Hermann Tigler

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Friedrich Johann Hermann Tigler (* 22. Dezember 1881 in Gelsenkirchen; † 25. Oktober 1960 in Düsseldorf) war ein deutscher Unternehmer und Springreiter.

Leben

Hermann Tigler, geboren in Gelsenkirchen, entstammt einer ursprünglich aus Krefeld stammenden Fabrikanten- und Großkaufmannsfamilie,[1] die in der Luisenstraße 1 wohnten.[2]

Sein Großvater Moritz Tigler (1814-1875), Kaufmann und Gründer der Maschinenfabrik Moritz Tigler im Ruhrgebiet und später in Meiderich, und sein Vater Johann Hermann Tigler sen. (1849-1917), Industrieller in Gelsenkirchen, Düsseldorf (seit 1888) und Wiesbaden (seit 1904), Gründer der Firma Grafenberger Walzwerk GmbH in Düsseldorf-Grafenberg (1897), prägten als Industrielle die Entwicklung des Ruhrgebiets in der Gründerzeit maßgeblich mit.

Nach Abitur und Ausbildung trat Hermann Tigler im Jahr 1904 in die von seinem Vater gegründete Maschinenbau-Aktiengesellschaft Tigler in Duisburg-Meiderich ein. In Anbetracht seiner herausragenden Leistungen wurde er bereits im Jahr 1906 Direktor und kurz darauf alleiniges Vorstandsmitglied der Gesellschaft. Im Jahr 1926 fusionierte sein auf Kranbau spezialisiertes Unternehmen mit der Demag (Deutsche Maschinenfabrik AG in Duisburg). Der Bau der vier größten Schwimmkräne der Welt und eines Schiffshebewerks in den dreißiger Jahren sind eng mit seinem Namen verbunden. Hermann Tigler war bis 1950 Vorstandsmitglied für die Abteilung Kranbau in der neuen Gesellschaft und später zudem auch für die Demag-Baggerfabrik in Düsseldorf-Benrath, Demag-Zug GmbH in Wetter/Ruhr (heute Demag Crane), Demag Greiferfabrik GmbH und Demag Stahlbau tätig. Nach seinem Ausscheiden bei der Demag übernahm er 1950 als geschäftsführender Gesellschafter die Leitung des im Familienbesitz befindlichen Unternehmens Grafenberger Walzwerk in Düsseldorf, das 1921 auf dem europäischen Kontinent erstmals kaltgewalzte Feinbleche für die Automobilindustrie herstellte.

Außerdem war Hermann Tigler bis 1953 ein erfolgreicher, begeisterter Turnier- Jagd- und Springreiter. Zu seinem 75. Geburtstag erhielt er das Deutsche Reiterkreuz in Silber sowie weitere Auszeichnungen.

Er war dreimal verheiratet; 1904 in erster Ehe verheiratet mit Hermine Anna Margarete (Margit) Zobel (* 1875), Tochter des Kgl. preuß. Generalmajors Eugen Zobel und der Elise v. Wedel, in zweiter Ehe, 1918, mit Louise Clara Maria Werth (1889-1972) und ab 1937 mit Liese-Lotte (Liselotte) Krüger (* 1914). Aus der ersten Ehe entsprangen zwei Kinder, aus der zweiten vier und aus der dritten zwei Kinder.

Literatur

  • Jahrbuch der Hafenbautechnischen Gesellschaft 1958/1961, Seite XI, von R. Schwab, W. Becker
  • Ahnenliste und Nachfahrenliste Tigler ausgehend von Hermann Tigler (1881-1960). Stammfolge des Geschlechtes Tigler vom Niederrhein. Duisburg 1954–1955.
  • Familienarchiv Rechtsanwalt Gero v. Pelchrzim, Frankfurt a. M.
  • Lebensbilder aus dem Rheinisch-Westfälische Industriegebiet, Westdeutscher Verlag, Opladen u. Köln.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Ahnenliste und Nachfahrenliste Tigler ausgehend von Hermann Tigler (1881-1960). Stammfolge des Geschlechtes Tigler vom Niederrhein. Duisburg 1954–1955.
  2. Adressbuch Gelsenkirchen 1888