Heinrich Müller

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Heinrich Müller (Heinrich Wilhelm Christoph Müller) (* 25. Juli 1873 in Bad Sassendorf, † Januar 1953 ) war ein Baumeister der preußischen Bergwerksdirektion Recklinghausen.

Heinrich Müller wurde am 25. Juli 1873 in Bad Sassendorf geboren. Nach einer Schreinerlehre absolvierte er ein Studium an der Baugewerkschule Holzminden. Als 1914 vom preußischen Ministerium für Handel und Gewerbe die Verwaltung der "Kgl. Steinkohlenbergwerke im Vest Recklinghausen" gegründet wird, bewirbt er sich erfolgreich um die Baumeisterstelle. Für 280 Mark Monatsgehalt tritt er am 1.August 1904 die Stelle in Dortmund (später Recklinghausen) an. Zwei Jahre später bietet man ihm die Baumeisterstelle in Buer an - bei gleichzeitiger Beförderung zum "oberen Werksbeamten 1. Klasse“, d. h. "Übernahme ins Beamtenverhältnis".

Zusammen mit dem ebenfalls eingestellten Architekten Richard Wall plant und leitet er den Bau der Tagesanlagen der Zeche Bergmannsglück, Zeche Scholven und Zeche Westerholt sowie die Errichtung der Bergmannssiedlungen in den gleichen Revieren. Zwanzig Jahre lang, bis zu seiner Versetzung nach Recklinghausen, gestaltet er Planung und Bauausführung eines ganzen Stadtteils.

Müller war beim Bau der Werkssiedlungen stets darauf bedacht, die Landschaft in ihrer Ursprünglichkeit nach Möglichkeit zu erhalten, Baum und Strauch zu schonen, aber auch neu anzupflanzen. So weit es ging, die alten Flurnamen in den Straßennamen fortleben zu lassen. In der Erkenntnis, dass der Garten eine Brücke zum Frieden und zur Ruhe, aber auch eine Verbundenheit mit Pflanzen und Tieren bedeutet, hat jede Wohnung Stall und Garten erhalten und jeder Garten auch Obstbäume.

Gedenkstein an der Uhlenbrockstraße

Dies Bemühen um ein sinnvolles Zusammengehen von Arbeitswelt, Wohnung und Umwelt hat seinen deutlichen Niederschlag in der Kolonie Bergmannsglück gefunden. Heinrich Müller, der als passionierter Gärtner und Imker das Erholungspotential der Natur und den Einklang mit ihr erkannt und für sich umgesetzt hatte, plante seine Siedlungen nach diesem Konzept. Dies ist noch heute deutlich spürbar.

Der Baumeister Müller blieb bis 1945 im Amt. Im Januar 1953 starb er im Kreis seiner Familie.

Nach Ihm wurde der Heinrich-Müller-Weg benannt. Zwischen 1992 und 1994 war ein Schild angebracht was auf den evangelischen Theologen Heinrich Müller aus dem 17. Jahrhundert hinwies, doch wie sich im August 2010 herausstellte, war diese Namensbeschreibung falsch.

Vor dem Haus der Uhlenbrockstraße 20 wurde 1993 in Erinnerung an Heinrich Müller durch die VEBA Wohnen Wikipedia-Link ein Gedenkstein aufgestellt.

Quelle

Peter Hardetert: 80 Jahre Bergmannsglück, 1980

Weblinks

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  • WAZ Artikel vom 06.09.2010