

Borussia Dortmund war Ende 2004 in eine existenzbedrohende finanzielle Krise geraten, nachdem die Vereinsführung die Erlöse des Börsengangs aus dem Herbst 2000 durch Investitionen in Neueinkäufe (insgesamt wurden zwischen 1998 und 2002 fast 100 Millionen Euro allein für Ablösesummen ausgegeben[22]) sowie in die dritte Ausbaustufe des Westfalenstadions vollständig aufgebraucht hatte. Erst ein umfassendes Sanierungskonzept konnte den Gang in die Insolvenz vermeiden, so dass sich der Verein heute wirtschaftlich erholt hat und sportlich wieder zur ersten Garde in Deutschland zählt. Nach der sechsten Meisterschaft 2002 mussten zunächst im Zuge der wirtschaftlichen Konsolidierung wichtige Spieler verkauft werden. Adäquater Ersatz wurde nicht geholt, so dass die Mannschaft in den folgenden Jahren nur mittelmäßige Tabellenränge belegte. In der Saison 2007/2008 schaffte man es jedoch immerhin ins Finale des DFB-Pokals. Zu Beginn der Saison 2008/2009 übernahm Trainer Jürgen Klopp dann die Borussia und es konnten neue Erfolge gefeiert werden. In der Saison 2009/2010 holte der Verein sich am Ende den vierten Tabellenplatz, was gleichbedeutend mit der Qualifikation zur Play off-Runde der UEFA Europa League war. 2010/2011 war Borussia Dortmund vom achten Spieltag an Tabellenführer und sicherte sich am Ende die Meisterschaft. In der darauffolgenden Saison konnte der Verein die Meisterschaft verteidigen und mit dem Gewinn des DFB-Pokals erstmals das Double in seiner Vereinsgeschichte feiern.

UEFA-Pokal 1996/97 : Schalke 04

Auch der FC Schalke 04 hat seit 2006 mit erheblichen wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen, die nur zwischenzeitlich durch den Einstieg des russischen Ölmagnaten Gazprom als Hauptsponsor gelöst werden konnten. Zur Saison 2009/2010 wurde bekannt, dass der Verein einen erheblichen Schuldenstand aufgebaut hat, der zunehmend schwieriger macht, im laufenden Geschäft kostendeckend zu arbeiten. Sportlich gehörte der Club in den letzten Jahren des Öfteren zur Spitzengruppe der Bundesliga, auch wenn die Gelsenkirchener mit vier Vizemeisterschaften in den 2000ern den deutschen Meistertitel mehrfach knapp verfehlten. Insbesondere 2001 und 2007 hatte Schalke bis zum letzten Spieltag auf den ersten Titel seit 1958 gehofft. 2001, 2002 und 2011 wurde der Club Sieger im DFB-Pokal.

Die Saison 2010/2011 war die beste Saison für den Ruhrgebiets-Fußball seit der Saison 1996/1997: Borussia Dortmund errang die Meisterschaft und der FC Schalke 04 drang in der Champions League bis ins Halbfinale vor, gewann zudem den DFB-Pokal nach einem Finale, bei dem mit dem MSV Duisburg der Finalgegner ebenfalls aus dem Ruhrgebiet kam und gewann nach Saisonende den Supercup gegen Borussia Dortmund. In der Saison 2011/2012 gewann Borussia Dortmund erstmals in seiner Vereinsgeschichte das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal. 2013 erreichte der BVB das CL-Endspiel.

Besagte zwei Klubs sind aktueller Stand der Dinge (Stand: 2013/14) die einzigen Ruhrklubs in der Bundesliga. In der 2. Bundesliga spielt derzeit mit dem VfL Bochum ein weiterer Klub aus der Region, die in der 3. Liga zudem durch den MSV Duisburg vertreten ist. Insgesamt hat dass Ruhrgebiet vier Vertreter im Profifußball.

Fan- und Fußballkultur

Fanszene im Revier

Die Bedeutung des Fußballs geht im Ruhrgebiet weit über das Spiel am Wochenende hinaus; der Sport besitzt eine große kommunikative Rolle, für viele Anhänger ist der Verein ein zentraler Aspekt ihres Lebens. Diese enge Beziehung der Fans zu ihrem Verein hat auch den Wandel des Publikums von den eher proletarischen Zuschauern der 1960er und 1970er-Jahre zur heutigen Anhängerschaft aus der Mittelschicht überdauert.[23]

Historischer Überblick

Obwohl der Fußball in Deutschland schon nach dem Ersten Weltkrieg die Massen in seinen Bann zog, entwickelte sich eine „echte“ Fanszene erst seit den späten Sechzigern. Erster Fanclub in Deutschland waren die „Bochumer Jungen“, die sich 1972 in Anlehnung an die englische Tradition im Umfeld des VfL gründeten.[24] In Großbritannien existieren bereits seit den 1950ern die „Supporter Clubs“, deren Mitglieder sich vorwiegend aus jungen fußballbegeisterten Männern rekrutieren und die Ehre ihrer Teams durch Gesang und Gewalt verteidigen.

Fußballspielen (soziologische Studien sprechen beispielsweise in den 1920ern von mehreren hundert Auseinandersetzungen jährlich, durch die organisierten Anhängerschaften änderte sich jedoch die Qualität der Gewalt und auch ihre Rezeption in der Presse. Vor der Weltmeisterschaft 1974 wurde praktisch jede Woche von Ausschreitungen rund um den Fußball berichtet, was als Reaktion seitens des Staates den Einsatz von Hundertschaften und Hundestaffeln in der Begleitung von Auswärtsfans hervorrief. Die Folge war eine weitere Radikalisierung der Fanszenen, während sich die „normalen“ Anhänger teilweise vom Fußball abwendeten.

Im Ruhrgebiet sorgten in den Achtzigern vor allem rechtsradikale Gruppen wie die Dortmunder „Borussenfront“ oder die Schalker „Gelsenszene“ (die sich später entpolitisierte) für Schlagzeilen, die die Fanszenen unterwanderten und den Fußball als Bühne für ideologische Auseinandersetzungen nutzten. Die zeitgleich aus England importierte Hooligankultur mit martialischem Auftritt und Massenprügeleien zwischen verschiedenen Fangruppen verfestigte in der Öffentlichkeit das Bild vom Fußballfan als rechtem Schläger. Heute sind insbesondere die Fanszenen in Gelsenkirchen und Dortmund um eine Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus im Umfeld des Fußballs bemüht; beispielsweise wurden im Frühjahr 2007 das Dortmunder Fanprojekt und der Schalker Verein „Dem Ball is' egal wer ihn tritt“ mit dem Julius-Hirsch-Preis des Deutschen Fußballbundes ausgezeichnet. Probleme mit Rechtsradikalismus sind jedoch bis heute vor allem bei jüngeren Fans zu beobachten.[25]

Nach dem deutschen Erfolg bei der Weltmeisterschaft 1990 gewann der Sport an Popularität in der Bevölkerung zurück. Vom Privatfernsehen wurde die Bundesliga zum „Event“ für die ganze Bevölkerung stilisiert, was insbesondere im fußballgeprägten Ruhrgebiet auf fruchtbaren Boden fiel. Dort strömt das Publikum seitdem regelmäßig in die Stadien und beschert der Liga immer wieder neue Zuschauerrekorde. Die organisierten Fanszenen reagierten erst spät auf die neuen Entwicklungen und versuchten sich vom „Mainstream“ zu distanzieren. Eine Plattform dafür bot vor allem die italienisch geprägte Ultra-Bewegung, deren Gruppierungen heute auch im Ruhrgebiet die Wortführerschaft bei zahlreichen Anhängerschaften besitzen. Ultras verstehen sich als besonders treue Anhänger ihres jeweiligen Vereins und sehen sich gleichsam als Hüter der Tradition gegenüber der zunehmenden Kommerzialisierung des Fußballs. Während viele Ultras in Deutschland ihre politische Neutralität betonen, ist die Bewegung aufgrund ihrer reaktionären und totalitären Philosophie anfällig für politischen Extremismus.[26][27]

Revierderby

Trotz der Fülle an Fußballvereinen im Ruhrgebiet und der entsprechenden Zahl an Lokalderbys in den höheren Ligen haben sich zuletzt die Partien zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 als die Revierderbys herauskristallisiert. Die Spiele zwischen den beiden erfolgreichsten Vereinen der Region sind seit vielen Jahren ausverkauft und elektrisieren die Fußballfans des Reviers wie kein anderes Duell.

Dabei ist die Rivalität zwischen beiden Vereinen im Gegensatz zu großen internationalen Derbys wie Old Firm oder El Superclásico ebenso jung wie friedvoll – erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde aus der Borussia ein Konkurrent auf Augenhöhe für die Gelsenkirchener, und auch die Vereinsgeschichten sind nicht so verschieden, als dass sich religiöse oder weltanschauliche Konflikte zwischen beiden Clubs hätten herausbilden können. Sowohl Schalke 04 als auch Borussia Dortmund sind in Arbeitervierteln entstanden und haben von Beginn an eine integrative Funktion für die vielen polnischen und ostpreußischen Immigranten besessen, und auch wenn sie heute Anhänger in allen sozialen Schichten besitzen, stehen die Vereine weiterhin sinnbildlich für Herz und Leidenschaft als Tugenden des „Ruhrpotts“.

Nach drei Spielen Mitte der 1920er zwischen beiden Vereinen kam es zu den ersten Partien auf höherem Niveau ab 1936 in der Gauliga, nachdem der BVB den Aufstieg geschafft hatte. Schalke 04 war zu jener Zeit jedoch bestimmend für den Fußball im gesamten Reich und entsprechend ohne Konkurrenz im Revier, so dass die Gelsenkirchener die Partien zumeist ohne große Schwierigkeiten für sich entscheiden konnten. Aufgrund der großen Unterschiede in der Spielstärke der Teams gab es zunächst auch keine wirkliche Rivalität zwischen beiden Vereinen; nach der ersten Schalker Meisterschaft 1934 beispielsweise wurde der Zug der Meistermannschaft im Dortmunder Bahnhof frenetisch bejubelt. Von dort wurden die „Knappen“ ins Rathaus der Stadt eskortiert, wo sie sich ins Goldene Buch der Stadt eintrugen.[28]

Insgesamt verlor der BVB 14 von 16 Spielen gegen Schalke in der Gauliga; selbst in den Spielzeiten 1937/1938 und 1941/1942, als der BVB hinter Seriensieger Schalke Zweiter im Westen wurde, wurden die Schalker nicht geschlagen. Einziger Sieg vor Kriegsende war ein 1:0 im Oktober 1943, in dem August Lenz als erster Nationalspieler Dortmunds den entscheidenden Treffer erzielte. Nach Kriegsende entwickelte sich der BVB dann allerdings zum ernstzunehmenden Kontrahenten von Schalke 04. Bereits die erste Partie nach Kriegsende konnte Borussia Dortmund für sich entscheiden und wurde 1947 durch einen 3:2-Erfolg Westfalenmeister. Es folgte die Wachablösung in der Ära der Oberliga West; Dortmund wurde dreimal Meister und belegte auch in der „ewigen Tabelle“ den ersten Platz vor Schalke.

Diese Jahre gelten als die Entstehungszeit des Revierderbys, denn erst mit Borussia Dortmund konnte sich ein Verein langfristig als ernsthafte Alternative zu Schalke 04 im Ruhrgebietsfußball etablieren. Seitdem wechselten sich die Zeiten der Erfolge weitgehend ab; der BVB war in den Sechzigern und Neunzigern deutsche Spitzenmannschaft, Schalke konnte sich in den Siebzigern und in den vergangenen Jahren leicht von der Borussia absetzen. Dennoch stellten die Spiele zwischen beiden Vereinen immer ein besonderes Highlight dar, und vielfach konnte der jeweilige „Underdog“ die Partien für sich entscheiden.

Beide Vereine besitzen heute mit Abstand die meisten Anhänger im Revier und der Umgebung, und abgesehen vom FC Bayern München ist auch kein Club in Deutschland in der Lage, mit den Zuschauerzahlen von Schalke und Dortmund mitzuhalten. Regelmäßig über 40.000 verkaufte Dauerkarten pro Saison zeugen von einer großen Begeisterungsfähigkeit der Anhängerschaft, die Schalker „Nordkurve“ und die „Südtribüne“ in Dortmund (als größte Stehplatztribüne Europas) sind in Deutschland ohne Konkurrenz.

Die Stadien im Revier

Nachdem die ersten Spiele auf bestenfalls umzäunten Wiesen stattfanden, die je nach Zuschauerinteresse von Erdwällen umgeben waren, begann in den 1920ern der Bau der ersten „echten“ Stadien des Reviers; zwar entstanden im Ruhrgebiet keine Universalstadien mit Schwimmbahnen und Sprungturm wie von Carl Diem, dem Generalsekretär des zuständigen Reichsausschusses, gefordert, jedoch wurden sie in vielen Fällen mit Rad- oder Leichtathletikbahnen geplant. Erster großer Stadionbau war die Errichtung des Wedaustadions in Duisburg, wo die Stadt nach Diems Plänen ein weites Rund ohne Tribünen bauen ließ, dem vier Jahre später nur wenige Kilometer entfernt das Schwelgernstadion folgte. 1928 wurde in Dortmund die Kampfbahn Rote Erde eingeweiht, die heute ähnlich wie die im selben Jahr fertiggestellte Vestische Kampfbahn in Gladbeck unter Denkmalschutz steht. Beide Stadien sind auch architektonisch bedeutend, sie verfügen insbesondere über prachtvolle Eingangsbauten und Marathontore und sind wie im Fall des Dortmunder Volksparks in ein gestalterisches Gesamtkonzept integriert.

Wo es nicht die Städte waren, die den Stadionbau forçierten, mussten die Vereine selbst Hand anlegen; teilweise waren es auch die Zechen, die auf ihrem Betriebsgelände Stadien für den lokalen Klub errichteten (Mont Cenis in Sodingen 1928, Ewald-Fortsetzung in Erkenschwick ab 1929). In Gelsenkirchen war Schalkes Platz an der Grenzstraße, der nur 5000 Anhängern Platz bot, bereits früh den Zuschauermassen nicht gewachsen. Dennoch dauerte es bis ins Jahr 1928, dass der Club seine Glückauf-Kampfbahn eröffnen konnte. In Essen entstand 1922 zunächst das 35.000 Zuschauer fassende Stadion am Uhlenkrug von Schwarz-Weiß, in Herne wurde 1934 das Stadion am Schloss Strünkede eröffnet. Rot-Weiss Essen baute erst nach und nach seinen früheren Sportplatz zum heutigen Georg-Melches-Stadion aus. Bei der Eröffnung 1939 bestand das Stadion aus einer Holztribüne und insgesamt 25.000 Plätzen, 1956 wurde dort die erste Flutlichtanlage Deutschlands eingeweiht.[29] Heute ist das Stadion eine Besonderheit in Deutschland, da die Westtribüne wegen Baufälligkeit abgerissen werden musste und der Bau daher nur noch aus drei Tribünen besteht.

Schalke: Parkstadion und Arena

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die zerstörten Stadien größtenteils wiederaufgebaut, zudem entstanden im Umfeld der Zechenvereine neue Arenen. In Sodingen wurde 1953 das Stadion Glück-Auf fertiggestellt; in Horst entstand zur Saison 1948/1949 das Fürstenbergstadion, nachdem in der ersten Oberliga-Saison noch auf Asche gekickt worden war. Diese Stadien waren meist nicht für Großereignisse geeignet, Sodingen musste daher auch in seinen Endrundenspielen zur Deutschen Meisterschaft nach Gelsenkirchen ausweichen.

Der nächste große Bauboom setzte dann in den 1970ern ein. Waren zuvor vielerorts in Deutschland Großstadien mit mehr als 50.000 Zuschauern Fassungsvermögen entstanden, so bekam das Ruhrgebiet mit dem Gelsenkirchener Parkstadion und dem Dortmunder Westfalenstadion erst zur Weltmeisterschaft 1974 neue Arenen. Letzteres wurde als reines Fußballstadion konzipiert und ist bis heute das größte seiner Art in Deutschland. Fasste es zur Eröffnung 54.000 Plätze, so finden nach mehreren Ausbaustufen aktuell über 80.000 Anhänger Platz. Auch in Bochum wurde mit dem Ruhrstadion eine Arena ohne Laufbahnen errichtet; bis heute gilt das „Schmuckstück“ als eines der schönsten Stadien Deutschlands. Schalkes Parkstadion besaß dagegen wie alle großen Stadien des Landes eine Leichtathletikbahn und galt schnell als ebenso altmodisch wie ungemütlich. Nach den großen Erfolgen in den Neunzigern begann der Verein daher 1998 mit dem Bau der „Arena AufSchalke“, einer Multifunktionsarena auf dem Berger Feld, die 2001 eröffnet wurde. Mit diesem Gebäude hat der Verein neue Maßstäbe in der Verbindung von Fußball und Event gesetzt, sich nach Meinung mancher Kritiker jedoch auch weit von seiner Entstehung als Verein der „kleinen Leute“ entfernt.[30] Ein riesiger Videowürfel, herausfahrbarer Rasen, unzählige VIP-Logen und die Stadionwährung „Knappe“ zeugen von der intensiven Vermarktung des Sports.

Letzter großer Stadionumbau im Ruhrgebiet war die Umgestaltung des Wedaustadions in ein reines Fußballstadion, das 2004 neu eröffnet wurde. Abgesehen vom Lohrheidestadion in Wattenscheid, das in den letzten Jahren ebenfalls modernisiert wurde und heute das wichtigste Leichtathletikstadion der Region ist, befinden sich die Stadien der unterklassigen Clubs im Niedergang. Vielerorts lässt sich zwar in Nostalgie schwelgen, ohne umfangreiche Sanierungen werden viele der Kampfbahnen in naher Zukunft jedoch nur noch eingeschränkt benutzbar sein.

Die Fußballgeschichte in den einzelnen Städten des Reviers

Die Bedeutung des Fußballs für die Region lässt sich daran ablesen, wie viele bekannte Vereine mit ihren jeweiligen Facetten das Ruhrgebiet hervorgebracht hat. Der folgende Abschnitt gibt eine kleine Fußballgeschichte in Gelsenkirchen an und verweist so auf die wichtigsten Clubs der Stadt.

Erfolgreichster Verein Erstligaspielzeiten Erfolge
FC Schalke 04 Logo.png FC Schalke 04
Gauliga (11 Jahre), Oberliga (16 Jahre), Bundesliga (39 Jahre) UEFA-Pokal 1997, Deutscher Meister (7×), DFB-Pokal (5×)

Gelsenkirchen

Auch wenn der FC Schalke 04 erst in den 1920ern zum bedeutendsten Verein der Stadt wurde, beginnt die Gelsenkirchener Fußballgeschichte in Schalke: 1896 wurde von Schülern des Schalker Gymnasiums der SuS Schalke 96 gegründet, der im Gründungsjahr gegen den Dortmunder FC von 1895 das erste reguläre Spiel in Westfalen austrug.[31] Auch wenn dieses Spiel ebenso wie das Rückspiel verloren ging, entwickelte sich SuS Schalke schnell zum Vorzeigeverein Gelsenkirchens. Die Qualifikation für die A-Klasse des Westdeutschen Spielverbandes wurde in den Jahren vor dem Krieg dennoch verfehlt, jedoch nahmen die jungen Schalker Arbeiterkinder von Westfalia, dem späteren FC Schalke 04, Anschauungsunterricht beim SuS und seinen zum teil hochkarätigen Gegnern.

In den Jahren der Weimarer Republik entwickelte sich Gelsenkirchen dann schnell zur Fußballhochburg im mittleren Ruhrgebiet. 1921 wurde der SC Gelsenkirchen 07 Meister der Emscherkreisliga und hinter dem SC Dortmund 95 Zweiter im Ruhrbezirk. Ein Jahr später folgte Union Gelsenkirchen dem Sportclub in die neu gegründete Ruhr-Liga, in der auch SV Erle 08 und BV Buer 07 aus den damals noch eigenständigen Gemeinden Erle und Buer vertreten waren. Bis zum Ende des Jahrzehnts schafften zudem noch der STV Horst-Emscher, der SuS Schalke und Schalke 04 den Sprung in die höchste Liga des Ruhrgebiets.

Schalke 04 entwickelte sich schnell zur unangefochtenen Spitzenmannschaft der Stadt, dennoch blieben auch die anderen Teams bis 1945 höchst erfolgreich: Union hatte nicht nur in der Saison 1930/1931, als Schalkes erste Mannschaft suspendiert war, den Titel im Ruhrbezirk erringen können, sondern sich auch in der Spielzeit 1940/1941 für die Gauliga qualifizieren können. Daneben waren auch Erle 08 (1935 bis 1937), der Spielverein Rotthausen (1936 bis 1938), der STV Horst (1942/1943) und Alemannia Gelsenkirchen (ab 1939) in der ersten Liga vertreten.

Nach dem Krieg änderte sich zunächst wenig an den sportlichen Kräfteverhältnissen in der Stadt. Hinter Schalke sorgten die SG Eintracht Gelsenkirchen (als 1950 entstandener Fusionsverein aus Union und Alemannia) und der STV Horst regional für Furore. Erstere blieben über die gesamte Oberligazeit zweitklassig und spielten ab 1963 zunächst in der Regionalliga West, später in der Verbandsliga Westfalen. Horst dagegen schaffte 1947 gemeinsam mit Schalke 04 den Aufstieg in die Oberliga. Mit finanzieller Unterstützung der Zeche Nordstern erreichten sie in den ersten Jahren der neuen Liga zwei dritte und einen vierten Platz und konnten sich so zeitweise vor dem Lokalrivalen aus Schalke positionieren. Dem Abstieg 1954 folgten noch eine Oberliga-Spielzeit (1957/1958) sowie der überraschende Gewinn der Deutschen Amateurmeisterschaft 1967 gegen Hannover 96. 1973 fusionierten Eintracht und Horst zum Verein des Gelsenkirchener Südens, die angestrebte Qualifikation für die 2. Bundesliga wurde jedoch weit verfehlt.

Im Frauenfußball konnte der FC Schalke 04 in den späten Siebzigern und frühen Achtzigern einige nennenswerte Erfolge erzielen. Die Mannschaft wurde fünfmal Westfalenmeister und zweimal Westfalenpokalsieger. Sowohl bei der deutschen Meisterschaft als auch im DFB-Pokal war dann aber jeweils in der ersten Runde Endstation. Mitte der Achtziger Jahre wurde die Abteilung aufgelöst. Vorher erreichte die DJK Eintracht Erle 1928 1974 das erste Endspiel um die deutsche Meisterschaft im Frauenfußball, unterlag jedoch dem TuS Wörrstadt mit 0:4. Zurzeit ist der SV Erle 08 in der Bezirksliga der am höchsten spielende Verein in Gelsenkirchen. a jedoch weder 1959 noch im folgenden Jahr, als sie Zweiter im Westen wurde, Erfolg beschieden.

Literatur

  • Die Fussballfans aus dem Revier – Rot-Weiss Oberhausen, FC Schalke 04, VfL Bochum, Borussia Dortmund, Rot-Weiss Essen, MSV Duisburg, SG Wattenscheid 09. Strohhalm, 1993, ISBN 3-9801874-7-0.
  • Wolfgang Emscher: Tribüne Ruhrgebiet – Stadtgeschichte und Fußball an Ruhr und Emscher. Viehweger, Essen, 2005, ISBN 3-89861-463-8.
  • Wolfgang Ettlich: Im Westen ging die Sonne auf: Kleine Geschichten von Kohle, Stahl und Fußball im Ruhrgebiet. Ruhr, Essen, 2007, ISBN 978-3-89861-694-2.
  • Siegfried Gehrmann: Fussball, Vereine, Politik – Zur Sportgeschichte des Reviers 1900–1940. Hobbing, Essen, 1988, ISBN 3-920460-36-7.
  • Dirk Hallenberger: Revier-Fußball in der Literatur. In: Hermann Beckfeld (Hrsg.): … der Boss spielt im Himmel weiter. Fußball-Geschichten aus dem Ruhrgebiet. Henselowsky Boschmann, Bottrop 2006 ISBN 3-922750-62-1.
  • Torsten Haselbauer und Uwe Wick: Fußballregion Ruhrgebiet: Katalog zur Ausstellung. Hrsg.: Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) und Willibald-Gebhardt-Institut (WGI), Göttingen, 2005, ISBN 3-89533-507-X.
  • Hartmut Hering (Hrsg.): Im Land der tausend Derbys. Die Fußball-Geschichte des Ruhrgebiets. Die Werkstatt, Göttingen 2002, ISBN 3-89533-372-7.
  • Sebastian Kisters: „Ruhrpott, Ruhrpott!“ – Wie die Europapokaltriumphe von Schalke 04 und Borussia Dortmund Image und Identität des Ruhrgebietes veränderten. Geographisches Institut der Ruhr-Universität Bochum. Materialien zur Raumordnung Band 56, ISBN 3-925143-27-0.
  • Rolf Lindner und Heinrich Th. Breuer: Sind doch nicht alles Beckenbauers – Zur Sozialgeschichte des Fussballs im Ruhrgebiet. Syndikat, Frankfurt am Main, 1979, ISBN 3-8108-0073-2.
  • Ralf Piorr (Hrsg.): Der Pott ist rund. Das Lexikon des Revierfußballs. Klartext, Essen – Band 1 (Die Chronik 1945–2005, 2005) ISBN 3-89861-358-5, Band 2 (Die Vereine, 2006) ISBN 3-89861-356-9.
  • Dietrich Schulze-Marmeling: Der Ruhm, der Traum und das Geld: Die Geschichte von Borussia Dortmund. Die Werkstatt, Göttingen 2005, ISBN 3-89533-480-4.

Filmdokumentation

  • Wolfgang Ettlich: Im Westen ging die Sonne auf (Filmdokumentation über den Fußball im Revier), Rough Trade Distribution GmbH, 2003, ASIN B0000WMZ4W

Einzelnachweise

  1. Hering, S. 8.
  2. vgl. Hartmut Hering, S. 79 ff.
  3. Hering, S. 103.
  4. Hering, S. 112.
  5. Hering, S. 154.
  6. „Die Tatsache, dass Schalke von der Nazipropaganda instrumentalisiert wurde, heißt allerdings nicht, dass es sich bei den Spielern und Funktionären samt und sonders um bekennende Nazis handelte.“ auf Fußball: Schalke 04 und der Nationalsozialismus.
  7. Hering, S. 171 f.
  8. Stefan Goch und Norbert Silberbach: Zwischen Blau und Weiß liegt Grau – Der FC Schalke 04 in der Zeit des Nationalsozialismus, Klartext-Verlagsgesellschaft, 2005, ISBN 3-89861-433-6, S. 206 ff.
  9. Hering, S. 179.
  10. Dietrich Schulze-Marmeling: Die Bayern – vom Klub zum Konzern – Die Geschichte eines Rekordmeisters, Die Werkstatt GmbH, Göttingen, 1997, ISBN 3-89533-203-8, S. 66.
  11. Hering, S. 195.
  12. Hering, S. 216.
  13. Hering, S. 223.
  14. Hering, S. 261.
  15. Hering, S. 284 f.
  16. Hering, S. 287.
  17. Hering, S. 291.
  18. Hering, S. 297.
  19. Hering, S. 319.
  20. Hering, S. 320.
  21. Hering, S. 330 f.
  22. vgl. Borussia Dortmund und die angegeben Quellen in den Abschnitten zur neueren Vereinsgeschichte.
  23. Interview mit Franz Stuke, Professor an der Ruhr-Universität Bochum
  24. Hering, S. 350.
  25. blog.zeit.de.
  26. http://www.bpb.de/themen/4IFKR4,0,0,Fu%DFball_und_Rechtsextremismus_in_Europa.html
  27. http://www.bpb.de/themen/WPFOXF,0,0,Ultras_und_Supporter.html
  28. Schulze-Marmeling, S. 277 f.
  29. rot-weiss-essen.de
  30. vgl. Hering, S. 390 ff.
  31. Hering, S. 173.