Heimatmuseum Buer

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Das Heimatmuseum Buer wurde am 22. November 1890 gegründet. Mit der Gründung des Museums wurde gleichzeitig der Verein für Orts- und Heimatkunde Buer gegründet.

Die zunächst nicht sehr umfangreiche, in einer Dachkammer der Bürgermeister-Villa auf der Hochstraße untergebrachte Sammlung umfaßte Urnen, Münzen (die schon 1891 gestohlen wurden), Skulpturen, fossile Knochen, gotische Elfenbeintafeln, allerlei altes Handwerksgerät und Hausrat vergangener Zeiten.

1924 wurden dem Museum vier Kellerräume des Leibniz-Gymnasium an der Breddestraße zur Verfügung gestellt; die Eröffnung in diesem Domizil fand am 20. Juni statt. Da es auch ein Heimatmuseum Gelsenkirchen gab , wurde nach der Zusammenlegung von Gelsenkirchen, Buer und Horst im Jahre 1928 das Buersche Heimatmuseum in Kulturmuseum Heimaterde umbenannt. Förderer des Museumsgedankens in der Stadt war damals vor allem der Beigeordnete Dr. Schumacher. Zwischen 1932 und 1938 wurden dem Museum nach und nach die 16 Räume im alten Amtshaus an der Horster Straße zur Verfügung gestellt. Am 15. Mai 1938 fand dort die Einweihung statt. Der zweite Weltkrieg hat der Sammlung erheblichen Schaden zugefügt, die zu dieser Zeit ausgelagert war. Am 4. Juli 1954 konnte das Museum im Erdgeschoß in der Horster Straße 5 wieder eröffnet werden. Es umfasste zwei Abteilungen: vor- und früh-geschichtliche Sammlung sowie älteres Kunsthandwerk mit den Gruppen bürgerliche und bäuerliche Möbel, Porzellan, Fayencen, Irdenware, Geschirr aus Kupfer, Messing und Zinn, bäuerliche Trachten, Schmuck. Herdfeuer und -gerät, Ofenplatten, Waffen, Schlösser und Schlüssel, Lampen, Laternen, Münzen und Skulpturen.

Aus dem Heimatmuseum entstand 1950 das Kunstmuseum Gelsenkirchen.

Verbleib der Sammlung

Die inzwischen mit der Sammlung des Heimatmuseum Gelsenkirchen zusammengelegte Sammlung wurde gegen Ende der 1980er Jahre aus dem Keller des Kunstmuseum Gelsenkirchen ausgelagert. Am neuen Lagerort fiel ein Teil der Sammlung einem Wasserschaden zum Opfer, vor allem einige vorgeschichtliche Urnen nahmen hierbei Schaden.

1991 wurde der Großteil der Sammlung zur Bestimmung an das damalige Westfälische Museum für Archäologie (heute LWL-Archäologie für Westfalen) in Münster übergeben. Leider wurde ein durchgängiges Inventar des Museums nicht überliefert, obwohl teils mehrfache Beschriftungen der Objekte mit Inventarnummern eine systematische Erfassung andeuten. Lediglich eine Liste der Urnen existierte, aber auch diese lag dem WMfA damals nicht vor. Ferner fehlten bei der Auflistung die zugehörigen Abbildungen, wodurch für die Mehrzahl der Objekte kein genauer Fundort mehr zu ermitteln war. Die Sammlung wurde im Anschluss wieder an die Stadt Gelsenkirchen übergeben.

Zu den bedeutendsten Funden aus Gelsenkirchen zählten vor allem steinzeitliche Steinwerkzeuge, diverse Urnen von prähistorischer Machart, ein bronzezeitliches Randleistenbeil (Fundort: Goldberg), Webgewichte, Bronzenadeln und Fibeln. Ein besonders vorzuhebender Fund ist eine vollständig erhaltene römische Terra-Sigilata-Bilderschüssel des 3. Jh. n. Chr., welche 1932 auf dem Gelände von Schloss Berge gefunden wurde. Sie soll Asche, Leichenbrand und Scherben einer "germanischen Urne" enthalten haben. Aufgrund eines allerdings nur fragmentarisch abgedrückten Stempels, wird die Schüssel dem Rheinzaberner Töpfer COMITIALIS zugeschrieben. Die Schüssel befindet sich bis heute beim Referat Kultur der Stadt Gelsenkirchen. Unbestätigten Berichten zufolge soll ein ebenfalls in der Sammlung befindlicher Terra-Nigra-artiger Becher ebenfalls bei Schloss Berge gefunden worden sein und einen römischen Münzschatz des 3./4. Jh. n. Chr. enthalten haben.

Im Dezember 2003 wurde der komplette Bestand im Magazin in der Üchtingstraße eingelagert und im Mai 2005 grob gesichtet. Ferner wurde eine Auflistung der Kartoninhalte erstellt und das jeweilige Regal zur besseren Orientierung aufgeführt.

Im Oktober 2010 bat der leitende LWL-Archäologe der Außenstelle Münster, Dr. Christoph Grünewald, den Gelsenkirchener Verwaltungsangestellten und Heimatforscher Tim Asbrock darum, den Verbleib der Sammlung herauszubekommen. Nach einigen Telefonaten gelang es Asbrock die Zuständige Sachbearbeiterin beim Referat Kultur Frau Apfeld und den Aufbewahrungsort in erfahrung zu bringen. Bei einem Treffen zwischen Frau Wiltrud Apfeld, Herrn Dr. Christoph Grünewald und Herrn Asbrock, wurde die Sammlung im Magazin Üchtingstr. in Augenschein genommen. Anfang 2011 wurde die komplette Sammlung zur wissenschaftlichen Untersuchung an die LWL-Archäologie in Münster überstellt und im Anschluss an die Untersuchung im westfälischen archäologischen Archiv des LWL eingelagert.

Weblink

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Literatur

Ausgrabungen und Funde in Westfalen-Lippe Jahrgang 10 ISBN 978-3-8053-2017-7