Heinrich Hohoff

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Carl Heinrich Wilhelm Hohoff (* 9. April 1873 in Berwicke im Kreis Soest; † 14. September 1939 in Essen) war ein ehemaliger Bürgermeister von Rotthausen.

Heinrich Hohoff

Leben

Heinrich Hohoff wurde am 9. April 1873 im Kreis Soest geboren. Er besuchte bis 1892 das Gymnasium in Soest. Er leistete dann seinen Wehrdienst beim Infanterieregiment 53 in Bielefeld ab. Im Anschluss daran trat er in den Verwaltungsdienst ein, zunächst bei den Bezirksregierungen Arnsberg und Düsseldorf, ab 1898 als Kreissekretär beim Landkreis Essen. Er heiratete 1903, aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor, Ilse (*1907) und Heinz (* 1910)

Nachdem er zunächst kommissarisch ab 1906 in der Bürgermeisterei Rotthausen Verwalter gewesen war, erfolgte am 19. April 1907 die Ernennung zum Bürgermeister von Rotthausen durch den Oberpräsidenten der Rheinprovinz. Dieses Amt führte er bis 1923 aus. Bis 1909 unterstanden ihm auch die Polizeibeamten der Gemeinde, die im Namen des preußischen Obrigkeitsstaates massiv gegen die freie Gewerkschaftsbewegung vorgingen.

Nach dem Zusammenschluss von Gelsenkirchen und Rotthausen war Hohoff von 1924 bis 1928 Beigeordneter der Stadt Gelsenkirchen. Er wurde am 1. Januar 1924 allerdings nicht durch Wahl, sondern durch Verwaltungsbeschluss als Beigeordneter mit einer Amtszeit von 12 Jahren übernommen.

Nach der Vereinigung der Städte Gelsenkirchen und Buer und des Amtes Horst wurde Hohoff nicht wieder zum Beigeordneten gewählt. Bei diesen Wahlen fiel Hohoff durch, er selbst betrachtete sich als von der „schwarz-roten Mehrheit ausgebootet“. Danach bezog er das Gehalt bis zum Ende seiner ersten Amtsperiode, die am 31. Dezember 1935 endete und galt beamtenrechtlich nicht als pensioniert, sondern als Beamter ohne Amt.

Noch vor Übergabe der Macht an die Nationalsozialisten trat Hohoff am 1. Februar 1932 der NSDAP bei, obwohl er sich als Beamter eigentlich nicht parteipolitisch betätigen bzw. der NSDAP hätte beitreten dürfen.

Schon in der Kaiserzeit als Dienstherr der Polizei (bis 1909) hatte er massive Angriffe auf die freie Gewerkschaftsbewegung unterstützt. Dass er dennoch die Revolution 1918 im Amt überstehen konnte, war seiner Ernennung zum lebenslangen Bürgermeister in der Kaiserzeit zu verdanken. Die Soldatenräte hatten keine Handhabe, ihn aus dem Amt abzuberufen. Wiederholt hatte er sich als „treuer Anhänger der Bewegung seit 1927“ schriftlich bekannt, betonte seinen „tiefen Idealismus“ und betonte seine bewusste Absage an die Republik und die Förderung der SA-Aktivitäten in Rotthausen vor 1933.

Nach der Machtübernahme der NSDAP bemühte sich Hohoff, wieder Beigeordneter in Gelsenkirchen zu werden und wandte sich am 7. April 1933 mit einem entsprechenden Schreiben an den Reichsstatthalter und NSDAP-Gauleiter Alfred Meyer. Nach einer Mitteilung der anstehenden Pensionierung verfasste Hohoff am 18. Mai 1933 erneut eine Bitte um Beschäftigung als Beigeordneter. Trotz solcher Schreiben wurde Hohoff in den Ruhestand versetzt. Einsprüche gegen seine Pensionierung nutzten in der Folgezeit nichts.

Sein Sohn Heinz Hohoff hatte ebenfalls in der Hitlerjugend eine leitende Funktionen bekleidet.

Heinrich Hohoff lebte auf der damaligen Schulzstraße und verstarb am 14. September 1939 in Essen.

Bis 2019 erinnerte eine Straße in Rotthausen an Hohoff. Aufgrund der über Mitläufertum hinausgehenden Betätigung des Namensgebers für den Nationalsozialismus und seines klaren Bekenntnisses zum NS-Staat, wurde die Hohoffstraße 2019 in Vossgraben umbenannt.

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Quelle