Hans Korte

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Hans Korte (* 8. April 1929 in Bochum; † 25. September 2016 in München)[1] war ein deutscher Schauspieler, Hörspiel- und Synchronsprecher.

Leben

Hans Korte studierte Musik und spielt verschiedene Instrumente. Neben seinem Schauspielerberuf ist er auch als Dirigent und Opernregisseur tätig gewesen. Er war auf vielen Theaterbühnen zu Hause; allgemein bekannt wurde er durch Rollen in Fernsehfilmen und -serien, unter anderem als pensionierter Gewerkschaftsfunktionär „Max Reuther“ an der Seite von Will Quadflieg und Mario Adorf in Dieter Wedels Der große Bellheim (1992) und als Unterweltpate im Wedel-Epos Der König von St. Pauli (1997). Für die letztgenannte Produktion sprang er ein, da Günter Strack erkrankt war und Mario Adorf nicht zur Verfügung stand. Eine weitere TV-Rolle übernahm er als Augsburger Brauerei-Unternehmer „August Meyerbeer“ in der erfolgreichen ZDF-Serie Samt und Seide (1999–2004). Des Weiteren wirkte er in Serien wie Kathrin ist die Beste, Mit Leib und Seele (ZDF 1989/1992) und Lorentz und Söhne mit.

Korte spielte an Bühnen in Bochum, Dortmund, Gelsenkirchen, Kassel, Frankfurt am Main und München. Von 1965 bis 1979 war er festes Ensemblemitglied der Münchner Kammerspiele und am Bayrischen Staatsschauspiel, wo er unter anderem als Hicketier in Carl Sternheims Bürger Schippel und als Theobald Maske in Die Hose auftrat. Er spielte den Mephisto im Faust und den Dorfrichter Adam in Der zerbrochne Krug, Galy Gay in Bertolt Brechts Mann ist Mann, den Shlink in Im Dickicht der Städte und den Peachum in der Dreigroschenoper. In Friedrich Dürrenmatts Totentanz-Paraphrase Play Strindberg war er als Edgar zu sehen und trat in dessen König Johann-Bearbeitung auf.

In den letzten Jahren machte Hans Korte sich auch als Sprecher von Hörbüchern einen Namen. Im August 2006 erschien ein von ihm gelesenes Hörbuch zu Patrick Süskinds Das Parfum. Daneben arbeitete Korte auch als Synchronsprecher und lieh seine Stimme u. a. Claude Rains (Mr. Smith geht nach Washington), und Keith Michell als James Cook in dem Fernsehmehrteiler Wind und Sterne.

Hans Korte wohnte in München und war mit der deutschen Schauspielerin Barbara Rath verheiratet. In erster Ehe war er mit der Schauspielerin Karin Eickelbaum verheiratet. Er ist Vater des Puppenspielers Thomas Korte.

Filmografie (Auswahl)

  • 1963: Die Spieler
  • 1963: Turandot
  • 1964: König Richard III.
  • 1965: Die Sakramentskarosse
  • 1965: Intermezzo
  • 1965: Schuldig
  • 1966: Stilübungen
  • 1966: Die rote Rosa
  • 1966: Das Schwitzbad
  • 1966: Der Oberkellner
  • 1966: Abschied von gestern
  • 1967: Frank V.
  • 1967: Das Attentat – L. D. Trotzki
  • 1967: Mike Blaubart
  • 1967: Die fünfte Kolonne – Ein Anruf aus der Zone
  • 1968: Die aufrichtige Lügnerin
  • 1968: Im Dickicht der Städte
  • 1969: Fragestunde
  • 1969: Elfer Gespräche
  • 1969: Hotel de Commerce
  • 1969: Palace Hotel
  • 1969: Spaßmacher
  • 1970: Besuch gegen 10
  • 1970: Nachbarn sind zum Ärgern da
  • 1970: Der Röhm-Putsch als Ernst Röhm
  • 1970: Dem Täter auf der Spur – Puppen reden nicht
  • 1971: Augenzeugen müssen blind sein
  • 1971: König Johann
  • 1971: Der Kapitän
  • 1971: Der Kommissar – Kellner Windeck
  • 1972: Einmal im Leben
  • 1972: Betragen ungenügend!
  • 1972: Mensch ärgere dich nicht
  • 1972: Der Andersonville-Prozess
  • 1972: Gestern gelesen
  • 1973: Blitzlicht
  • 1973: Sonderdezernat K1: Trip ins Jenseits
  • 1973: Dem Täter auf der Spur – Stellwerk
  • 1975: Die Insel der Krebse
  • 1975: Jeder stirbt für sich allein
  • 1976: Omaruru
  • 1976: Derrick – Tote Vögel singen nicht
  • 1976: Entführung
  • 1976: Ein Klotz am Bein
  • 1977: Liebesbriefe auf blauem Papier
  • 1977: Aus einem deutschen Leben
  • 1978; Derrick - (Folge 50: Die verlorenen Sekunden)
  • 1982: Doktor Faustus
  • 1983: Der Eimer und die Mona Lisa
  • 1984: Derrick – Gangster haben andere Spielregeln
  • 1985: Der Vater eines Mörders, Verfilmung einer Erzählung von Alfred Andersch
  • 1986: Christian Rother – Bankier für Preußen
  • 1986: Videopoly
  • 1987: Derrick – Die Nacht des Jaguars
  • 1987–1992: Mit Leib und Seele (Fernsehserie)
  • 1988: Tatort – Tödlicher Treff
  • 1989: Das Spinnennetz
  • 1989: Das Prachtexemplar
  • 1990: Alles im Griff
  • 1991: Ende der Unschuld
  • 1992: Das Haus am See
  • 1993: Der große Bellheim (Fernseh-Mehrteiler)
  • 1993–1994: Lutz & Hardy (Fernsehserie) mit Karl Lieffen als Partner
  • 1995: Katrin ist die Beste
  • 1998: Der König von St. Pauli (Fernseh-Mehrteiler)
  • 1998: Rückkehr ins Paradies
  • 1998: Cold War
  • 2000: Brennendes Schweigen
  • 2002–2005: Samt und Seide (Fernsehserie)
  • 2003: Leben wäre schön
  • 2004: Aus der Tiefe des Raumes
  • 2004: München 7 – Nur vorübergehend (Fernsehserie)

Hörspiele (Auswahl)

Oberst a. D.Albrecht in drei der vier WDR-Krimi-Produktionen über Das Triumvirat von Gisbert Haefs:

  • 1984: Das Triumvirat - Regie: Heinz Dieter Köhler
  • 1985: Das Triumvirat denkt - Regie: Heinz Dieter Köhler
  • 1996: Das Triumvirat spinnt - Regie: Klaus-Dieter Pittrich

Weitere Produktionen:

  • 1954: Der Revisor (nach Nikolai Wassiljewitsch Gogol) – Regie: Ulrich Lauterbach
  • 1956: Prozeß Jesu – Regie: Ulrich Lauterbach
  • 1959: Ivar Kreuger – Regie: Ulrich Lauterbach
  • 1960: Simson Silverman – Regie: Ulrich Lauterbach
  • 1961: Korczak und die Kinder – Regie: Ulrich Lauterbach
  • 1962: Leben und Taten des scharfsinnigen Edlen Don Quijote von La Mancha - Regie: Ulrich Lauterbach
  • 1962: Die Reiherjäger – Regie: Friedhelm Ortmann
  • 1963: Kurzschluß – Regie: Ulrich Lauterbach
  • 1965: Krieg und Frieden (nach Lew Nikolajewitsch Tolstoi) – Regie: Gert Westphal
  • 1966: Philoktet (nach Sophokles) – Regie: Fritz Schröder-Jahn
  • 1966: Moritat von einem, der rausflog, das Leben zu lernen – Regie: Walter Ohm
  • 1967: Weiße Westen – Regie: Edward Rothe
  • 1968: Besichtigung eines Ausweichziels – Regie: Hermann Wenninger
  • 1968: Geschenk mit Widerhaken – Regie: Walter Ohm
  • 1968: Dialog am Vorabend einer Gerichtsverhandlung – Regie: Walter Ohm
  • 1968: Dunkles Ereignis – Regie: Heinz Wilhelm Schwarz
  • 1968: Der schwarze Man – Regie: Heinz Wilhelm Schwarz
  • 1968: Joel Brand – Regie: Walter Ohm
  • 1969: Regina B. - ein Tag aus ihrem Leben – Regie: Walter Ohm
  • 1969: Soldaten - Nekrolog auf Genf – Regie: Peter Schulze-Rohr
  • 1969: Mond hin und zurück – Regie: Heinz-Günter Stamm
  • 1970. Das Netz - Regie: Otto Kurth
  • 1970: Göttin Welt - Regie: Bohdan Denk]
  • 1971: Ein besserer Herr – Regie: Heinz-Günter Stamm
  • 1971: Weißbuch – Regie: Walter Ohm
  • 1971: Weichgesichter – Regie: Manfred Marchfelder
  • 1971: Ich bin ein Krimineller – Regie: Heinz-Günter Stamm
  • 1971: Ein Inspektor kommt – Regie: Walter Ohm
  • 1971: Die Nacht vor Weihnachten – Regie: Walter Ohm
  • 1972: Nora oder ein Puppenheim (nach Henrik Ibsen) – Regie: Heinz-Günter Stamm
  • 1973: Mylord, der Blechnapf sind serviert – Regie: Otto Düben
  • 1973: Ein Trompeter kommt – Regie: Otto Düben
  • 1973: Armer Mörder – Regie: Heinz-Günter Stamm
  • 1973: Der Gasmann – Regie: Heinz-Günter Stamm
  • 1973: Die Reise zum Futa-Pass – Regie: Otto Düben
  • 1973: Melusine – Regie: Hermann Wenninger
  • 1973: Die Sardinendose – Regie: Hans Gerd Krogmann
  • 1973: Der Prozeß Crispin – Regie: Günther Sauer
  • 1973: Das Schloß – Regie: Otto Düben
  • 1974: Wie Kaiser Wilhelm mit Kara Ben Nemsi auszog, das Fürchten zu lernen – Regie: Heinz Wilhelm Schwarz
  • 1974: Lebendig gestalteter Unterricht mit Toten - Regie: Peter Michel Ladiges
  • 1974: Tod eines Endverbrauchers oder Wie finde ich denn das? – Regie: Hein Bruehl
  • 1974: Ich bin anständig, weil ihr sagt, daß ich anständig bin – Regie: Otto Düben
  • 1974: Lesefrüchte – Regie: Heinz-Günter Stamm
  • 1974: Petra – Regie: Heinz Dieter Köhler
  • 1974: Fein gegen Fein (nach Theo Lingen) – Regie: Heinz-Günter Stamm
  • 1975: Vor allem Queenie, aber auch Sam, Fred Bates und andere – Regie: Otto Düben
  • 1975: Arthur Crook auf Umwegen (Night Encounter) – Regie: Edward Rothe
  • 1975: Nachrichtensperre – Regie: Hans Gerd Krogmann
  • 1975: In 5000 Jahren (Mehrteiler) – Regie: Werner Klein
  • 1975: Die Propan-Bakterien Regie: Dieter Carls
  • 1975: Die Reparatur – Regie: Hans Gerd Krogmann
  • 1975: Brand im Souterrain – Regie: Walter Ohm
  • 1975: Das Wunder von Jabneel – Regie: Heinz Wilhelm Schwarz
  • 1975: Herbstmanöver – Regie: Günther Sauer
  • 1975: Centropolis – Autor und Regie: Walter Adler
  • 1976: Pedro Paramo – Regie: Otto Düben
  • 1977: Neuhauser Sommernachtstraum – Regie: Ulrich Lauterbach
  • 1978: Die neue Gesellschaft – Regie: Otto Düben
  • 1978: Frühstücksgespräche in Miami – Regie: Walter Adler
  • 1978: Programmvorschau – Regie: Günther Sauer
  • 1978: Die Reklamation – Regie: Otto Düben
  • 1979: Psychogramm eines Misserfolges – Regie: Günther Sauer
  • 1979: Der Trauschein (Nach Ephraim Kishon) – Regie: Otto Düben
  • 1980: Der Mann aus Granada - Regie: Otto Düben
  • 1981: Ein seltsames Testament – Regie: Otto Düben
  • 1981: Der Vorspann eines Filmes – Regie: Ulf Becker
  • 1981: Erstmal abwarten – Regie: Heinz Dieter Köhler
  • 1982: Vermißtt - Horst Schradiek, 65 ... – Regie: Annette Kurth
  • 1982: Per Anhalter ins All – Regie: Ernst Wendt
  • 1982: Pech mit Porzellan – Regie: Otto Düben
  • 1983: Mord ist ein Kinderspiel – Regie: Oswald Döpke
  • 1983: Der Condor oder Das Weib erträgt den Himmel nicht - Regie: Otto Düben
  • 1984: Falsch Zeugnis – Regie: Klaus-Diter Pittrich
  • 1984: Epilog 1943 – Regie: Heinz Dieter Köhler
  • 1984: Rebeccas Töchter (nach Dylan Thomas) – Regie: Otto Düben
  • 1985: Das griechische Feuer – Regie: Friedhelm Ortmann
  • 1985: Die Schauspieler – Regie: Heinz Dieter Köhler
  • 1985: Filumena Marturano – Regie: Lilian Westphal
  • 1985: Doktor Faustus – Elektrisiert – Regie: Friedhelm Ortmann
  • 1985: Der Teich - Regie: Klaus Mehrländer
  • 1985: Das Selbstschutzpaket – Regie: Oswald Döpke
  • 1985: Die letzten Mohikaner – Regie: Oswald Döpke
  • 1986: Maria und Metodius – Regie: Heinz Dieter Köhler
  • 1986: Fisch zu viert – Regie: Horst Sachtleben
  • 1987: Der Fischer und der Dämon – Regie: Werner Simon
  • 1988: Der Rote Kardinal - Regie: Otto Düben
  • 1988: Die vier Beine des Tisches – Regie: Friedhelm Ortmann
  • 1988: Geschichte des Abfalls der vereinigten Niederlande von der spanischen Regierung (5 Teile) (nach Friedrich Schiller) – Regie: Friedhelm Ortmann
  • 1989: Entziehungskur für einen Ohrwurm – Regie: Heinz Dieter Köhler
  • 1989: Eine Hornisse im Ohr – Regie: Heinz Dieter Köhler
  • 1989: Der Dunst über der Stadt – Regie: Klaus Mehrländer
  • 1989: Sanierung (nach Václav Havel) – Regie: Heinz Dieter Köhler
  • 1989: Ballons – Regie: Nicht angegeben
  • 1989: Der Gimpel – Regie: Heinz Wilhelm Schwarz
  • 1990: Jakobe – Regie: Heinz Dieter Köhler
  • 1990: Sonnabend im heißen Zirkus – Regie: Heinz Hostnig
  • 1990: Der unkluge Gutsherr und der undumme Kutscher – Regie: Werner Simon
  • 1990: Der Stern der Ungeborenen (nach Franz Werfel) – Regie: Heinz Dieter Köhler
  • 1995: Der Anbieter - Regie: unbekannt (Lesung mit Dieter Hildebrandt)
  • 1998: Auf den Abendengel warten – Regie: Otto Düben
  • 1999: Die Herren, die Knechte und das Geld: Let's make Money – Regie: Klaus-Dieter Pittrich

Datum unbekannt:

  • Die Letzten – Regie: Oswald Döpke
  • Sonntagsfahrt – Regie: Heinz Dieter Köhler

Synchronisation

Als Synchronsprecher lieh er unter anderem Richard Attenborough (Schande des Regiments), Michel Bouquet (Endstation Schafott), Charles Durning (Das Ultimatum), Bob Hoskins (Nahaufnahme), Zero Mostel (Der Strohmann), Michel Piccoli (Ich geh’ nach Hause) und Michel Simon (Hafen im Nebel) seine Stimme.

Hörbücher

  • Alfred Andersch: Der Vater eines Mörders und andere Geschichten. Gelesen von Alfred Andersch, Werner Kreindl, Hans Korte, Peter Lieck u. a., mOceanOTonVerlag, Vertrieb: Grosser+Stein, 2007, ISBN 978-3-86735-211-6, aus der Reihe HörEdition der Weltliteratur.
  • Bernhard Schlink: Der Vorleser. Gelesen von Hans Korte, Diogenes Hörbuch, ISBN 3-257-80004-5
  • Bernhard Schlink: Die Heimkehr. Gelesen von Hans Korte, Diogenes Hörbuch, ISBN 3-257-80016-9
  • Bernhard Schlink: Das Wochenende. Gelesen von Hans Korte, Diogenes Hörbuch, ISBN 3-257-80199-8
  • Friedrich Dürrenmatt: Das Versprechen. Gelesen von Hans Korte, Diogenes Hörbuch, ISBN 3-257-80027-4
  • Friedrich Dürrenmatt: Der Richter und sein Henker. Gelesen von Hans Korte, Diogenes Hörbuch, ISBN 978-3-257-80248-1
  • Patrick Süskind: Das Parfum. Gelesen von Hans Korte, Diogenes Hörbuch, ISBN 3-257-80037-1
  • Patrick Süskind: Die Geschichte von Herrn Sommer. Gelesen von Hans Korte, Diogenes Hörbuch, ISBN 3-257-80017-7
  • Francoise Dorner: Die letzte Liebe des Monsieur Armand. Gelesen von Hans Korte, Diogenes Hörbuch, ISBN 978-3-257-80182-8
  • Joseph Roth: Hotel Savoy. Gelesen von Hans Korte, Diogenes Hörbuch, ISBN 978-3-257-80196-5.
  • Antonio Tabucchi: Erklärt Pereira. Gelesen von Hans Korte, Der Hörverlag, ISBN 978-3-86717-102-1
  • 2011: Selbs Justiz von Bernhard Schlink, Diogenes-Verlag Zürich, 7 CDs 488 Min., ISBN 978-3257803075

Auszeichnungen

  • 1988 Deutscher Darstellerpreis des Bundesverbandes der Fernseh- und Filmregisseure
  • 2001 Ehrenmitglied des Münchner Marionettentheaters

Weblinks

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Einzelnachweise

  1. Gedenkseite von Hans Korte. In: trauer.sueddeutsche.de. Abgerufen am 2016-10-05.