Halfmannshof

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Der Halfmannshof war ein bäuerliches Anwesen in Ückendorf.

Geschichte

1486 wurde der Hof der Bauerschaft Leithe, zum Stift Essen gehörend, im Schatzbuch der Mark das erste Mal erwähnt. Der damalige Besitzer hieß Henrich tem Hovell, Eigentümer dieses Hofes und der umliegenden Bauernhöfe war Dietrich von der Leiten zu Laer, von der Äbtissin von Essen eingesetzt. 1640 war der Besitzer Jan Halfmann achter den Berg, 1664 Diederich Halfmann. 1686 ist Freiherr von Nesselrode der Eigentümer.

1801 heiratete die Erbtochter Anna Katharina Halfmann den Bauern Joh. Diederich Brand aus Essen, der dem Brauch gemäß nach der Einheirat in den Hof den Namen seiner Frau, eigentlich den des Hofes annehmen mußte. Nach Gesetzänderungen mußte der Sohn 1828 den Namen ändern in Johann B. Brand genannt Halfmann. 1881 wurde der letzte Halfmannshöfer geboren: Hugo Brand gen. Halfmann. Hugo, der "Tolle Bomberg zu Leithe", auch "Hugo, der Gutmütige" genannt, blieb unverheiratet.

Bedingt duch den Bergbau, durch den Wiesen und Äcker versumpften, verarmte der Hof. Zum Schluss verkaufte Hugo Brand gen. Halfmann 1926 den Hof an die Stadt Gelsenkirchen, zu der der Hof seit der Gebietsreform von 1926 gehörte.

Ab 1929 wurden Überlegungen hinsichtlich einer neuen Nutzung angestellt. Die Essener Firma Westfalia Keramik, wollte ihre Werkstatt im Halfmannshof ansiedeln und die damalige Polizeiverwaltung hätte gern die Räumlichkeiten für Obdachlose genutzt. Die Scheunen und Ställe sollten zu Werkräumen umgebaut werden, Wohnräume im Herrenhaus entstehen. Trotz Bitte um Unterstützung in der Landeshauptstadt Münster wurden die Pläne nicht realisiert.

Im Herbst 1931 wurde mit der Umgestaltung des Halfmannshofes begonnen: Remise und Scheune wurden zu Wohnräumen und Ateliers umgebaut, das Dachgeschoß des Herrenhauses umgebaut und die Künstlersiedlung Halfmannshof entstand.

Namensdeutung

Der Name Halfmann könnte vom westfälischen "Halve" abgeleitet werden, "abseits gelegene Stelle, Ecke". Es gibt aber auch die Erklärung, daß Halfmann von "Halbmann" kommt - der Bauer mußte nur die Hälfte der Pacht zahlen. In alten Kirchenbüchern von Wattenscheid wird der Bauer Halfmann immer mit der Hälfte der Abgaben geführt.

In unmittelbaren Nachbarschaft des Hofes gab es noch die Bauern Hövelmann, Nattmann und Seck.

Heute erinnert die Straße Halfmannsweg an das ehemalige Gehöft.

Quelle

  • Katalog zum 50jährigen Bestehen der Künstlersiedlung Halfmannshof 1981

Weblinks

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