Galopprennbahn Horst

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Die Galopprennbahn Horst ist eine ehemalige Pferderennbahn von ca. 80 Hektar Fläche in Gelsenkirchen-Horst.

Galopprennbahn Horst und das Schloss Horst 1928

Geschichte

1895 fand das erste Pferderennen in Horst-Emscher statt. Das Rennen hatte lokalen Charakter und wurde auf den Viehweiden von Schloss Horst ausgetragen. Durch Großzügigkeit und die Pferdesportbegeisterung des damaligen Schlossherrn Reichsfreiherrn Maximilian von Fürstenberg-Borbeck kommt es am 20. Februar 1895 zur Gründung des Emscherthaler Reiter- und Rennvereins. Rudolf Rose († 1931) übernimmt ab 1896 die Geschäftsführung und baut 1910 die Horster Galopprennbahn.

1903 fand der erste große Preis statt, ein mit 10 000 Mark dotiertes Jagdrennen. 1909 wurde die Bahn umgebaut und am 22. Mai 1910 fand das erste Rennen nach dem Umbau statt. 1911 wurde eine elektrische Straßenbahn bis zur Rennbahn ausgebaut. Ferner wurde durchgesetzt, daß die Reichsbahn Sonderzüge von Köln über Düsseldorf und von Dortmund nach Horst-Emscher-Süd leitete.

Im Jahre 1915 fanden keine Rennen in Horst statt. Die Renntage von 1919 bis 1922 konnten aufgrund der wirtschaftlichen und politischen Gegebenheiten nur unter größten Schwierigkeiten stattfinden. 1923 wurde die Rennbahn durch die Besatzungsmächte geschlossen. Die Rennen fanden in dieser Zeit in Köln statt. Erst 1924 konnte nach Abzug der Besatzung wieder ein geregelter Rennbetrieb einsetzen. Bis zum zweiten Weltkrieg wurden die Rennen in Horst mit stets steigendem Erfolg weitergeführt.

Im August 1931 verstarb Rudolf Rose und sein Bruder Paul trat dessen Nachfolge an. Am 4.Juni 1942 musste die Bahn geschlossen werden, da die nahe gelegenen Gelsenberg-Benzin-Werke durch alliierte Bomberverbände angegriffen wurden. Die gesamten Rennbahn wurde durch 492 Bombentreffer zerstört. Am l. Mai 1949 öffnete die Horster Rennbahn nach siebenjähriger Pause wieder, und es fanden wieder Rennen statt.

Ende 2002 wurde der Pachtvertrag zwischen der Gelsenkirchener Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft (GGW) und dem Gelsenkirchen-Horster Rennverein (GHR) gekündigt. Trotz intensiver Bemühungen seitens der GGW konnten keine neuen geeigneten Pächter für die Galopprennbahn gefunden werden. Infolgedessen fasste der Rat der Stadt Gelsenkirchen am 11. Dezember 2003 den Beschluss, den Galopprennsport einzustellen.

Bedeutende Veranstaltungen

Aral-Pokal

Die Veranstaltung wurde im Jahr 1957 gegründet und wurde ursprünglich in Horst ausgetragen. Die ersten drei Läufe wurden über 2.600 Meter bestritten und 1960 auf 2.400 Meter gekürzt.

Rennen auf der Galopprennbahn Horst

Ab 1998 wurde das Rennen als "Großer Erdgas-Preis" (Gelsenkirchener Pokal) und ab 1999 bis 2000 als als "ELE Pokal" ausgetragen. Seit 2001 werden die Rennen in Köln-Weidenpesch ausgetragen.

Henckel-Rennen

Von 1950 bis 1985 wurde das Rennen vom Gelsenkirchen-Horster Rennverein in Horst ausgetragen, doch dieser kam als Veranstalter des sponsorlosen Rennens in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Seit 1985 findet das Pferderennen als "Mehl-Mülhens-Rennen" jährlich in Köln statt.

Nereide-Rennen

Dem Rennpferd Nereide (Pferd) Wikipedia-Link zu Ehren wurde seit 1955 das für Stuten ausgeschriebene Rennen auf der Galopprennbahn in Horst ausgetragen. Nach der Schließung der Rennbahn wurde dieses Listenrennen zunächst nach Mülheim verlegt und wird seit 2003 in München ausgetragen.

Waagehaus

Heutiger Zustand

Im Bereich des Geläufes hat sich der Golfclub Schloß Horst etabliert. Das Freigelände wird von den Anwohnern zusammen mit den umgebenden Grünflächen genutzt.

Der Rat der Stadt Gelsenkirchen fasste am 17. Februar 2005 den Beschluss der Bebauung des Geländes zum „Stadtquartier am Schloss Horst". Seit 2008 entstand dort die Straße Am Bowengarten.

Heute erinnert nur noch ein Gedenkstein für Rudolf Rose an die Rennbahn in Horst. Das ehemalige Waagehaus von 1896 wurde im April 2018 niedergelegt.

Weblinks

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Quellen

  • 60 Jahre Pferderennen am Horster Schloß von H. Kütemann
  • Festchronik 700 Jahre Freiheit Horst, 1982, Josef Büscher (Hrsg.)
  • Wikipedia