Hans-Georg König

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Hans-Georg König 1973

Dr. Hans-Georg König (* 11. Februar 1920 in Bochum; † im Oktober 1983 in Münster-Amelsbüren) war ein deutscher Politiker und Fußballfunktionär.

Leben

König war in seiner Jugend ein guter und begeisterter Handball- und Fußballspieler und zu seiner Zeit ein talentierter Leichtathlet (als 17jähriger lief er die 100 Meter in 11,0 Sek.). Im 2. Weltkrieg war er Oberleutnant der Fallschirmtruppe und bei der Ardennenoffensive wurde ihm ein Unterschenkel abgerissen und seine sportliche Laufbahn damit beendet.

Dr. König war seit 1956 Stadtkämmerer von Gelsenkirchen und wurde am 8. April 1968 gegen die Stimmen der CDU zum neuen Oberstadtdirektor gewählt. Dieses Amt hatte er bis 1975 inne.

Oberstadtdirektor Dr. Hans Georg König ist durch überreichung der Urkunde an seine Ehefrau durch Oberbürgermeister Werner Kuhlmann und Stadtdirektor Bill in den Ruhestand versetzt worden. Dr. König wurde am 24. September 1956 zum Kämmerer der Stadt und am 8. April 1968 zum Oberstadtdirektor gewählt und bemühte sich in diesem Amt bis zu seinem folgenschweren Unfall am 21. April 1974 insbesondere um die Verbesserung der Infrastruktur und die innerstädtische Verkehrserschließung.[1]

Fußballfunktionär

Am 4. September 1958 wurde er durch das Drängen der Spitzen von Rat und Verwaltung der Stadt Präsident des FC Schalke 04. Die Stadtbeamten haben die Ehrenpflicht, sich im Privatleben aktiv um die Vereine zu kümmern und sie zu fördern. Von ihm versprachen sich die Stadtverordneten, daß er als fähiger Finanz- und Verwaltungsfachmann Mittel und Wege finden würde, um den Verein aus seinen chronischen Finanzkalamitäten zu helfen.

Während seiner Amtszeit wurden bei einer Steuerprüfung im Verein Unregelmäßigkeiten aufgedeckt. Um Spieler zu halten und neue zu verpflichten, waren ihnen entgegen dem Vertragsspielerstatut;, das durch die Gründung der Bundesliga ein paar Jahre später revidiert wurde, ansehnliche Summen aus einer „schwarzen Kasse" bezahlt worden. Das Geld war durch Steuermanipulationen erübrigt worden, die der Stadtkasse 75 000 Mark Verlust zufügten. Als Stadtkämmerer hatte König 1960 einen Erlass herausgegeben, der ihm als Vereinsvorsitzender erlaubte, sich die Vergnügungssteuer von der Steuerbehörde stunden zu lassen. Außerdem waren Eintrittskarten zu Schalke-Spielen falsch abgerechnet worden.

Am 28. Februar 1964 wurden er und vier weitere Vorstandsmitglieder (Kassierer Hans Asbeck, Karl Stutte, Vereinsarzt Dr. Weiler, zweite Kassierer Wilhelm Nittka) vor der Ersten Großen Strafkammer des Essener Landgerichts wegen Hinterziehung von Vergnügungssteuer in einem minder schweren Fall für schuldig befunden und zu niedrigen Geldstrafen verurteilt. Hans Georg König wurde von seinem Amt als Stadtkämmerer suspendiert und auf halbe Bezüge gesetzt. Sein Amt als Präsident legte er daraufhin am 27. Juli 1964 ebenfalls nieder. Gleichzeitig erhielt König einen Posten im Aufsichtsrat der Steinkohlenbergwerk Friedrich Heinrich AG in Kamp Linfort. Im Sommer 1964 kam er mit Genehmigung von Nordrhein Westfalens Innenminister Willy Weyer und dem Regierungspräsidenten als Aufsichtsbehörden wieder ins Amt.

Quelle

Zeit online: Blumen für die Giganten

Weblinks

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Einzelnachweise

  1. Chronik der Stadt Gelsenkirchen 1975