Gerald Asamoah

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Gerald Asamoah

Gerald Asamoah 2010
Spielerinformationen
Geburtstag 3. Oktober 1978
Geburtsort Mampong, Ghana
Größe 180 cm
Position Sturm
Vereine in der Jugend
1990–1994
1994–1998
BV Werder Hannover
Hannover 96
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1996–1999
1996–1997
1999–2011
2004
2010–2011
2012–2013
2013–2015
Hannover 96
Hannover 96 II
FC Schalke 04
FC Schalke 04 II
→ FC St. Pauli (Leihe)
SpVgg Greuther Fürth
FC Schalke 04 II
79 (29)
3 0(0)
279 (44)
1 0(0)
27 0(6)
27 0(5)
49 0(8)
Nationalmannschaft
2001
2001–2006
Deutschland A2
Deutschland
01 0(0)
43 0(6)
Stationen als Trainer
2015–2016 FC Schalke 04 U-15 (Co-Trainer)

1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
 Stand: 23.05.2015

Gerald Asamoah (* 3. Oktober 1978 in Mampong, Ghana) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler und heutiger Fußballtrainer- und Funktionär. In der Jugend und als junger Profi spielte er bei Hannover 96, von 1999 bis 2010 dann für den FC Schalke 04. Asamoah gewann zweimal in Folge mit dem FC Schalke 04 den DFB-Pokal, stand 2002 mit der A-Nationalmannschaft im Finale der Weltmeisterschaft und wurde insgesamt viermal deutscher Vizemeister. Im Jahr 2012 schaffte er außerdem mit der SpVgg Greuther Fürth den Aufstieg in die Bundesliga. Der Stürmer, der sowohl auf den Außenbahnen als auch im Sturmzentrum zum Einsatz kam, absolvierte in seiner Karriere 323 Bundesliga-Spiele und erzielte dabei 50 Tore. Seine letzte Station als Aktiver war die zweite Mannschaft des FC Schalke 04, in der er am 23. Mai 2015 seine aktive Fußballerkarriere beendete.

Karriere

Verein

Zeit in Hannover

Asamoah lebt seit seinem zwölften Lebensjahr in Deutschland, besuchte dieselbe Schulklasse wie sein damaliger Vereinskollege Fabian Ernst und begann seine Laufbahn als Fußballer 1990 bei Werder Hannover. 1994 wechselte er zu Hannover 96, wo er ab 1996 zum Profikader gehörte.

Nachdem Asamoah 1998 mit Herz- und Kreislaufproblemen zu kämpfen hatte, wurde ärztlicherseits eine hypertrophe nicht-obstruktive Kardiomyopathie (HNCM) diagnostiziert, die mit einer Verdickung der Herzscheidewand einhergeht, was seine Fußballkarriere gefährdete. Mediziner rieten ihm dazu, seine Laufbahn zu beenden, jedoch konnte ihm ein US-amerikanischer Herzspezialist entscheidend helfen, so dass er seine Fußballerkarriere fortsetzen konnte. Das Risiko für einen Herzstillstand wurde mit einem Prozent angegeben. Dem Verein wurde die Auflage gemacht, einen Defibrillator stets am Spielfeldrand bereitzuhalten.[1]

FC Schalke 04

1999 wechselte er zum FC Schalke 04, mit dem er 2001 und 2002 den DFB-Pokal sowie 2005 den Ligapokal gewann. Anfang der Saison 2005/06 warf ihn eine Knieverletzung zurück, jedoch konnte er sich wieder in die Schalker Stammelf zurückkämpfen. Am 28. September 2006 brach sich Asamoah im UEFA-Pokalspiel des FC Schalke 04 beim AS Nancy nach einem schweren Foul das linke Schien- und Wadenbein. Nach sechs Monaten feierte Asamoah beim Spiel gegen den VfB Stuttgart am 17. März 2007 sein Comeback, als er in der 76. Minute eingewechselt wurde.

In der Saison 2007/08 erzielte er im DFB-Pokal in der ersten Runde einen Hattrick gegen Eintracht Trier, den ersten seiner Karriere im DFB-Pokal. Im Januar 2008 verlängerte er seinen Vertrag mit Schalke um drei Jahre bis zum 30. Juni 2011.

Mit 63 Einsätzen absolvierte Asamoah die meisten Spiele in internationalen Wettbewerben für den FC Schalke 04, wobei er fünf Treffer erzielte.

Asamoah im Oktober 2015

FC St. Pauli

Am 1. Juni 2010 wurde Asamoahs Wechsel zum Aufsteiger FC St. Pauli bekannt gegeben. Gleichzeitig wurde eine Rückkehr des Spielers zum FC Schalke nach Ablauf seines Zweijahresvertrags in Hamburg vertraglich festgehalten. Asamoah zog sich kurz vor dem Start der Saison 2010/11 bei einem Blitzturnier in Göttingen einen Sehnenteilabriss im Oberschenkel zu. Sein erstes Pflichtspiel für seinen neuen Verein bestritt er deshalb erst am 19. September 2010 im Lokalderby gegen den Hamburger SV. Ihm gelang dabei eine Vorlage zu einem Tor. Im Auswärtsspiel beim Hamburger SV am 16. Februar 2011 sorgte er mit seinem Kopfballtreffer zum 1:0-Endstand für den ersten Derbysieg des FC St. Pauli seit 1977.[2]

Nachdem St. Pauli in die 2. Liga abgestiegen war, hätte Asamoah zu Schalke zurückkehren müssen, sein Vertrag wurde jedoch Ende Juni 2011 aufgelöst. Ab Juli 2011 trainierte Asamoah unter Olaf Thon beim VfB Hüls, um sich fit zu halten.[3] Ein Auflaufen in der fünftklassigen NRW-Liga war nicht Bestandteil der Vereinbarung.[4]

Greuther Fürth

Im Januar 2012 verpflichtete ihn die SpVgg Greuther Fürth. Bereits bei seinem Ligapflichtspieldebüt, am 12. Februar 2012 gegen den SC Paderborn, konnte Asamoah zwei Tore zum 5:1 Endstand beitragen. Am Ende der Spielzeit gelang der Aufstieg der SpVgg mit Gerald Asamoah in die 1. Fußball-Bundesliga. Obwohl Asamoah in der 2. Liga bei Fürth oft nur auf der Bank Platz nehmen durfte, war er in der Hinrunde der Bundesliga-Saison 2012/13 Stammspieler. Der zum 30. Juni 2013 auslaufende Vertrag bei den Mittelfranken wurde jedoch nicht verlängert.

Zurück auf Schalke

Im Sommer 2013 kehrte er zum FC Schalke 04 zurück, um dort die zweite Mannschaft zu verstärken und im PR-Bereich zu arbeiten.[5] Sein erstes Saisontor erzielte er am 10. August 2013 (3. Spieltag) gegen die SSVg Velbert. Wegen einigen Ausfällen wurde er in der zweiten Runde des DFB-Pokals noch einmal in den Kader der ersten Mannschaft aufgenommen und am 25. September 2013 im Spiel gegen den SV Darmstadt 98 in der 91. Minute eingewechselt.

Am 2. Februar 2015 kündigte Asamoah sein Karriereende zum 30. Juni 2015 an. Am 23. Mai 2015 (34. Spieltag) bestritt Asamoah mit dem 2:1-Sieg im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach II sein letztes Spiel als aktiver Fußballer.

Am 14. November 2015 gab er vor über 60.000 Zuschauern in der Veltins-Arena sein Abschiedsspiel.

Nationalmannschaft

Asamoah bei der Nationalmannschaft (Juni 2005)

Nach seiner Einbürgerung 2001 wurde Gerald Asamoah als erster gebürtiger Afrikaner in eine DFB-Auswahl berufen. Gleich in seinem ersten Spiel für die deutsche Nationalmannschaft gelang ihm am 29. Mai 2001 in einem Freundschaftsspiel gegen die Slowakei ein Treffer. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea wurde er unter anderem im Finale eingesetzt. Bei der WM 2006 stand er ebenfalls im deutschen Aufgebot und wirkte im Vorrundenspiel gegen Ecuador mit. Am 4. November 2011, fünf Jahre nach seinem letzten Länderspiel, erklärte er – mit einer ironischen Aussage in einem Interview – seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft.[6]

Nach der aktiven Zeit

Am 1. Juli 2015 gab der FC Schalke 04 bekannt, dass Asamoah Co-Trainer der U-15 Mannschaft wird. Neben dieser Tätigkeit fungiert er auch als Vereinsbotschafter. Im Oktober erwarb er die A-Trainerlizenz. Seit November 2016 ist er Manager der U23-Mannschaft und damit Hauptverantwortlicher der Regionalliga-Mannschaft.

Leben

Christliches und soziales Engagement

Gerald Asamoah ist gläubiger Christ und erzählt in Werken wie der Fußball-Bibel von David Kadel von seinem Glauben und dessen Relevanz für den Alltag. Er wirkte auch in Kadels Fußball-Dokumentation Fußball-Gott (2002) mit und tritt als Gospel-Sänger auf.

2007 gründete er in Hannover die „Gerald-Asamoah-Stiftung für herzkranke Kinder“. Langfristiges Ziel ist der Aufbau eines Kinderherzzentrums in der ghanaischen Hauptstadt Accra. Asamoah unterstützt darüber hinaus die Hilfswerke ora international und World Vision.

Asamoah unterstützt darüber hinaus die Hilfswerke ora international und World Vision. Außerdem fungiert er als UNESCO Botschafter für das Programm „Bildung für Kinder in Not“.

Seit März 2013 ist er Pate für das Ohm-Gymnasium Erlangen im Projekt Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage.[7][8]

Gerald Asamoah wurde am 12. Mai 2014 für die Rosa-Parks-Schule, Gesamtschule der Stadt Herten, Schulpate beim deutschlandweiten „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“- Netzwerk.

Asamoah ist langjähriges Mitglied und ehemaliger Vertreter im Spielerrat der Spielergewerkschaft Vereinigung der Vertragsfußballspieler (VdV).

Opfer verunglimpfender Äußerungen

2005 unterstützte Gerald Asamoah die Medienkampagne Du bist Deutschland, die nach dem Willen der Initiatoren die Bundesbürger zu mehr Selbstvertrauen und Motivation anstoßen sollte. Anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 wurde er unter Anspielung auf diese Kampagne von der rechtsextremistischen Vereinigung Schutzbund Deutschland aus Pritzwalk mit einem Plakat verunglimpft, das die Aufschrift trug: „Nein, Gerald, Du bist nicht Deutschland. Du bist BRD!“[9] Das Landgericht Neuruppin sah darin keine Volksverhetzung. Die Juristen vertraten jedoch die Auffassung, dass der Tatbestand der Beleidigung erfüllt sein könne.[10]

Beim Bundesligaspiel zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 am 18. August 2007 beleidigte der Dortmunder Torwart Roman Weidenfeller den Stürmer. Er soll Asamoah als „schwarzes Schwein“ bezeichnet haben.[11] Weidenfeller räumte eine Beleidigung ein, bestritt aber, sich rassistisch geäußert zu haben.[12] Das Gericht konnte nicht feststellen, welche Worte auf dem Spielfeld tatsächlich gefallen waren, der DFB verurteilte Weidenfeller jedoch „wegen einer herabwürdigenden und verunglimpfenden Äußerung“ nach § 9 der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB zu einer Sperre von drei Spielen und zusätzlich zu einer Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro. Der Paragraph regelt Diskriminierungen „in Bezug auf Rasse, Hautfarbe, Sprache, Religion oder Herkunft“[13] und ihre Ahndung.

Privatleben

Asamoah ist verheiratet und Vater von drei Kindern, darunter Zwillinge. Er lebt mit seiner Frau und den Kindern in Marl im Ruhrgebiet.

Auszeichnungen

  • 2011 wurde Gerald Asamoah mit dem Fair Play Preis des Deutschen Sports ausgezeichnet.[14]
  • Am 11. Januar 2016 wurde Asamoah im Rahmen der Ballon d’Or-Gala in Zürich mit dem FIFA Fair Play Award ausgezeichnet.[15] Asamoah nahm die Ehrung stellvertretend für alle Vereine und Personen entgegen, die sich im Jahr 2015 für Flüchtlinge eingesetzt und Diskriminierung bekämpft haben.
  • 2018 erhielt er den „Karl-Kübel-Preis“ durch die Karl Kübel Stiftung.[16]

Erfolge

Verein

  • Deutscher Vize-Meister 2001, 2005, 2007 und 2010
  • DFB-Pokalsieger 2001 und 2002
  • Vize-Pokalsieger 2005
  • Ligapokal-Sieger 2005
  • UEFA Intertoto Cup-Sieger 2003 und 2004
  • Bundesliga-Fußballer des Monats Oktober 2004

Nationalmannschaft

  • Vize-Weltmeister 2002 in Südkorea und Japan
  • 3. Platz bei der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland
  • 3. Platz beim Konföderationen-Pokal 2005 in Deutschland

Weblinks

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Einzelnachweise