Gerti Jung

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Gerti Jung, geb. Meise (* 1936 , † 26. Juli 2008) ist eine ehemalige Gewerkschafterin.

Leben

Gerti Jung fing schon in jungen Jahren in der Textilindustrie in Ahaus an. Hier machte sie bei der Firma Van Delden eine Ausbildung als Spinnerin. Eigentlich wollte sie Jura studieren. Trotz eines in Aussicht gestellten Stipendiums musste sie aber als älteste Tochter das Familieneinkommen mit sichern und fing, so wie der Vater, in einer großen Spinnerei an. Sie zog dazu mit ihrem Vater nach Ahaus und musste dann – stellvertretend für ihre Mutter – die Haushaltspflichten im gemeinsamen Haushalt übernehmen. Durch ihre Heirat kam sie nach Gelsenkirchen. Sie bekam zwischen 1955 und 1958 drei Töchter. Nach der Scheidung musste Gerti Jung für sich und ihre Töchter den Unterhalt verdienen und nahm daher 1970 eine Stelle als Büglerin in Gelsenkirchen an.

Jung arbeitete zwischen 1970 und 1972 bei der Firma Riegel als Büglerin. 1972 wechselte sie zur Firma Nienhaus und Luig, einem Tochterbetrieb des Steilmann Konzerns, wo sie viele Jahre als Büglerin beschäftigt war. Durch die harte Arbeit und die schlechte Bezahlung fand sie den Weg in die Gewerkschaft Textil und Bekleidung (GTB) und wurde Betriebsrätin. Zwischen 1975 und 1996 war sie in ihrem Betrieb Vorsitzende des Betriebsrats.

1987 wurde sie Abteilungsleiterin bei Nienhaus und Luig. Gerti Jung engagierte sich in der Folgezeit mit ihren Kolleg/innen in der Kampagne für "Saubere Kleidung", um soziale Mindeststandards weltweit in der Bekleidungsindustrie durchzusetzen.

Nach Ihr wurde der Gerti-Jung-Weg in Beckhausen benannt.

Quelle

Weblink

  • WAZ Artikel vom 11.03.2015: Gerti-Jung-Weg erinnert an Gewerkschafterin