Haus Goor

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Haus Goor war ein Rittergut und Gutshof im Ortsteil Heßler.

Zeitgenösische Darstellung um 1800 von Haus Goor

Bewohner und Besitzer

Im 14. Jahrhundert war die Familie von Gohr Besitzer des Rittergutes und ab 1397 die "von Asbeck" zu Gohr. Von der Gutsherrschaft, die fast nur in den Sommermonaten auf Haus Goor wohnte, wurden die Gutsländereien seit 1798 einem Pächter zur Bewirtschaftung übergeben. Der Landrat Carl Theodor von Seyssel d’Aix Wikipedia-Link, der am am 20. Juni 1780 auf der Wasserburg geboren wurde, verkaufte Haus Goor im Jahre 1847 an Karl Weimar in Düsseldorf. Von diesem erwarb es im folgenden Jahr Herzog Engelbert v. Arenberg, v. Aerschot und v. Croy, Herzog zu Meppen und Fürst zu Recklinghausen, für 59000 Taler und fügte es dem herzoglichen Fideikommiß hinzu.

"Wegen Verminderung seiner wesentlichen Bestandteile durch Abverkauf" wurde am 5. Dezember 1896 das Rittergut Goor in der Ritterguts-Martikel gelöscht.

Grabmal des Jobst und der Margaretha von Strünkede in der Ausstellung des Emschertal-Museums

Margaretha von Strünkede zu Strünkede

Margaretha von Strünkede zu Strünkede wurde als Margaretha von Asbeck zu Gohr am 30. November 1502 als siebtes von 18 Kindern des Goddert von Asbeck zu Gohr und der Anna up dem Berghe zu Ripshorst zur Welt.

1524 im Alter von 22 Jahren heiratete sie Jobst von Strünkede. Aus dieser Ehe gingen drei Söhne hervor. 1525 ihren ersten Sohn Jobst, der jedoch bei der Geburt starb, ein Jahr später Wilhelm und im Jahr 1528 Goddert. Ein weiterer Sohn namens Jobst wurde fünf Monate nach dem Tod seines Vaters im Oktober 1529 geboren; er wurde nur wenige Monate alt.

Margaretha starb am 2. Februar 1587 und wurde im sogenannten Strünkeder Keller, dem Erbbegräbnis der Familie in der ehemaligen Herner Dorfkirche St. Dionysius, bestattet.

Neuzeit bis Gegenwart

Im "Kampholz", einer zu Haus Goor gehörenden zehn Morgen großen Waldflur, die im Grubenfeld der Bergwerksgesellschaft Consolidation lag, begann im Oktober 1863 die Abteufung des ersten Schachtes der Zeche Consolidation. Das Kampholz mußte zunächst, da es zum Fideikomiß des Herzogs v. Arenberg gehörte, von der Bergwerksgesellschaft gepachtet werden. Das Holz darauf kaufte Friedrich Grillo für 1200 Taler, ließ es fällen und dann zu Grubenholz verarbeiten. Zur Vermeidung langwieriger Bergschädenprozesse versuchte die Bergwerksgesellschaft Consolidation, die bereits durch den Bergbau gesunkenen Ländereien von Haus Goor käuflich zu erwerben.

Haus Goor um 1920

Der Herzog und seine Familie stimmten nach langen Verhandelungen dem Verkauf zu. Nachdem schon die Bergwerksgesellschaft Hibernia für die Zeche Wilhelmine Victoria in Heßler einige Hektar von Haus Goor angekauft hatte, erwarb auch die Zeche Consolidation 41 Morgen, die innerhalb ihres Grubenfeldes lagen. Im Jahre 1889 kaufte auch die Firma Wirtz & Co. das zur Anlage einer Verzinkerei, einer Eisenbauanstalt und einer Wellblechfabrik erforderliche Werksgelände vom Herzog v. Arenberg. Nach diesen Landverkäufen hatte das Rittergut noch eine Größe von 97 Hektar (darunter einen Waldbestand von 25 Hektar). Die Herzöge v. Arenberg ließen Haus Goor durch die Herzogliche Rentei in Recklinghausen verwalten und das Gut durch einen Pächter bewirtschaften.

Teile des noch verbliebenen Gutes kauften die Zeche Wilhelmine-Victoria, die Staatseisenbahn und die Kanalbehörde. Den Rest (6963 Ar) erwarb am 2 Oktober 1907 die Stadt Gelsenkirchen. Er diente in der Hauptsache zu Anlage des Zentralschlachthofes in Heßler.

Die Wiesen von Haus Goor waren für Westfalia Schalke der erste Sportplatz des Vereins.

1930 wurden die Reste des Gutshofs endgültig abgerissen.

Heute erinnert noch der Goorshof an das Gut und die Asbeckstraße an die Burgherren von Asbeck zum Goor.

Weblinks

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