Hermann Blomeier

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Hermann Blomeier (* 19. Mai 1907 in Gelsenkirchen, † 1982 in Konstanz) war ein deutscher Architekt.

Leben

Hermann Blomeier wurde in Gelsenkirchen geboren und besuchte die Oberrealschule in Hamm, die er mit der Mittleren Reife abschloss. 1926/27 macht er eine Ausbildung an der Handwerker- und Kunstgewerbeschule in Dortmund und schließt sie als Maurergeselle ab. Durch eine Empfehlung von Walter Herricht, dem Leiter dieser Kunstgewerbeschule, kommt er 1927 zur Braunschweigischen Landesbaugewerkschule in Holzminden. Dort macht er 1930 mit der Note "Sehr gut" seinen Abschluss im Hauptfach Hochbau.

Seine Architekturausbildung erfährt er vom Oktober 1930 bis zum Juli 1932 am Bauhaus Dessau. Dort ist er unter anderem Schüler von Ludwig Mies van der Rohe und Ludwig Hilberseimer. Sein Bauhaus-Diplom erhält er am 12. Juli 1932 für den Entwurf einer Jugendherberge auf Wangerooge. Für ein Bauprojekt in Zürich lässt er sich schließlich 1933 in der Grenzstadt Konstanz nieder und wird 1934 Mitarbeiter im Architekturbüro Ganter & Picard. Nach 1937 wird Blomeier nach dem Ausscheiden von Joseph Picard Teilhaber an dem Architekturbüro, das dann Ganter & Blomeier heißt. Ab 1943 arbeitet er als freier Architekt und wird 1949 nach dem Tode von Hermann Ganter alleiniger Inhaber des Büros.

Als junger Architekt kann er seine am Bauhaus gebildete, an Funktionalismus bzw. Internationalem Stil orientierte Architekturauffassung aufgrund der politischen Verhältnisse zunächst nicht in die Praxis umsetzen. Nach dem 2. Weltkrieg kehrt er nach Konstanz zurück und gibt neben seiner Tätigkeit im Architekturbüro Ganter für den Otto-Maier-Verlag die Fachzeitschrift "Bauen und Wohnen" heraus (1947-1949).

Nach dem Krieg gab es zwar keine ideologisch motivierten stilistischen Einschränkungen mehr, aber materielle - und in Konstanz zunächst keine großen Bauaufgaben. Erst durch die Ländebauten in Meersburg (1951) und in Staad (1953) konnte Blomeier sich einen Namen als moderner Architekt machen. Blomeier leistete innerhalb eines breiten Spektrums an Bauaufgaben wegweisende Beiträge zur frühen Nachkriegsarchitektur, die auch in der Fachpresse regelmäßig erwähnt wird. Er weitete seinen Wirkungskreis allmählich aus und darf als einer der bedeutendsten Architekten der Nachkriegsmoderne im deutschen Südwesten bezeichnet werden.

Werkauswahl

  • Wohnhaus Lahme in Zürich (1933/34)
  • Filmtheater Scala Konstanz (1937/38)
  • Randbebauung der Fährhäfen Konstanz (1949-1953) und Meersburg (1951-1953)
  • Werkhalle der Fabrik Stuttgarter Gardinen in Herrenberg (1955)
  • Französische Schule Konstanz (inzwischen abgerissen)
  • Landeskreditbank Baden-Württemberg in Karlsruhe (1955-1957)
  • Clubhaus des Rudervereins Neptun am Konstanzer Seerheinufer (1955/56)
  • Kreuzkirche, Konstanz-Allmannsdorf (1955-1957)
  • Seepumpwerk in Sipplingen (1956-1958)
  • Ev. Internatsschule und Kirche, Schloss Gaienhofen (1956–1964)
  • Biologisches Institut „Tropicarium“, Universität Tübingen (1961–1967)
  • Volksschule Büsingen am Hochrhein (1962/63)
  • Handelslehranstalten/Wessenbergsschule Konstanz (1963-1968)
  • Melanchthonkirche Gaienhofen (1964/65)
  • Studentenwohnheim Thomas-Blarer-Haus in Konstanz (1964-1967)
  • Wettbewerbsentwurf "Konstanz 2000" (1969)
  • Konstruktionsbüro Gartner in Gundelfingen/Donau (1976-1979)
  • Planung Palmengarten, Frankfurt/Main (1978-1984)
  • Sparkasse Radolfzell

Quellen