Haus Leithe

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Haus Leithe
Haus leithe.JPG
Art des Denkmals: Baudenkmal
Standort: Junkerweg 30 / Mietherweg
Stadtteil: Neustadt
Baujahr: 1565/1753
Seit wann in Denkmalliste: 06.05.1986
Bemerkung: Stammsitz der Ritter von Leithe mit einer Ersterwähnung in Jahr 1366.
Dokument der Denkmalbehörde: A024.pdf
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Haus Leithe
Luftaufnahme von 1926
Haus Leithe, im Hintergrund die Bokermühle

Haus Leithe liegt im Stadtteil Neustadt im Junkerweg 30. Das Anwesen ist ein alter Rittersitz, dessen Gebäude aus dem 16. Jahrhundert stammen.

Geschichte

Der Adelssitz war der Stammsitz der Ritter von Leithe, deren Besitz in der Bauerschaft Leithe, darunter der große Fronhof Schulte Herveling, von der Abtei Deutz zu Lehen ging. Unweit des Fronhofes errichtete das Geschlecht im 13./14. Jahrhundert (1366 zuerst ausdrücklich belegt) ihren von Abhängigkeiten freien Adelssitz, der bis 1438, dem Zeitpunkt des Aussterbens des Geschlechtes in männlicher Linie, Wohnsitz der Familie war. Besonderes Ansehen als Burgleute von Blankenstein und Burg Mark bei Hamm hatten sich die Mitglieder im Dienst der Grafen von der Mark erworben, in deren Gefolge sie seit dem 13. Jahrhundert zu finden sind. Da ihr Adelssitz direkt an der Grenze zwischen den Territorien Essen und Mark am Leither Bach lag, dürften sie den Grenzschutz für die Grafen übernommen haben, waren aber ebenfalls dem Kanonissenstift Essen sowie den Abteien Werden und Deutz auf das Engste verbunden. Von Wohlstand und Ansehen zeugen zahlreiche Kapellenstiftungen dieser Familie, so die dem hl. Heribert geweihte Kapelle von Haus Leithe, die 1365/66 gegründet und mit Besitz ausgestattet wurde. Nach einer etwas unbeholfenen Zeichnung des 17. Jahrhunderts lag sie im Garten vor der Burg und war ein einschiffiger Bruchsteinbau mit Chor und Glockentürmchen, der 1665 abgebrochen wurde. Besonderen Einfluss auf die kirchliche Entwicklung hatte die Familie von Leithe in Wattenscheid, wo ihnen das Patronat der Pfarrkirche sowie über eine von ihnen gestiftete Kapelle mit Vikariat zustand. 1439 kamen der Rittersitz mit Mühle und Fischerei, dem Fronhof Herveling und dem Kirchenpatronat über die Pfarrkirche in Wattenscheid an Cracht Stecke auf Haus Baldeney, 1529 durch Einheirat an Bertram von Nesselrode. Die von Nesselrode, ansässig auf Haus Herten, verkauften Haus Leithe 1667 an Anna Elisabeth von Hövel, nachfolgend ging der Adelssitz in rascher Folge an die von Asbeck zu Goor, von Strünkede zu Dorneburg und 1749 durch Versteigerung an Moritz von Isselstein.

Zwischen 1439 und 1749 war Haus Leithe nicht mehr Wohnsitz einer Adelsfamilie, sondern wurde von Rentmeistern im Auftrag der jeweiligen Besitzer verwaltet. Dies erklärt, warum die Anlage heute eher einem landwirtschaftlich genutzten Gutshof ähnelt und nur geringe Nachrichten zur spätmittelalterlichen/frühneuzeitlichen Baugeschichte vorhanden sind.

1901 wird Haus Leithe an den Gerichtstaxator Wilhelm Behmer verkauft. Behmers Witwe verkauft den Besitz 1914 mit insgesamt 60 Morgen Land an die Stadt Gelsenkirchen. Es wird berichtet, das die Gräften bis zum Jahr 1890 noch Wasser führten, das aber später durch die Einwirkungen des Bergbaus versickerte. Zum Haus Leithe gehörte schon immer eine nicht unbeträchtliche landwirtschaftliche Anbaufläche, die bis heute noch vom jetzigen Pächter - dem Landwirt Berger - bearbeitet wird. Mit Theodor Berger verlässt Ende des Jahres 2010 der letzte Spross der Bauernfamilie das Gut.[1] Zum Haus Leithe gehörte auch Bokermühle, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts abgerissen wurde.

Haus Leithe besteht aus drei Gebäudeteilen und dem Innenhof. Das Haupthaus ist ein zweigeschossiger, geputzter Rechteckbau mit Staffelgiebel unter einem Satteldach aus den Jahren um 1565. Unter dem Gebäude befindet sich ein Kellerraum unter einem Kreuzgewölbe aus Ziegeln. Das zweigeschossige Torhaus wurde im Jahre 1753 errichtet und 1860 mit einer Zinnenkrone aufgestockt. Es hat eine rundbogige Torfahrt mit Kämpfer und Archivolte, sowie dem Wappen derer von Isselstein im Scheitelpunkt.

Die über 400 qm große Scheune mit rundbogigen Toren wurde erst später als Putzbau unter einem Satteldach mit Basisstaffeln und Firstbekrönung errichtet und 1978 nach einem Brand erneuert.

Noch heute wirkt das gesamte Anwesen mit dem schönen Torhaus, dem Herrenhaus mit Renaissancegiebel, den Wirtschaftsgebäuden, den noch wahrzunehmenden Gräften und dem inneren Hof auf den Betrachter. Renovierungen wurden ab dem Jahr 1982 begonnen- wurden aber bisher nicht fortgeführt. Eine alte Sage erzählt von einem geheimen Gang, der unter Haus Leithe beginnt und zum Haus Achternberg, das wenige Kilometer entfernt in Essen-Kray liegt, führen soll.

Haus Leithe steht seit dem 6. Mai 1986 und als Ortsfestes Bodendenkmal seit dem 4. Dezember 2018 auf der Denkmalliste der Stadt.

Quelle

Einzelnachweise

Weblinks

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