Gelsenkirchener Schützenbund

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Gelsenkirchener Schützenbund „GSB"

Vorwort

Die Tradition des Schützenwesens gründete auf die Notwendigkeit der bäuerlichen Gemeinschaft, sich vor Angreifern schützen zu müssen. Dieser Aspekt trat aber um so mehr in den Hintergrund, bis sich geordnetes Staatswesen und Rechtsgrundlagen in der Bevölkerung durchsetzen konnten. Den GSB gibt es heute noch in seiner ursprünglichen Form, er besteht aber mittlerweile nur aus einigen Schützenvereinen Gelsenkirchens; der GSB ist ein freiwilliger Zusammenschluss Gelsenkirchener Schützenvereine, er hat heutzutage keine festen Aufgaben in Bezug auf die eigentlichen Vorgaben der Vereine, so wie sie es in ihren Satzungen verankert haben, u.a. die Förderung des Schießsports, die Jugendpflege und die Pflege des Brauchtums zu intensivieren, damit sie gemeinnützig und steuerlich nach der Abgabenordnung befreit sind. Also ein reiner Zusammenschluss der Vereine diesseits der Emschergrenze, nur der Bürger-Schützen-Verein Horst-Emscher 1879 trat in den Jahren um 1965 hinzu. Alle Schützenvereine die sich schießsportlich betätigen, sind im Westfälischen Schützenbundes (WSB), der eine Unterorganisation des Deutschen Schützenbundes ist, organisiert. Er umfasst das nördliche Westfalen, von Bottrop, Gladbeck, Gelsenkirchen bis Ostwestfalen zur Grenze Niedersachsen, südlich bis zur hessischen Landesgrenze und dürfte um die 85.000 Mitglieder haben. Um überhaupt Schießsport nach dem Waffengesetz betreiben zu können, ist die Mitgliedschaft zwingend erforderlich. Der WSB ist nach dem Kriege her in Gelsenkirchen im Schützenhaus Holz wiedergegründet worden. Der damalige Kreisvorsitzende Walter Holz hat sich intensiv für den Wiederaufbau eingesetzt. Die WSB-Standarte zeigt auf der Vorderseite das Wappen der Stadt Gelsenkirchen, Der WSB mit Sitz in Dortmund-Eving ist in Bezirke aufgeteilt. An seinem Sitz befindet sich auch die zur Zeit weltweit größte überdachte Allzweckschießsportanlage an der Ebertstraße. Aus den Gebäuden des ehemaligen Blumengroßmarktes entstand eine Schießsportanlage mit mehr als 100 vollelektronischen Luftgewehranlagen, 20 KK-50m-Bahnen, mehrere separate Pistolenstandanlagen für die unterschiedlichsten olympischen Disziplinen. In der Halle werden auch Bogensportwettbewerbe ausgetragen. Der Schützenkreis Gelsenkirchen besteht aus Vereinen im Bereich von Gelsenkirchen, Gladbeck, Polsum, Westerholt und teilweise Herten. Er nennt sich "Fachverband für sportliches Schießen und Tradition" und ist Bindeglied zwischen Verein und Verband. Er richtet u. a. Kreismeisterschaften und Rundenwettkämpfe in allen sportlichen Gewehr-, Pistolen- und Bogensportdisziplinen aus, die es den Schützen ermöglichen, nach entsprechender Qualifikation in ihrer jeweiligen Disziplin an weiterführenden Meisterschaften, z B. Bezirks- Landes- oder an der Deutschen Meisterschaft teilzunehmen. Der GSB wurde im Jahre 1656 ins Leben gerufen. In den letzten Jahrhunderten gab es in Gelsenkirchen Schützenvereine, die sich teilweise in Stadtteilen aus Kompanien zusammen setzte und nach den Namen der Kompanieführer benannt wurden, z.b. Komp. Adler, Komp. Berlage, Komp. Viefhaus, (es existiert heute nur noch die Kompanie Viefhaus). Die Kompanie Adler (über Jahrzehnte bei Görsmeier ansässig, wurde komplett aufgelöst). Alle Kompanien waren selbstständige Vereine nach dem Vereinsgesetz. Nach Gründung des GSB schlossen sich alle Vereine und Kompanien unter dem Motto an: „Einigkeit macht stark“. Erst einige Zeit später wurde der Westfälische Schützenbund gegründet. Vorsitzender des WSB war damals der Gelsenkirchener Schützenoberst Nienhausen. Zu den jahrhundertalten Zeugnissen der Schützengeschichte Gelsenkirchen gehört u.a. die alte Königskette des GSB, die eine Gravur von 1656 aufweist und weitere Ordensgravuren in mehr oder weniger großen zeitlichen Abständen hat, die letzte war 1901. Die Medaillen der Kette lassen Rückschlüsse auf ihre Träger zu, es waren Schützen- oder Jubiläumskönige, meist honorige Bürger Gelsenkirchens. Fahnen verschiedener Kompanien sind ebenfalls Zeugnis der Tradition und stellen das Schützenbrauchtum in Gelsenkirchen dar.

Gründung der Kompanien und Vereine

1929 wurde die „Abteilung Altstadt“ innerhalb des GSB unter Vorsitz des Rittmeister a.D. Nienhaus gegründet. Weitere neue Kompanien schlossen sich in Heßler, Bismarck-Ost 1929, Rotthausen und Neustadt an, ein eigenes Reitercorps wurden ins Leben gerufen. 1929 stieg die Mitgliederzahl des GSB auf etwa 1.400 an. 1932 wurde der Kleinkaliberschießstand am Bismarckhain eröffnet, auf dem später große Wettkampfe der Schützengaue Deutschlands stattfanden, der aber mit dem GSB nicht im Zusammenhang stehen. Große Schützenfeste, vor dem 2. Weltkrieg, wurden in Bismarck-West (vormals Braubauerschaft) und während einer Ausstellung in den Ausstellungshalle Wildenbruchplatz abgehalten. Im Laufe des Krieges und auf Grund der späteren politischen Entwicklung, z.B. Alliiertenverbot, negative Einstellung des Schießsports, Diffamierung der Schützen, trat eine längere Pause ein. Im Jahre 1953 fanden sich einige Schützen zusammen, die den GSB wieder aufleben ließen. U.a. waren es :Dr Meermann, die Vereinsführer von Bürger-Schützenverein Bismarck-West 1876, Robert Hübscher, Ludwig Amelung, vom BSV Ückendorf, von der Komp. Niethaus, Adolf Treder, Herben Gunther, vom BSV Schalke Alben Kahle. Dem GSB schlossen sich weitere hinzukommende Vereine und Kompanien wie die Komp. Adler, Bürgerschützenverein Gelsenkirchen-Neustadt und Andreas Hofer Gelsenkirchen-Neustadt, Horst-Emscher, Rotthausen, Gelsenkirchener Schützengilde, Bulmke Hüllen, Neustadt, Altstadt, Andreas Hofer Neustadt, an. Bekannte Persönlichkeiten des Gelsenkirchener Lebens prägten den GSB, u a. die Könige, Fritzen, H.Schwering, H. Heitz, 0. Happe, P. Lashofer, V. Koitka, die u.a. auch sozialgesellschaftliche Aufgaben übernahmen, sich für wohltätige Zwecke einzusetzen, z B. zur Adventzeit Kinder aus Gelsenkirchener Waisenhäuser zu beschenken. Im Jahre 1981 feierte der GSB sein 325.jähriges Jubiläum. Präsident des GSB war zu dieser Zeit Franz Sandmann. Protektor des GSB war der Fabrikant Fritz Küppersbusch.

Kompanie Viefhaus 1929

Wie schon zuvor gesagt, wurde die Idee, im Stadtgebiet das alte traditionsreiche Schützenwesen aufleben zu lassen, im Jahre 1929 in die Tat umgesetzt, die alten Kompanien innerhalb des Gelsenkirchener Schützenbundes wieder aufleben zu lassen. Die Gründerversammlung der Kompanie fand am 17.2.1929 im Restaurant Thiergarten des Schützenkameraden Hermann Rüdel, von-Oven-Straße, statt. Kompanieführer wurde der Kaufmann Hermann Viefhaus. Mitbegründer und Vorstandsmitglieder waren Hermann Rüdel und August Krieger. Es waren vornehmlich Mitglieder aus den Reihen des Mittelstandes und der Kaufmannschaft Gelsenkirchen-Mitte. Ausgehend von der alten Tradition setzte sich die Kompanie Viefhaus zum Ziel, die Kameradschaft und den Schießsport zu pflegen. Die Tätigkeit fand Anerkennung, so dass man der Kompanie die alte Traditionsfahne der Gelsenkirchener Junggesellen aus dem Jahre 1847 zu treuen Händen überreichte. Bereits 1932 wurde anläßlich des Bundestreffens der Schützen eine neue Fahne geweiht. Eine jähe Unterbrechung erfolgte durch den Ausbruch des 2. Weltkriegs. Kompanieführer Viefhaus starb 1941. Dr. Merschmann folgte als Vorsitzender, bis August Büssemeier die Vereinsgeschäfte über Jahre hinweg, bis 1980 mit großem Geschick leitete. Bemerkenswert waren die opulent abgehaltenen Festlichkeiten im Hans-Sachs-Haus oder in den Zooterrassen. Der Verein hatte seinen Schießstand auf der Hauptstraße im Saal der 1. Etage, Gaststätte Klosterbräu, später bei Dahrenrecht auf der Rotthauser Straße. Die Kompanie Viefhaus errang im sportlichen Bereich Aufsehen, als Rolf Müller-Bauckhage in den 1970er Jahren eine außergewöhnlich sportlich herausragende Herrenmannschaft in der Disziplin Luftgewehr zusammenstellte, die einige überörtliche Meistertitel hervorbrachte. Nachfolger von August Bussemeier wurde Heinz Garbes, 2. Vors. Karl Josef Westhoven, Geschäftsführer Rudolf Nienhaus, Schatzmeister Werner Melberg, Sportleiter K-H, Steiner.

BSV Feldmark 1902

Der BSV Feldmark wurde 1902 gegründet. Der Schützenbruder E. Bronkhorst war von 1904 bis 1913 Schützenkönig. Sein Nachfolger war L. Blumenrath, der die Königskette bis über den 1. Weltkrieg hinaus trug. Er wurde von A. Richmann sen. abgelöst, der Schützenkönig und Vereinsvorsitzender war. Nach dem 2. Weltkrieg ruhte die Vereinstätigkeit. Erst im Jahre 1956 begann man mit dem Wiederaufbau des Vereins unter der Führung des alten und neuen Vorsitzenden A. Richmann sen. Es wurden regelmäßig Schützenfeste auf dem Gelände der Fa. Küppersbusch abgehalten.

Der BSV Feldmark errichtete in den 1960er Jahren auf der Hofseite der Gaststätte „Küppersbuscher-Hof" einen eigenen Luftgewehrschießstand, der bis in den letzten Jahren vereinsmäßig genutzt wurde. Nicht zuletzt durch die Schließung der Gaststätte schrumpfte die Mitgliederzahl von ehemals über 100 auf wenige zusammen, so dass heute die sportlichen Aktivitäten ruhen.

BSV Schalke 1934

Der BSV Schalke ist an der Gewerkenstraße 47a, direkt hinter der ehem. Zeche Consolidation 1/6 mit einem großzügigen Vereinsheim und einem LG-Schießstand mit 16 Bahnen ansässig. Das Heim und das Gelände sind vereinseigen. Aus dem Verein sind erfolgreiche Sportschützen hervorgegangen. Zu erwähnen wäre hier Ernst Menget, 1960 als Landesmeister im LG- und KK-Schießen und als Juniorschütze Uwe Hausmann in LG, Deutscher Meister in den 80-er Jahren. Gründungsmitglieder des Vereins sind Albert Kahle, Werner Wilms und A. Prigge. Die Königsschießen fanden früher am Kußweg statt. Der Schießstand der Sportschützen befand sich auf der Schalker Straße. Aus Gründen der Expandierung um 1970 herum suchte man geeignete Räumlichkeiten für die Errichtung eines größeren Schießstandes, den man an der Grenzstraße, im Keller auf dem Hof des Supermarktes DISI-Markt von Günter Siebert, fand und ausbaute. Bereits 1976 wurde seitens der Zechendirektion Consol dem Verein auf Grund der Tatsache, dass der damalige 1. Vors. Paul Eben in der Direktion der Schachtanlage Consol beschäftigt war, die alte Leichenhalle hinter dem Kauentrakt an der Gewerkenstraße zur Erweiterung und zum Neubau eines eigenen Vereinsheimes angeboten und in die Tat umgesetzt. Der Verein besitzt ebenfalls einen eigenen Königsvogelhochstand, der unmittelbar an das Vereinsheim angrenzt.

Gelsenkirchener Schützengilde 1965

Die Gelsenkirchener Schützengilde 1965 wurde am 4. April 1965 im „Haus Engelhardt“ unter der Leitung von Konrad Marcian und dem späteren Ehrenvorsitzenden Herbert Overkott aus einer Gemeinschaft von 38 ehemaligen und neuen Schützenbrüdern gegründet. Damals wie heute besteht die oberste Priorität in der Förderung und Pflege des Schießsport, der Jugendarbeit, des Brauchtums und der Geselligkeit. Die Gelsenkirchener Schützengilde ist Mitglied im Deutschen- und Westfälischen Schützenbund.

BSV Bulmke-Hüllen

Der BSV Bulmke Hüllen war in den frühen 1960er Jahren ein aufstrebender junger Verein. Er brachte erfolgreiche Sportschützen heraus und war für gesellschaftliche Aktivitäten im Stadtteil Bulmke-Hüllen bekannt. Vorsitzender war der Gastwirt Willi Barth auf der Hohenzollernstraße. Hervorzuheben sind die großen Schützenfeste im großen Zelt auf dem Bürgerpark Orangeplatz an der Kesselstraße. Erstmals in Gelsenkirchen nahm an einem Schützenumzug, der über die Bahnhofstraße führte, eine schottische Dudelsackkapelle mit 40 Pfeifern teil. Leider ging es mit dem Verein nach und nach bergab. Die Gaststätte wurde nach dem Tode von Barth zunächst vereinseigen. Die Austragung aus dem Vereinsregister wurde um 1993 vollzogen.

BSV Altstadt

Im Jahre 1977 fanden sich einige Schützen aus der Kompanie Viefhaus zusammen und bildeten den BSV Altstadt der im Schlegel-Krug sein Vereinsheim hatte. 1. Vorsitzender wurde damals Wilhelm Grossaardt. Man entschied sich in der Kleiderordnung von der Schützenuniform abzuweichen, man trug grüne Blazer mit dem Vereinswappen. Leider ist auch dieser Verein in den 1980er Jahren mangels Mitgliedern, Querelen und Vereinsaustritten aufgelöst worden.

Schützenverein Adler

Die Kompanie Adler hatte über viele Jahre in der Gaststätte Görsmeier an der Kurt-Schumacher-Straße ihr Vereinslokal. Gründer war im Jahre 1929 der Kompanieführer Max Adler. Vor dem 2. Weltkrieg hatte die Kompanie mehr als 240 Mitglieder. 1952 wurde der Verein in SV Adler umbenannt. Der Verein stellte zweimal den Kreiskönig Gelsenkirchens, u.a. Adolf Krümpelmann, den Bundeskönig des GSB, Viktor Kojtka, und einmal den Landeskönig des WSB, Hans Worm. Leider ist auch der Verein mangels an Mitgliedern von Amts wegen aufgelöst worden.

Nicht mehr existent sind die Vereine:

  • BSV Ückendorf: Vorsitzender war Ludwig Amelung, der letzte Vorsitzende war Willi Pelka. Die Vereinsfahne befindet sich im Städtisches Museum Gelsenkirchen. Abgemeldet wurde der Verein um 1970.
  • Schützenkameradschaft Andreas Hofer Neustadt: Der Verein hatte sein Vereinslokal bei Löken. 1. Vorsitzender war damals Konrad Marcian. Ihr Schießstand war im Wiehagen in der Gaststätte Jobski. Einige Mitglieder, unter ihnen auch der damalige I. Vorsitzenden Marcian, gründeten 1965 die Gelsenkirchener Schützengilde.