Hans Wolfgang Rubin

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Hans Wolfgang Rubin (* 12. Dezember 1912 in Essen; † 10. November 1986 ebenda) war ein deutscher Politiker (FDP) und Unternehmer. Er war einer der Wegbereiter der sozialliberalen Koalition von 1969.

Hans Wolfgang Rubin

Leben und Beruf

Rubin wurde als Sohn eines Arztes geboren. Nach dem Abitur am Realgymnasium Essen absolvierte er eine kaufmännische Lehre bei der M. Stern AG in Gelsenkirchen, einem Unternehmen, dem er lange Jahre verbunden blieb. 1939 wurde er stellvertretendes Vorstandsmitglied, 1950 Generalbevollmächtigter der Schwestergesellchaft Eisen und Metall KG Lehr & Co., 1952 ordentliches Vorstandsmitglied und Beiratsmitglied der Stückblechgemeinschaft GmbH Bochum. Von 1952 bis 1978 war er Vorstandsmitglied der Eisen und Metall AG Gelsenkirchen und dort für den Bereich Osthandel, NE-Metall und Legierungen zuständig. Gleichzeitig war er viele Jahre Geschäftsführer der Beteiligungsgesellschaft Eisen und Metall Handels-GmbH, Berlin, sowie Beiratsmitglied in weiteren Unternehmen der Eisenmetall-Gruppe. Rubin hatte sich bereits in den ersten Nachkriegsjahren erfolgreich um die Entwicklung des Handelsgeschäftes mit der Sowjetzone und der DDR bemüht und frühzeitig Verbindungen zu den Außenhandelsorganisationen der osteuropäischen Länder angeknüpft.

1969 wurde Rubin mit dem Theodor-Heuss-Preis für die Einleitung der neuen Ostpolitik ausgezeichnet.

Partei

Neben Franz Blücher und Hans-Wilhelm Beutler war Rubin 1945 Mitbegründer der FDP in Essen. Von 1950 bis 1956 war er Schatzmeister des FDP-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen und gehörte dem FDP-Bundesvorstand von 1951 bis 1980 an. 1951 bis 1974 war er Schatzmeister der Bundespartei. Von 1970 bis 1982 war er Vorsitzender der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung.

Ab 1955 gehörte er mit Walter Scheel, Wolfgang Döring und Willi Weyer zu den sogenannten „Jungtürken“ in der nordrhein-westfälischen FDP. Die Treffen des Kreises, der 1956 Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Karl Arnold (CDU) stürzte und den Weg für eine Koalition mit SPD und ZENTRUM ebnete, fanden in seiner Essener Wohnung statt. 1967 legte er die Schrift „Die Stunde der Wahrheit“ vor, in der er für eine neue Ostpolitik plädierte und verschiedene innenpolitische Reformvorschläge anmahnte. Sie ebnete in der FDP den Weg für die spätere Regierungskoalition mit der SPD.

Friedrich-Naumann-Stiftung

Von 1970 bis 1982 war Rubin Vorsitzender der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung. 1959 war er im Auftrag der Stiftung als Gründer und bis 1986 als einer der Herausgeber der Zeitschrift liberal tätig.

Unterlagen über Rubins Tätigkeit für die FDP und die Friedrich-Naumann-Stiftung befinden sich im Archiv des Liberalismus der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Gummersbach.

Ehrungen

  • 1969: Theodor-Heuss-Preis
  • 1970: Wolfgang-Döring-Medaille
  • 1972: Großes Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland

Schriften

  • Die Stunde der Wahrheit: Reformen statt Vorurteile. Liberal-Verlag, Bonn 1969
  • Freiheit, Recht und Einigkeit: Zur Entspannungs- und Deutschlandpolitik der Liberalen. Nomos, Baden-Baden 1980, ISBN 3-7890-0580-0 (Hrsg.)

Quelle

  • Munzinger.de

Weblinks